Alkoholtestkäufe im Kanton Luzern mit besserer Bilanz als in Vorjahren

Im Auftrag der Luzerner Polizei sind 2019 im Kanton Luzern erneut Alkoholtestkäufe durchgeführt worden. Gegenüber den Vorjahren fielen die Testresultate besser aus.

Roger Rüegger
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Jugendlicher kauft zwei Dosen Bier. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Jugendlicher kauft zwei Dosen Bier. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Bei zufällig ausgewählten Betrieben haben Jugendliche versucht, alkoholische Getränke zu erwerben. «Begleitet von Fachpersonen haben sie im Auftrag der Luzerner Polizei insgesamt 72 Alkoholtestkäufe vorgenommen. Dabei wurden 28 Verkaufsgeschäfte und 44 Restaurationsbetriebe getestet», teilte die Luzerner Polizei am Mittwoch mit.

Die Begleitpersonen hätten den getesteten Personen jeweils eine mündliche Rückmeldung gegeben. Im Weiteren seien alle getesteten Betriebe schriftlich von der Abteilung Gastgewerbe und Gewerbepolizei orientiert worden. «Die Fachleute geben Ratschläge an das Verkaufspersonal. Es werden positive Feedbacks erteilt wie auch Vorschläge, wie man die Arbeit besser machen kann», sagt Urs Renggli, Chef Gastgewerbe und Gewerbepolizei. Er betont, dass es für das Verkaufspersonal nicht immer einfach sei. So würden manchmal Ausweise verlangt, dann aber trotzdem Alkohol an minderjährige Testkäufer abgegeben. Die Gründe seien verschieden. Einer davon sei, dass sich das Personal verrechne. 

Die Bilanz fiel gegenüber den Vorjahren jedoch bedeutend besser aus. Bei 22 von 72 Kontrollen erhielten Jugendliche alkoholische Getränke, was 31 Prozent entspricht. Im Vorjahr waren es deren 45 Prozent. Bei den Verkaufsgeschäften wurden bei 32 Prozent und bei den Restaurationsbetrieben bei 30 Prozent illegal Alkohol verkauft.

Drei Betriebe verstiessen auch bei Nachkontrollen

Bei 18 Betrieben, die bei der ersten Testrunde widerrechtlich alkoholische Getränke an Jugendliche verkauften, wurden Nachkontrollen durchgeführt. Dabei verstiessen laut Luzerner Polizei drei erneut gegen das Gesetz.

Diese Betriebe erhielten eine kostenpflichtige Verwarnung und müssen bei einem weiteren Verstoss mit einem zeitlich beschränkten Alkoholverkaufsverbot rechnen. Die Verwarnung kostet laut Urs Renggli 200 Franken. Ein Verkaufsverbot habe man bisher noch nicht verhängen müssen.

Anlässlich von zwei Grossanlässen wurden bei 31 Verkaufsstellen Alkoholtestkäufe durchgeführt. An 11 Orten wurden den Jugendlichen illegal alkoholische Getränke verkauft. Das sind halb so viele wie im Vorjahr. Die verantwortlichen Personen seien ebenfalls verwarnt worden. Bei erneuten Verstössen gegen den Jugendschutz müssen sie laut Gewerbepolizei mit einer Bewilligungsverweigerung für künftige Festanlässe rechnen.

Weiterhin Alkoholtestkäufe

Es wird im Kanton Luzern weiterhin Testeinkäufe geben. Alle Verkaufsstellen von Alkohol seien für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen verantwortlich und die Polizei habe den gesetzlichen Auftrag, dies zu kontrollieren.

Diese haben eine positive Wirkung auf das Verkaufspersonal und sensibilisieren nachweislich die Verkaufspraxis, wie die Zahlen der letzten Testeinkäufe aufzeigen. Es sei wichtig, dass der Jugendschutz beim Verkaufspersonal stets thematisiert wird. Dazu würden strikte Ausweiskontrollen gehören.

An Jugendliche unter 16 Jahre, darf kein Alkohol verkauft werden, an 16 bis 18-Jährige nur Bier, Wein, Most (gegärte Produkte). Eine Online-Schulung steht kostenlos unter www.jalk.ch zur Verfügung.