Theater ActNow Luzern: Jugendliche stellen Wünsche in den Fokus

Wie wäre es, wenn man seine persönlichen Wünsche und Sehnsüchte an einer Tankstelle auffüllen lassen könnte? Dieser Vision geht ActNow im neuen Stück «Voll» nach.

Yvonne Imbach
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Im Stück «Voll» des Theaters ActNow hat die Zapfsäule eine besondere Bedeutung. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 21. Mai 2019)
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(Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 21. Mai 2019)
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Im Stück «Voll» des Theaters ActNow hat die Zapfsäule eine besondere Bedeutung. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 21. Mai 2019)

Zu Beginn des Stücks lässt eine der Frauenfiguren es durchsickern: «Die Tankstelle beim Dorfeingang ist schon lange ausser Betrieb. Doch manchmal flackert das Schild. Man erzählt sich Geschichten über diesen Ort.» Im Bühnenhintergrund thront eine knallrote alte Zapfsäule und demonstriert stumme Präsenz. Im vorderen Teil bilden Holzkisten, die immer wieder neu verschoben werden, ein Labor. Die Labor-Angestellten in ihren uniformen, weissen Kitteln warten schon auf den nächsten Kunden: Wer seinen Wunsch formuliert, dem wird er hier erfüllt. Ob mehr Freiraum für sich selbst, endlich durchschlafen oder Gedanken hören können und sogar Schnee im Sommer: Die Zapfsäule wird zum magischen Instrument. Wünsche und Sehnsüchte werden hier Massenware: «Wenn ein Wunsch erfüllt ist, kommt schon der nächste!» Die Laborangestellten sind gar nicht erst motiviert, ihre eigenen Wünsche zu entwickeln und bleiben in ihrem Alltag gefangen. Ein Wunsch entsteht in dieser Maschinerie dann doch: Ein Teil der Laboranten bricht aus dem System aus, um Neues auszuprobieren.

Selbst entwickelt und erarbeitet

ActNow ist das Jugendtheater des Voralpentheaters und eine Plattform für junge Talente. Die sechs Spielerinnen und vier Spieler im Alter von 15 bis 21 Jahren haben unterschiedlich grosse Theatererfahrung. Die sechste Produktion «Voll» haben sie gemeinsam mit der Theaterpädagogin und Regisseurin Mira Heller selbst entwickelt und bühnenreif erarbeitet. «Zu Beginn der Probezeit experimentierten wird viel. Die Wünsche kamen alle von den Jugendliche selbst.» Sie hätten sich mit Fragen wie «woher kommen unsere Wünsche?» oder «warum würde ich an diese Tankstelle gehen?» auseinandergesetzt.

Das rund einstündige Stück lädt in eine Welt ein, die einen reizvollen Mix aus Science-Fiction und Gegenwart aufweist. Das Spiel der Jugendlichen ist körperbetont und rasant, starke Bewegungen und Chorgesänge treiben das Stück voran. Musiker Elischa Heller hat den Klangteppich komponiert, auf welchem das Spiel noch mehr Substanz bekommt. Man bleibt konzentriert am Geschehen dran, es gibt viel zu entdecken. Ein pointiertes Bühnenbild, spannende Lichteffekte und für eine Jugendbühne grandios entwickelte Spezialeffekte reissen mit. Wenn etwa der Zapfhahn der Tanksäule an den Menschen gehalten wird, der einen Wunsch formuliert hat, wird die Szene definitiv magisch. Dem Ensemble wie auch dem ganzen Produktionsteam ist die Begeisterung der Zuschauer sicher: Können, Fantasie und Sinn für Details liessen ein Stück entstehen, dass sich gut für andere Jugendtheater-Gruppen eignet.

Weitere Aufführungen: 25., 28. und 29. Mai um 20 Uhr. 26. Mai um 17 Uhr. Theater Pavillon Luzern. Tickets: www.eventfrog.ch/voll