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Jugendverbände wollen mehr mitreden

Vor der Jugendsynode verlangen katholische Jugendverbände von den Kirchenvätern mehr Offenheit. Weihbischof Alain de Raemy freut sich über das Engagement, hinterfragt aber den Zeitpunkt.
Kilian Küttel
Weihbischof Alain de Raemy. (Bild: Olivier Maire/Key (Sion, 5. Dezember 2016))

Weihbischof Alain de Raemy. (Bild: Olivier Maire/Key (Sion, 5. Dezember 2016))

«Erkennt Lebensrealitäten an!», «Teilt Leistungsverantwortung!», «Geht voran!», «Seid solidarisch!», «Seid authentisch!» So lauten die Titel von fünf Thesen, welche die Jugendverbände der katholischen Kirche des deutschsprachigen Raums verabschiedet haben. Vom 6. bis 9. September haben sich Vertreter aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol in München zur Vernetzung getroffen, diskutiert, sich ausgetauscht und sich zusammengeschlossen.

Hinter den fünf Überschriften verbergen sich klare Forderungen an die Synodenväter der katholischen Kirche, welche vom 5. bis 23. Oktober in Rom eine ­Jugendsynode abhalten. Die Jungen fordern, sexuelle Orientierung und Geschlechtervielfalt anzuerkennen. Sie wollen mehr in Kirchenfragen mitbestimmen können. Und sie wollen, dass Frauen mehr Mitspracherecht erhalten. «Wir haben die Forderungen bewusst explizit gestellt, in der Hoffnung, damit wirklich ein Ausrufezeichen setzen zu können», sagt Viktor Diethelm, der Leiter der Fachstelle für offene kirchliche Jugendarbeit mit Sitz in Luzern. Er hat die Schweiz in München vertreten. «Wir haben gemerkt, dass unsere Anliegen grösstenteils die gleichen sind. Nun wollen wir geschlossen unsere Stimme erheben.»

Weihbischof hat Forderungen erwartet

Das Treffen der Jugendverbände endete am vergangenen Sonntag. Noch am gleichen Tag hat Alain de Raemy die Charta erhalten. Der Weihbischof der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg nimmt als einziger Schweizer Vertreter an der Jugendsynode teil. Er sagt: «Ich freue mich sehr darüber, dass sich junge Menschen mit Fragen rund um die Kirche befassen und sich einbringen. Besonders, wenn das über Landesgrenzen hinaus geschieht.» Er könne verstehen, dass man sich mit der Vereinbarkeit der Kirche und verschiedenen sexuellen Orientierungen auseinandersetze, das Gleiche gelte für die Rolle der Frau: «Insofern überrascht es mich nicht, dass diese Forderungen laut geworden sind.» Nichtsdestotrotz hinterfragt er den Zeitpunkt und die Fokussierung. Denn das Thema der Jugend­synode lautet «Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung». Also werden Fragen besprochen, wie man den Sinn des Lebens und seine eigene Position zu Gott finde. Punkte wie sexuelle Orientierung und andere «gehören sicherlich dazu», werden aber nicht im Vordergrund zur Sprache kommen. «Und bei einer Synode geht es primär um einen Austausch in einer gemeinsamen Suche nach dem, was Gott uns zeigen will. Das ­Beten gehört wesentlich dazu. Es ist nicht der Ort, Anliegen zu vertreten und verteidigen zu wollen. Eine Synode ist keine parteipolitische Parlamentsdebatte», sagt de Raemy.

Das weiss Viktor Diethelm. Mit der Charta wolle man aber ein Zeichen setzen, den Weg für eine Diskussion ebnen: «Unser Ziel ist es, dass die Synodenväter unsere Punkte als prioritäre Aufgaben für die Zeit nach der Jugendsynode festlegen.» Darauf sagt de Raemy: «Die Fragestellungen, die hinter den Anliegen der Jugendverbände stecken, sind legitim. Bei anderen Jugendlichen und Jugendbewegungen sehen sie aber ganz anders aus. So gesehen schätze ich es als realistisch ein, dass diese in Zukunft direkt zur Sprache kommen könnten.»

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