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JUGEND: Sie wollen Politik machen

Morgen wird der Verein Jugendparlament Kanton Luzern gegründet. Die Initianten sagen im Gespräch, was sie bewegen wollen – und was sie selber antreibt.
Florian Weingartner
Roman Stadelmann (links), Lea Fuchs, Nico Planzer und Till Haechler sind Hauptinitianten des Luzerner Jugendparlaments. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Roman Stadelmann (links), Lea Fuchs, Nico Planzer und Till Haechler sind Hauptinitianten des Luzerner Jugendparlaments. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Jugend und Politik, das geht nicht zusammen – oder ist zumindest nicht gerade alltäglich. Diesem Vorurteil widerspricht der 18-jährige Nico Planzer aus Luzern vehement. «Jugendliche sind durchaus politisch aktiv, das sehe ich immer wieder. Aber sie werden oft nicht angehört, da sie nicht über politische Rechte verfügen.» Sich selber kann Planzer von dieser Aussage zumindest teilweise ausnehmen. Er verfügte als Kommissionsmitglied und ehemaliger Co-Präsident des Jugendparlaments der Stadt Luzern bereits vor der Vollendung des 18. Lebensjahres über die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung am politischen Leben.

Das soll nun auch auf kantonaler Ebene möglich werden. Morgen Freitag wird dazu der Verein Jugendparlament Kanton Luzern gegründet. Bereits im Mai des vergangenen Jahres wurde im Kantonsrat eine Motion über die Schaffung eines solchen Parlaments verabschiedet. Die nötigen Vorbereitungsarbeiten auf Gesetzesstufe laufen noch.

Offen für alle Jugendlichen

Das Gründungsteam besteht aus sechs Jugendlichen. Planzer wird gemeinsam mit Lea Fuchs (20, Rothenburg) das Co-Präsidium übernehmen. Im Vorstand sind weiter Till Haechler (17, Luzern), Roman Stadelmann (18, Luzern), Denis Kläfiger (22, Luzern) und Fabian Haverkamp (19, Neuenkirch) vertreten. Zur Gründungsveranstaltung sind alle Luzerner Jugendlichen eingeladen. Dabei können auch gleich vor Ort Vereinsmitgliedschaften abgeschlossen werden.

Den Start zu wagen, ohne erst die institutionelle Umsetzung abzuwarten, sei für sie kein Problem, sagen die Jugendlichen. «Es war uns wichtig, nicht einfach zu warten und so das bereits Erarbeitete vielleicht wieder zu verlieren. Zudem hatten wir in den letzten Monaten sehr viele Kontakte mit interessierten Jugendlichen. Mit dem Verein können wir ihnen nun eine erste Plattform bieten», sagt Till Haechler. Lea Fuchs ergänzt: «Für uns ist die kommende gesetzliche Verankerung ein zusätzlicher Ansporn.» Gemäss dem Motionstext soll das Jugendparlament ein festes Antragsrecht und ein Anhörungsrecht bei jugendrelevanten Themen erhalten.

Ende Oktober soll bereits die erste Jugendsession im Kantonsratssaal stattfinden. An dieser können alle Jugendlichen aus dem Kanton Luzern teilnehmen, ob sie Vereinsmitglied sind oder nicht. Das Höchstalter beträgt 25 Jahre. Zwischen den einmal jährlich veranstalteten Sessionen sollen Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen Vor- und Nachbereitungsarbeiten leisten. «Je nach Interesse und aktuellen Themen wollen wir jährlich mehrere Mitgliederversammlungen durchführen», sagt Lea Fuchs.

Auf «möglichst viele» Jugendliche hofften sie für die Gründungsversammlung, sagt Roman Stadelmann. Einzuschätzen sei das im Vorfeld aber schwierig. Auf Beteiligung aus dem ganzen Kanton hofft Till Haechler. Das Gründungsteam stammt mehrheitlich aus der Stadt Luzern.

Parteipolitisch sind die sechs von links bis rechts breit gestreut. Das Jugendparlament wird denn auch parteipolitisch neutral sein und allen offen stehen. Mit den verschiedenen Jungparteien sei man im regelmässigen Gespräch. «Kontakte zu den Jungparteien, aber auch zu allen anderen Jugendorganisationen aufzubauen und zu pflegen, gehört zu den allerersten Aufgaben, die wir nach der Gründung angehen werden», sagt Nico Planzer.

Und welches sind die Anliegen der Jugendlichen, die sie vertreten wollen? «Ein wichtiges Anliegen ist sicher, das Interesse der Jugendlichen an der Politik und ihre Beteiligung zu fördern», sagt Lea Fuchs. Themen wie Bildung, Alkohol oder Gewalt würden wohl auch dazugehören. Doch letztlich sollen die Anliegen ja aus den Diskussionen an den Jugendsessionen stammen.

Auf ihre eigene Motivation für das Engagement angesprochen, antworten die Jugendlichen: «Ich will die Zukunft gestalten.» (Nico Planzer) «Ich will mit anderen Jugendlichen zusammenarbeiten.» (Roman Stadelmann) «Ich will Weichen stellen und die Stimmen der Jugendlichen einbringen.» (Till Haechler) «Wir müssen einmal damit leben, was heute entschieden wird.» (Lea Fuchs)

«Am Ende kommt oft nichts raus»

Erfahrung bringen die Jugendlichen reichlich mit. Lea Fuchs präsidiert den Jugendrat Rothenburg, Nico Planzer und Roman Stadelmann sitzen in der Kommission des Jugendparlaments der Stadt Luzern, und Till Haechler hat schon an der eidgenössischen Jugendsession teilgenommen. Doch werden ihre Anliegen von den arrivierten Politikern auch ernst genommen? «Ich glaube schon, dass wir ernst genommen werden. Wir werden angehört, mit uns wird diskutiert. Doch am Ende kommt sehr oft nichts dabei raus», so Nico Planzer. Lea Fuchs sagt es so: «Viele ältere Politiker begegnen uns mit Wohlwollen. Wenn es dann aber um konkrete Hilfe geht, kommt oft nichts mehr.»

Als Beispiel führt sie die Jugenddebatte von 2011 an. Da hätten sie mit vielen Politikern gute Gespräche geführt. Als es aber um die Umsetzung der Idee eines Jugendparlaments ging, habe sich nur noch die Kantonsrätin Priska Lorenz (SP, Grosswangen) aktiv bemüht. Ihre Motion war es denn auch, die im Mai 2013 mit 78 zu 35 Stimmen überwiesen wurde.

Budget ist noch nicht bekannt

Seitdem das Geschäft beschlossen wurde, bekamen die Jugendlichen Unterstützung von der kantonalen Fachstelle Gesellschaftsfragen der Dienststelle Soziales und Gesellschaft. 10 Stellenprozente wurden für diese Aufgabe zur Verfügung gestellt. Zudem wird der Verein ein fixes Budget erhalten. In welcher Höhe, ist jedoch noch unklar. Für die Jugendsessionen wird ihnen der Kantonsratssaal unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

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