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JUBILÄUM: Der Verein Pulsus ist seit 25 Jahren am Puls der Medizin

Der in Luzern beheimatete Verein Pulsus kämpft gegen Regulierungen im Gesundheitsbereich. Präsident Marcus Maassen über Globalbudgets und lokale Nebenwirkungen.
Alexander von Däniken
Marcus Maassen, Präsident Pulsus: «In Deutschland ist es völlig normal, drei bis sechs Monate lang auf einen Termin bei einem Facharzt zu warten.» (Bild: PD)

Marcus Maassen, Präsident Pulsus: «In Deutschland ist es völlig normal, drei bis sechs Monate lang auf einen Termin bei einem Facharzt zu warten.» (Bild: PD)

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

Arzt, Patient, Krankenkasse: So klar die Rollen in der Praxis verteilt sind, so komplex ist das Bild, wenn es um Reformen geht. Unabhängig von Ärzteverbindungen wie der FMH, Spitälern und Behörden hat sich ein Verein einen Namen gemacht, der sich kritisch mit «planwirtschaftlichen Re­gulierungen im Gesundheitsbereich» auseinandersetzt: Pulsus. Der Verein mit Sitz in Luzern wurde 1993 gegründet und hat sich als erste Organisation gegen die «Managed-Care»-Vorlage ausgesprochen, die 2012 mittels Referendum abgelehnt wurde.

Pulsus wird seit 2010 von Marcus Maassen (55) präsidiert. Der Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenerkrankungen und Gesichtschirurgie hat in Luzern eine eigene Praxis. «25 Jahre Pulsus bedeutet für mich im Rückblick Dankbarkeit für eine freiheitliche Medizin, die in den letzten zwei Jahren markant durch staatsmedizinische Eingriffe in Gefahr geraten ist», sagt Maassen.

Verweis auf negative Erfahrungen

Ein Beispiel seien Globalbudgets, wie der Bund und der Kanton Luzern sie planen. «In anderen Ländern wie etwa in Holland oder in Deutschland hat das Globalbudget nicht zu einer Verbesserung geführt. Das Gegenteil ist der Fall. Die Versorgungsqualität hat abgenommen. Es ist völlig normal, in Deutschland drei bis sechs Monate lang auf einen Termin bei einem Facharzt zu warten.» Auch mit einem anderen Plan von Bund und Kanton Luzern bekundet Maassen Mühe: eine Liste, mit der Spitälern vorgeschrieben wird, welche Eingriffe ambulant erfolgen müssen.

Wer den Grundsatz «ambulant vor stationär» propagiere, der muss laut Maassen die politischen Rahmenbedingungen schaffen. «Dies bedeutet eine einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen. Denn der Prämienzahler muss effektiv mehr zahlen, wenn er sich am­bulant operieren lässt, als wenn er im Spital operiert werden würde.» Zudem dürfen ambulante Leistungserbringer nicht durch willkürliche Leistungsaufträge bei ihren ambulanten Opera­tionen eingeschränkt werden. «Sonst dürften die ambulant operierenden Ärzte ihre Patienten gar nicht operieren, selbst wenn sie die Infrastruktur und eine grosse Erfahrung hätten.»

Eine Folge von «ambulant vor stationär» sind die ambulanten Praxen, die das Luzerner Kantonsspital plant. Die Folgen sind laut Maassen schwer einzuschätzen. Erfahrene Ärzte würden aber auch in der Praxis immer gebraucht. «Hausärzte und Fachärzte leisten in Luzern und in der Region eine grossartige Arbeit.»

Das klingt nicht nach einer Sympathie gegenüber dem Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP). Marcus Maassen hält dazu aber fest, dass er Re­gierungsrat Graf grundsätzlich schätze: «Er macht einen guten Job und ist engagiert. Allerdings würde ich mir wünschen, dass er zum Beispiel beim ambulant-vor-stationär-Gedanken enger mit der FMH zusammenarbeitet und nationale Lösungen anstrebt. Kantonale Einzelvorstösse sind nicht zielführend.»

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