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JUGEND: «Das Schwingen ist nicht nur Folklore»

Der Schwingklub Rothenburg ist bekannt für seine gute Nachwuchsarbeit. Das neuste Projekt: Rappen für eine Radiosendung.
Stefan Dähler
Nachwuchsschwinger rappen für eine Radio- und TV-Sendung in der Schwinghalle Rothenburg. (Bild Corinne Glanzmann)

Nachwuchsschwinger rappen für eine Radio- und TV-Sendung in der Schwinghalle Rothenburg. (Bild Corinne Glanzmann)

Er ist heute mit über 250 Mitgliedern dreimal so gross wie vor zehn Jahren. Der Schwingklub Rothenburg und Umgebung ist zuletzt stark gewachsen – auch dank seiner Nachwuchsarbeit. Für diese wurde der Klub auch schon ausgezeichnet. 2012 erhielt er den Präventionspreis des Kantons Luzern, der jeweils an Sportvereine mit besonders guter Jugendarbeit verliehen wird.

Speziell ist, dass bereits 4- bis 8-jährige Buben in der Schwinghalle in Rothenburg trainieren können. «Bei uns gibt es die Piccolo-Schwinger. Diese können noch nicht richtig schwingen, werden aber spielerisch an den Sport und das Sägemehl herangeführt», sagt Vereinspräsident Bruno Odermatt. Weiter gebe es unter den Mitgliedern über 50 Nachwuchsschwinger im Alter von 8 bis 15 Jahren. Im Kanton Luzern habe nur der Entlebucher Schwingerverband mehr Nachwuchsathleten.

Vertreter der Innerschweiz

Gestern hatten einige dieser Nachwuchsschwinger einen besonderen Auftritt: Sie rappten für das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Dieses veranstaltet den Wettbewerb «Bösi Buebe» zwischen den fünf Schwinger-Teilverbänden der Schweiz, Rothenburg vertritt die Innerschweiz. Rappen ist eine der Disziplinen, in denen sich die Jungschwinger duellieren.

Rap und Schwingen, das passt auf den ersten Blick nicht zusammen. «Das ist ein Klischee», sagt Odermatt. «Schwingen ist nicht nur Folklore. Unsere jungen Mitglieder sind Buben wie alle anderen, die auch Rap hören.»

Trotzdem fristet das Schwingen in der Stadt Luzern sowie der Agglomeration ein Mauerblümchendasein. «Unsere eigentlichen Einzugsgebiete sind neben Rothenburg Rain, Neuenkirch und Sempach-Station.» Darum hat der Schwingklub Rothenburg und Umgebung gemeinsam mit dem Schwingklub Luzern und Umgebung das Projekt «Agglo-Schwinger» gestartet (Ausgabe vom 5. Juli 2015). «Wir schreiben einmal pro Jahr rund 2000 Buben im Alter von 8 bis 10 Jahren in der Stadt und Agglomeration Luzern für den Schwinger-Schnuppertag, welcher dieses Jahr am Samstag, 3. September, stattfindet, an», sagt Odermatt. Letztes Jahr seien nur wenige zum Schnuppertag gekommen. «Wir hoffen aber, dass es dieses Jahr mehr sein werden, da der Schwingsport dank dem Eidgenössischen, das Ende August stattfindet, stärker in den Medien präsent sein wird und der Schwingboom weiterhin ungebrochen ist.»

Bedenken der Eltern

Ist es schwierig, Mitglieder zu gewinnen? «Man muss vor allem die Eltern überzeugen.» Viele fürchten sich vor der Verletzungsgefahr. «Wenn man richtig trainiert und sich aufwärmt, ist das aber kein Problem», so Odermatt. Bei Spitzenschwingern gebe es häufiger Verletzungen (Ausgabe vom 17. Juli). «Das liegt aber auch daran, dass die Top-Athleten ihren Körper stark belasten, hart trainieren und so ans Limit gehen.» Es gibt unter den Eltern aber noch andere Sorgen, die weniger existenziell sind. «Einige sind skeptisch, weil sie befürchten, dass sie die Kleider der Kinder nicht vom Sägemehl reinigen können.»

Mädchen gibt es im Klub übrigens keine. «Das Problem ist, dass sie an Schwingfesten nicht gegen Buben antreten dürfen.» Dies sei eine Vorgabe des nationalen Schwingverbandes. «Und für eine eigene Frauenabteilung ist das Interesse zu gering.»

Stefan Dähler

Hinweis

Die Sendungen von «Bösi Buebe» werden in der Woche ab dem 22. August auf den Radio- und Fernsehkanälen von SRF 1 ausgestrahlt.

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