JUGENDVERBÄNDE: Zwei neue Lagerplätze im Kanton Luzern

Die Rotary ­Serviceklubs haben ein Jahr ­intensiv nach neuen Lager­plätzen für die Jugend gesucht. Dabei wurden sie auch im Kanton Luzern fündig.

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Die Rotary Serviceklubs pachten Land, damit Jugendverbänden mehr Lagerplätze zur Verfügung stehen. Geplant ist dies auch in Dagmersellen und Willisau. (Bild: PD)

Die Rotary Serviceklubs pachten Land, damit Jugendverbänden mehr Lagerplätze zur Verfügung stehen. Geplant ist dies auch in Dagmersellen und Willisau. (Bild: PD)

Pfadi, Jungwacht, Blauring und Co. können sich freuen. Im Mai und Juni werden der Schweizerischen Pfadistiftung acht bis zehn neue Lagerplätze zur Verfügung gestellt. Diese sind verstreut auf dem Gürtel von Baselland über die Kantone Aargau, Luzern, Schwyz und Uri bis ins Tessin. Zwei der neuen Lagerplätze befinden sich im Kanton Luzern.

Zu den neuen Plätzen kommen die Jugendverbände dank eines Projekts der Rotary Clubs im Distrikt 1980 (NordwestschweizZentralschweiz–Tessin). Die Serviceorganisation Rotary hat weltweit 1,2 Millionen Mitglieder und leistet gemäss eigenen Angaben ehrenamtliche Arbeit sowie humanitäre Hilfe. Der Rotary Club Distrikt 1980 hat sich vor über einem Jahr zum Ziel gesetzt, in seinem Einzugsgebiet Land für einen Lagerplatz zu kaufen und diesen im Juni 2015 der Pfadistiftung als Geschenk zu übergeben (Ausgabe vom 9. Mai 2014).

Pachten statt kaufen

Diese Pläne mussten allerdings etwas abgeändert werden. «Nach bäuerlichem Bodenrecht ist es als Nichtlandwirt nicht möglich, landwirtschaftliches Land zu kaufen. Wir haben uns deshalb entschieden, stattdessen acht bis zehn für Lager geeignete Plätze zu pachten», sagt Peter Bieri. Der 68-jährige pensionierte Rotarier war selber aktiver Pfadfinder und hat mit einem Team von sieben Leuten in den letzten zwölf Monaten 120 mögliche Lagerplätze inspiziert. Zuvor hatten die «Lagerplatz-Auditoren» auf der Suche nach geeignetem Land 680 Gemeinden angeschrieben. «Von 80 Prozent der Gemeinden haben wir eine Rückmeldung erhalten, bei allen kam das Projekt sehr gut an», sagt Bieri erfreut. Aus zehn Gemeinden seien konkrete Vorschläge gekommen, die man weiterverfolgt habe.

Bei der Wahl der Lagerplätze müssen laut Bieri mehrere Kriterien erfüllt sein. «Die Plätze müssen sehr flach sein, damit man nicht zum Zelt hinausrollt.» Zudem müssen sie am Waldrand liegen, denn der Wald diene im Lager als wichtiges Tätigkeitsfeld und sei ein schattiger Rückzugsort in der sommerlichen Hitze. «Zudem sind die Jugendlichen auf Fallholz angewiesen, das als Brennholz zum Kochen dient.»

Auflagen vom Kanton

Einer der Plätze befindet sich in Dagmersellen. «Rotary ist dankbar, dass die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) mithalf, die Interessen der Landeigentümer, des Waldes, der Jagd und der Gemeinde zu koordinieren. Wir haben grünes Licht erhalten», sagt Bieri. Lawa macht einige Auflagen, weil der Platz an einen besonderen Wildlebensraum grenzt. «Unter anderem dürfen pro Lager nicht mehr als 100 Personen den Lagerplatz benützen», erklärt Bieri. Nächste Woche werde der Pachtvertrag unterschrieben, sodass der Platz wohl im Mai der Pfadistiftung übergeben werde.

Der Rotary Distrikt wird bei den Plätzen nicht nur für den Pachtzins, sondern auch für die Mitfinanzierung der sanitären Anlagen und der nötigen Infrastruktur wie dem Bau von WC-Häuschen, Wasserleitungen oder Brunnenanlagen aufkommen. Die Pacht der Plätze soll laut Bieri zirka für 10 Jahre laufen. Finanziert werden die Lagerplätze über freiwillige Beiträge der 64 Clubs und der Rotarier des Distrikts 1980, dem 4000 Mitglieder angehören. Wie hoch das Budget sein wird, kann Bieri noch nicht sagen, da die Sammelaktion noch laufe.

Gespräche in Willisau

Für den zweiten Platz innerhalb des Kantons Luzern, in der Gemeinde Willisau, laufen laut Bieri derzeit noch Abklärungen. «Der Landbesitzer ist schon einmal grundsätzlich einverstanden. Es müssen nun aber noch Gespräche mit weiteren Involvierten geführt werden», so Bieri. Diese werden im Mai erfolgen.

Der Rotary Club Distrikt 1980 hat sich mit der Lagerplatzaktion zum Ziel gesetzt, etwas Wertvolles für die Schweizer Jugendlichen zu realisieren. «Im Lager erleben Jugendliche die Natur, lernen, selbstständig zu werden und Verantwortung zu übernehmen», sagt Bieri. Die neuen Plätze, die der Pfadistiftung zur Verfügung gestellt werden, können nicht nur von der Pfadi, sondern auch von anderen Jugendverbänden und auch Schulklassen benutzt werden.

20 Lagerplätze im Kanton Luzern

Die Pfadistiftung verfügt über ein Lagerplatzverzeichnis der Schweiz, das derzeit über 400 Plätze aufweist. Davon liegen etwa 20 im Kanton Luzern. Die Plätze sind für Jugendleiter im Internet (www.scout.ch) dokumentiert.

In der Schweiz sind rund 80 000 Jugendliche Mitglieder von Pfadi, Jungwacht, Blauring oder Cevi. Wollen alle an einem Lager teilnehmen, ist der Bedarf an Lagerplätzen sehr hoch. Daher sucht die Pfadistiftung seit einigen Jahren aktiv neue Plätze.

Susanne Balli