JUNGE SVP: Musterbrief gegen «Masseneinbürgerungen»

«Unsere Heimat ist bedroht», ist sich die Junge SVP des Kantons Luzern sicher. Und stellt kurzerhand einen Musterbrief online, mit dem «Massenein­bürgerungen» gestoppt werden sollen.

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Anian Liebrand, Präsident der Jungen SVP des Kantons Luzern. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Anian Liebrand, Präsident der Jungen SVP des Kantons Luzern. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

«Sie sind aufgefordert zu handeln, wenn sich kulturfremde, nicht integrierte Ausländer unseren Pass ungerechtfertigt erschleichen wollen», schreibt Anian Liebrand in einer Medienmitteilung. Denn: «Die allgegenwärtige, stetig zunehmende Überfremdung gefährdet die Schweizer Identität in den Grundmauern. Jahr für Jahr strömen Tausende von Fremdvölkern in unser Land.»

Ablehnungsgesuche à gogo
Doch der Präsident der SVP des Kantons Luzern, hat eine Lösung zur Hand: «Wir Bürger haben das Recht, Ablehnungsgesuche zu machen, wenn wir nicht einverstanden sind. Von diesem Recht müssen wir viel mehr Gebrauch machen.» Aus diesem Grund hat Liebrand einen Musterbrief auf seiner Homepage aufgeschaltet, der vor stereotypen Aussagen nur so strotzt. So lautet etwa ein (Anklage-)Punkt: «Der gesuchsstellende _______________ (Name) ist mir aus dem persönlichen Umgang bestens vertraut. (...) Er fiel durch sein unanständiges, unflätiges sowie gewaltbereites und -verherrlichendes Verhalten auf. Er lieferte sich mehrere Prügeleien. Besonders in der Gruppe zeigt er grosses Aggressionspotenzial. Im Ausgang fällt er wiederholt durch Pöbeleien auf.»

Schärli reagiert befremdet
Justizdirektorin Yvonne Schärli ist alles andere als erfreut über Liebrands Tun. «Es befremdet mich vom Inhalt und vom Stil her», sagte sie am Dienstag im «Regionaljournal Zentralschweiz» von Radio DRS. Man bekomme den Eindruck, die zuständigen Stellen in den Gemeinden machten ihre Arbeit nicht, so Schärli. Ob die Antirassismusnorm durch die Streuung solcher Briefe verletzt wird, ist noch nicht klar.

scd/lm

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