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Junge Grüne schaffen zum ersten Mal den Sprung ins Parlament

Alle haben sie von einem Sitz im Kantonsrat geträumt, die Kleinparteien EVP, BDP und Junge Grüne. Gereicht hat es am Schluss nur für die Jungen Grünen. Mit ihnen zieht erstmals nach 2015 wieder eine Jungpartei ins Luzerner Parlament.
Martina Odermatt
Jonas Heeb (Junge Grüne) wurde in den Kantonsrat gewählt. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 31. März 2019)

Jonas Heeb (Junge Grüne) wurde in den Kantonsrat gewählt. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 31. März 2019)

Für die Jungen Grünen ist es das erste Mal, dass sie im Luzerner Kantonsrat vertreten sind: Jonas Heeb (Horw) zieht für die Jungpartei ins Luzerner Parlament. Er freut sich «unglaublich» über das Resultat, relativiert jedoch auch: «Was ich als Einzelner der Jungen Grünen bewirken kann, ist fraglich. Aber es ist wichtig, dass wir den Jungen eine Stimme geben.»

Mit Heeb werden auch noch Samuel Zbinden aus dem Wahlkreis Sursee und Judith Schmutz aus Hochdorf als Junge in das Luzerner Parlament einziehen. «Die Jungen sind oft untervertreten. Sie sollen aber mitreden können, auch in der Politik», sagt Heeb dazu. Dass die Jungen Grünen im Wahlkreis Luzern-Land reüssiert haben, führt Heeb nicht nur auf die aktuelle Klimadebatte zurück. Bereits vor anderthalb Jahren habe man angefangen, sich auf die Wahlen vorzubereiten. «Wir haben einen sehr aktiven Wahlkampf geführt, haben 80 Kandidierende gestellt, Videos gemacht, waren auf der Strasse.»

Er sei erleichtert, dass sich all die Mühe und der Einsatz der vergangenen Wochen ausbezahlt haben. «Wir gaben uns zwar von Beginn an optimistisch und wollten zwei Sitze gewinnen – aber wir sind auch sehr zufrieden mit dem einen.» Die Kleinpartei wird sich voraussichtlich der Fraktionen der Grünen anschliessen, sagt Heeb.

EVP: Zufrieden, auch ohne Sitz im Parlament

Den Wahlsonntag verfolgten viele Grüne im Regierungsgebäude. Bei Bekanntgabe der Ergebnisse im Regierungsrat wurde sogleich eine Flasche Champagner geköpft, bei der Ankunft von Regierungsratskandidatin Korintha Bärtsch brach Jubel aus. Weniger zu jubeln hatte die Evangelische Volkspartei. Auch sie liebäugelte mit einem Sitz im Kantonsrat – die Chancen dafür standen im Wahlkreis Luzern-Land am besten. Drei Prozent Wähleranteil hätte es gebraucht, erreicht hat die Kleinpartei 1,5 Prozent.

Trotzdem ist die EVP zufrieden mit ihrem Resultat, wie Tobias Reinmann, Präsident der EVP Luzern, sagt. 2015 erreichte sie noch 0,5 Prozent Wähleranteil. Gründe für diese Zunahme ortet Reinmann in der verstärkten Mobilisierung. 23 Kandidaten traten im Wahlkreis Luzern-Land für die EVP an. Insgesamt waren es gar 33. «Durch die Aktivierung unserer Kandidaten und deren Umfeld konnten wir unseren Bekanntheitsgrad steigern», sagt Reinmann. Viele hätten erst im Hinblick auf diese Wahlen überhaupt von der EVP erfahren.

«Wir bekamen viele Rückmeldungen, dass wir doch eine ganz wählbare Partei wären.»

Weniger zufrieden ist man jedoch mit der Listenverbindung. Um mehr Stimmen zu erhalten, schloss sich die Kleinpartei unter anderem mit der BDP zusammen. «Davon hatten wir uns mehr erhofft», sagt EVP-Präsident Tobias Reinmann. «Wir werden uns wohl für die nächsten Wahlen mit einer anderen Partei zusammenschliessen.»

Die BDP, die 2015 im Wahlkreis Luzern-Land noch 1,24 Prozent Wähleranteil verbuchen konnte, schaffte es dieses Jahr noch auf gut 0,5 Prozent. Eine herbe Enttäuschung, wie Parteipräsident Denis Kläfiger zugibt. «Wir wollten eigentlich zulegen, nun müssen wir einen Rückgang hinnehmen. Das ist nicht schön», sagt er. Was die Ursachen für den Rückgang sind, weiss Kläfiger nicht. «Wir hatten an Standaktionen gute Gespräche, aber die Leute hätten uns auch noch wählen müssen.» In den vergangenen Jahren habe man mit einer progressiven Politik versucht, das konservative Image, das die Partei auch zehn Jahre nach der Abspaltung der SVP noch verfolge, abzuschütteln. Kläfiger sagt:

«Wir müssen wohl über die Bücher und in Zukunft versuchen, unsere Kommunikation zu verbessern, Botschaften knackiger zu verfassen und so auf unsere Themen aufmerksam zu machen.»

Ein Ziel sei nun, die Partei auf kommunaler Ebene zu verankern, um «von unten nach oben» zu wachsen.

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