Jugendliche besser in den Alltag integrieren

Seit drei Wochen werden 10 Neuntklässler der Luzerner Volksschule in Beromünster gezielt auf ihren Einstieg in die Berufswelt vorbereitet. Dabei arbeiten Volksschule und Wirtschaft Hand in Hand.

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«Es kann nicht sein, dass rund 20 Prozent der Luzerner Schulabgänger keine Lehrstelle finden», ist Nationalrat Otto Ineichen überzeugt. Besonders schwer hätten es Jugendliche mit komplizierten Familienstrukturen oder Migrationshintergrund.

Otto Ineichen greift mit seiner Stiftung Speranza präventiv in die Volksschule ein. Mit dem Projekt «Time-out Berufslehrvorbereitung» im Internat Don Bosco in Beromünster unterstützt er Neuntklässler, die wegen schwacher schulischer Leistungen und fehlender Motivation besonders schwer zu vermitteln sind. Die Jugendlichen werden vom normalen Schulunterricht dispensiert und in einem intensiven Wocheninternat auf ihren Einstieg in die Berufswelt vorbereitet. Während 12 Wochen erhalten sie unter anderem Nachhilfe in Deutsch und Mathematik. Dazu kommen Bewerbungstrainings und Aufklärung in Sachen Auftreten, Kleidung und Verhalten. Auch das Erarbeiten von Kompetenzen und Teambildung steht im Vordergrund.

Die Jugendlichen werden von pädagogischen Fachkräften und qualifizierten Wirtschaftsvertretern unterstützt. Am Projekt beteiligt sich auch der Luzerner Gewerbeverband: «Je früher die Jugendlichen gefördert werden, umso grösser sind ihre Chancen auf eine Lehrstelle und umso geringer fallen die Kosten für das Gemeinwesen aus», so Direktor Werner Bründler.

Der Kanton Luzern wendet jährlich 9 Millionen Franken für Brückenangebote und andere Zwischenlösungen auf. Das Besondere am Projekt «Time-out Berufslehrvorbereitung» ist laut Medienmitteilung vom Montag die in dieser Form schweizweit einzigartige Zusammenarbeit zwischen Volksschule und Wirtschaft.

pd/rem