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Jungluchs aus dem Kanton Luzern behauptet sich in freier Wildbahn

Nach der Auswilderung im vergangenen Juni hat sich der Jungluchs im Eigental gut eingelebt. In freier Wildbahn bewegt er sich mittlerweile auf einer Fläche von 50 Quadratkilometer und ist fähig, Beute zu reissen.
Der ausgewilderte Luchs drei Monate nach seiner Auswilderung am Pilatus im Raum Escholzmatt-Marbach. Er versteckt seine Beute jeweils, damit er mehrere Tage davon fressen kann. Gut zu sehen ist das Senderhalsband. (Bild: PD)

Der ausgewilderte Luchs drei Monate nach seiner Auswilderung am Pilatus im Raum Escholzmatt-Marbach. Er versteckt seine Beute jeweils, damit er mehrere Tage davon fressen kann. Gut zu sehen ist das Senderhalsband. (Bild: PD)

(jb) Der verwaiste Jungluchs wurde im Herbst 2018 in einem Keller in Malters entdeckt. Die Wildhut hatte ihn zur Betreuung in den Tierpark Goldau gebracht. Im vergangenen Juni konnte das Jungtier schliesslich im Eigental ausgewildert werden. Das damals angebrachte Senderhalsband macht es möglich, sein Verhalten in freier Wildbahn zu Verfolgen, wie es in einer Mitteilung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) heisst.

Nach drei Monaten könne die Auswilderung als erfolgreich bezeichnet werden. Das war nicht von Beginn an klar. Wenige Tage nach der Auswilderung beschränkte sich der Bewegungsradius der Luchskuder — Fachwissenschaftlich für männlicher Luchs — auf weniger als einen Quadratkilometer. Zögerlich erweiterte er sein Streifgebiet innerhalb des ersten Monats auf wenige Quadratkilometer.

Gerissen hat er in den ersten beiden Wochen nichts

Ob der Luchs es auch ohne mütterliche Schulung schaffen wird, Nahrung zu suchen, war die grösste Sorge der Wildhüter. Laut Lawa verschaffte er sich seine erste Beute schliesslich nach zwei Wochen. Einen halben Kilometer vom Aussetzungsort habe er Ende Juni einen Rehbock gerissen. In den darauffolgenden Wochen kam ein Fuchs und ein Lamm dazu.

Um zu verhindern, das der Luchs weiterhin Nutztiere reisst, wurde der Schafskadaver «elektrifiziert», also mit einem Elektro-Draht-Zaun versehen. Luchse fressen laut Lawa mehrere Tage von einer Beute. Mit dem Elektro-Zaun erfährt er das Lamm nun als unattraktiv. Bisher war es das einzige Nutztier, das der Luchs gerissen hat.

Der Luchs hat sein Aktionsgebiet deutlich erweitert

Das Senderhalsband liefert weiterhin Informationen dazu, wo der Luchs sich aufhält. Die Positionsdaten würden zeigen, dass er seinen Aktionsraum ab Mitte Juli deutlich ausweitete. Mittlerweile bewege er sich auf einem Raum von 50 Quadratkilometern. Die Wildhut überprüfe regelmässig die Positionsmeldungen, um mögliche Rissstandorte zu identifizieren. Mit Hilfe eines Spürhundes konnte so ermittelt werden, dass der Luchs unterdessen auch Rehkitze, Gämskitze, mehrere Füchse und eine im Wald streunende Katze zu seiner Beute zählt.

Die Bedeutung des ausgewilderten Individuums

Der verwaist gefundene, aufgezogene und wieder ausgewilderte Luchs zeigt laut Lawa eine Besonderheit: Das Tier trägt in seinem Erbgut genetische Spuren aus der Jurapopulation. Ein Eltern- oder Grosselterntier stammte demnach aus dem Jura. Der Luchs bringt den ersten genetischen Nachweis, dass einer seiner Vorfahren aus der Jura- in die Alpenpopulation eingewandert ist. Dieser Befund verleihe dem Widerauswilderungsprojekt wildtierbiologisch eine besondere Wichtigkeit.

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