Junglenker: Fahrlehrer schlagen Alarm

Viele Junglenker mit provisorischem Führerschein haben keine Ahnung von den Verkehrsregeln. 90 Prozent der Teilnehmer von Weiterbildungskursen weisen Mängel in der Fahrzeugbedienung auf, bei 50 Prozent gibt es Löcher im theoretischen Wissen.

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Wenn es beim theoretischen Wissen hapert, interpretieren Junglenker die Verkehrsschilder auf ihre eigene Weise. (Bild: Karikatur Jals)

Wenn es beim theoretischen Wissen hapert, interpretieren Junglenker die Verkehrsschilder auf ihre eigene Weise. (Bild: Karikatur Jals)

Die Mängel haben 17 von 20 Schweizer Weiterbildungszentren in einer Umfrage des Schweizer Fahrlehrerverbands angegeben. Seit sechs Jahren gibt es den definitiven Führerausweis erst, wenn die Junglenker in einem dieser Zentren zwei obligatorische Weiterbildungskurse absolviert haben – das ist die sogenannte Zweiphasenausbildung.

Josef Blersch, Chef des Schwyzer Verkehrsamtes, bestätigte letzte Woche gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» den schlechten Ausbildungsstand. «Ein Teil der Neulenker, die zum Kurs kommen, ist schlicht nicht in der Lage, das Auto ordentlich zu lenken.»

Robert Eberhard, Präsident des Verbands Fahrschulen Zentralschweiz führt das mangelhafte theoretische Wissen auf die fehlenden Basistheoriekurse zurück. Diese hätten vor einigen Jahren obligatorisch durchgeführt werden sollen. Dann wurde die Zweiphasenausbildung eingeführt, «und die obligatorischen Theorielektionen waren politisch kein Thema mehr», so Eberhard. Und: «Die Theorielokale liegen brach.» Bei den Junglenkern fehle es deshalb oft an einem Grundverständnis für die geltenden Vorschriften und Signalisationen.

Eberhard fordert deshalb die Politik auf, die Fahrausbildung besser mitzutragen und neben der Verkehrskunde auch obligatorische Basistheorielektionen einzuführen. Bei der Theorie ist nur der Verkehrskundeunterricht obligatorisch, in dem Gefahrenlehre oder Fahrphysik auf dem Stundenplan stehen. Einen Schritt in die richtige Richtung könnte ein neues Ausbildungsreglement sein, das dieses Jahr umgesetzt wird.

Alexander von Däniken / Neue LZ

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 16. Januar 2012 oder im E-Paper.