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Theaterkritik: Judith, spurlos verschwunden

Im Theaterstück «Mad World», das zurzeit in der Aula FMZ in Luzern aufgeführt wird, verbringen junge Leute mit einer psychischen Erkrankung ein Wochenende zusammen - ohne Betreuer. In der ersten Nacht läuft alles noch gut.
Yvonne Imbach
Blick in eine Probe des Theaterstücks «Mad World» – es wird noch heute und morgen aufgeführt. (Bild: Boris Bürgisser / Luzern, 14. Mai 2018)

Blick in eine Probe des Theaterstücks «Mad World» – es wird noch heute und morgen aufgeführt. (Bild: Boris Bürgisser / Luzern, 14. Mai 2018)

Es fängt vergleichsweise harmlos an: Eine Gruppe junger Menschen mit einer psychischen Erkrankung verbringt ein Wochenende miteinander. Professionelle Betreuer sind nicht dabei, die Teilnehmer verstehen sich als Selbsthilfegruppe. Was mit vorsichtigem Kennenlernen anfängt, geht in Sympathien, Freundschaften, aber auch in Ablehnung und Misstrauen über.

In der ersten Nacht steigt eine Party. In der zweiten Nacht verschwindet Judith. Was ist ihr passiert? Möglich ist ein Suizid, ein Unfall oder gar ein Verbrechen – die meisten anderen hätten ein Motiv. An einem öffentlichen Informationsabend wird über das Verschwinden informiert. Spannend: Das Publikum wird involviert und nach möglichen Erklärungen für Judiths Verschwinden befragt.

Schüler haben sich heikles Thema selbst ausgesucht

Das fesselnde Projekt mit dem Titel «Mad World» geht unter die Haut. Die erfahrene Theaterpädagogin und Regisseurin Nicole Davi leitet neu den Theaterkurs am Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum Luzern. Den Kurs besuchen junge Menschen zwischen 15 und 17 Jahren. Sie blickt zurück: «Die Thematik von psychisch erkrankten Jugendlichen haben sich die Schüler selbst ausgesucht. Erst fand ich die Idee heikel, denn es ist eine Gratwanderung, einen kranken Menschen zu spielen. Dies beinhaltet sehr ernste Komponente.» Sie liess die acht Schülerinnen und zwei Schüler ihre Figur und ihre Biografie selbst entwickeln. «In diesem Alter ist die Identifikationsfrage zentral. Wer bin ich, was will ich? Im Theaterspiel dürfen sie in eine andere Rolle schlüpfen und erfahren Spielfreude und Kreativität.»

Dies bestätigt Rachele Unternährer (16): «Ich spiele eine Undercover-Polizistin und wählte einen Charakter, der ganz anders ist, als ich es bin. Ich habe ein neues Hobby entdeckt.»

Hinweis
Aufführungen: Donnerstag, 17. Mai und Freitag, 18. Mai. Jeweils 19.30 Uhr. Aula FMZ, Hirschengraben 10. Kollekte.

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