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JUBILÄUM: «Helden» mit Glöggli und Tschinellen

Klein, aber fein: Die Schnäggebörger-Guuggenmusig Lozärn wird 60 – und ist einer der Stars der diesjährigen Luzerner Fasnacht. Für die heute 22 Mitglieder gibt’s dabei einen Tag, der stets «wie Weihnachten» ist.
Hugo Bischof
Die «Schnäggebörger» Mitte der 1970er-Jahre mit dem Sujet «Harlekin». (Bild: PD)

Die «Schnäggebörger» Mitte der 1970er-Jahre mit dem Sujet «Harlekin». (Bild: PD)

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Ob sie 1958 gegründet wurde oder doch schon 1957, ist umstritten. Tatsache ist: Die Schnäggebörger-Guuggenmusig Lozärn feiert heuer ihr 60-jähriges Bestehen. Als Jubilarin darf sie beim Monstercorso der «Vereinigte» am 13. Februar als erste Guuggenmusig nach den Tambouren laufen. «Eine riesige Ehre», sagt Schnäggebörger-Präsidentin Ruth Roos.

Dabei gab’s aber ein Problem: «Wir sind nur 22 Leute. Ein so kleines Häufchen ganz vorne wäre seltsam.» Eine Lösung war rasch gefunden: «Wir konnten 40 Ehemalige dafür gewinnen, mit uns mitzulaufen.»

Zwischen 23 und 66 Jahren

Klein, aber fein – und herrlich unkonventionell. Das sind die Schnäggebörger. Wenn sie in ihrem Probelokal im Restaurant Viktoria in Luzern loslegen, wird einem warm ums Herz. Neben Trompeten, Posaunen, Schlagzeug sind in ihrem Instrumentarium auch Schällebaum, Glöggli, Tschinellen und sogar zwei Lyras und ein Altsaxofon. Eine richtige urtümliche Guuggenmusig halt. «Wir sind irgendetwas zwischen Guuggenmusig und Kleinformation», erklärt Präsidentin Roos, seit 33 Jahren dabei und mit 66 Jahren derzeit ältestes Schnäggebörger-Mitglied. Sie seien keine jener Grossformationen, die im Marschschritt laut schränzend durch die Gassen ziehen, bestätigt die mit 23 Jahren jüngste Schnäggebörgerin Carmen Isaak. «Wir spielen lieber drinnen – in Lokalen wie der ‹Ente› oder dem ‹Rebstock›.» Carmen Isaak ist «Jubi-Chefin» und – wie Präsidentin Roos lachend anfügt – «Vize-CEO» der Schnäggebörger.

Auch Patrick Imgrüth, seit drei Jahren Tambourmajor der Schnäggebörger, ist erst 23-jährig – und das bei einem Durchschnittsalter von 45 Jahren der Schnäggebörger-Mitglieder. Imgrüth ist angehender Sekundarlehrer mit Fach Musik. «Bei uns kann er locker ausprobieren, wie man Laien musikalisch führt», sagt Ruth Roos schmunzelnd. Seinem resoluten Taktschlag folgen alle Musiker, ohne zu murren – auch die Tschinellistin mit ihren aufsehenerregenden Rhythmen.

Etwa zehn Proben machen die Schnäggebörger vor der Fasnacht. «Unsere intensivste Probezeit ist die Fasnacht selber», sagt Carmen Isaak. Das musikalische Repertoire ist breit. Es reicht von klassischen Guugger-Stücken über Jazz und Rock ’n’ Roll bis zum Schlager. «Auch Ausschnitte aus Opern haben wir schon gespielt», sagt Isaak. «La donna è mobile» etwa oder der Bolero aus «Carmen».

Jedes Jahr legen die Mitglieder gemeinsam ein Maskensujet fest. «Jeder und jede gestaltet dieses dann individuell», sagt Isaak. «Erst wenn wir uns am Schmutzigen Donnerstag zur Antrinkete beim ‹Wilden Mann› treffen, sehen wir erstmals, was die anderen gemacht haben. Das ist für mich stets wie Weihnachten.» Dieses Jahr lautet das Motto natürlich «Jubiläum». Den Aktiven wurde ein «Süsché» aus der noch greifbaren Palette der letzten 60 Jahre zugelost. Die Ehemaligen tragen Kleider und Grinden, die sie noch auf dem Estrich gefunden haben.

Letztes Jahr waren die Schnäggebörger als «Superhelden» unterwegs, 2014 als «Bücher». Frühere Mottos lauteten etwa 2010 «Kampfschafe», 2002 «Schräge Vögel», 1996 «Küchenschaben» und 1988 (passend zum 30-Jahr-Jubiläum) «Facelifting», 1983 «Tüpfi», 1980 «Balletteusen».

Der Ursprung der «Schnäggebörger»

Gründer der Schnäggebörger- Guuggenmusig waren Franco Elsener sowie der 2015 verstorbene Luzerner Journalist und Fotograf Werner P. Wyler – «wepe», so dessen legendäres Kürzel, war in leitender Position jahrzehntelang für unsere Zeitung und ihre Vorgängerblätter tätig und zudem ein passionierter Fasnächtler.

Er habe sie einst über die Herkunft des Namens Schnäggebörger aufgeklärt, erzählt Ruth Roos. Zwei Vorschläge seien damals in die Endauswahl gekommen: «Stattmusig» und «Schnäggebörger», anlehnend an die Stadtmusik und die Bürgermusik Luzern. Da man «nicht so schnelle Märsche wie diese» spielen wollte, entschied man sich dann halt eben für «Schnäggebörger».

Hinweis

www.schnaeggis.ch

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