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Jungparteien als strategischer Faktor: So spürbar war deren Einfluss in Luzern

Nicht überall werden sie gleich Ernst genommen. Aber bei einigen
Wahlresultaten haben die Jungparteien kräftig mitgeholfen.
Sasa Rasic

Jungparteien. Das Tummelfeld und Experimentierlabor, wo sich junge Polit-Talente die ersten Sporen abverdienen. Oder offensiv-plakative Anliegen lanciert werden, die jedoch wenig kompromisswürdig sind und damit in der Regel unrealisiert bleiben.

Grüne Jungparteien profitierten bei den Wahlen von der Klimadebatte, wie etwa hier in Form von Protesten. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 6. April 2019)

Grüne Jungparteien profitierten bei den Wahlen von der Klimadebatte, wie etwa hier in Form von Protesten. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 6. April 2019)

Von so manchen werden sie dabei jedoch als nichts mehr als das angesehen. Der Blick in die genauen Resultate der Luzerner Wahlen vom Sonntag eröffnet einem aber die eine oder andere Überraschung.

Grünliberale und Grüne deutlich vor anderen

Isoliert man den Anteil der Stimmen für Jungparteien-Listen an den gesamten Listen-Stimmen, zeigt sich je nach Partei ein spürbarer Einfluss auf das Abschlussresultat. So hat die Liste der Jungen GLP stolze 11,79 Prozent zum Gesamtergebnis der Mutterpartei beigetragen (siehe Grafik). Nicht ganz so hoch, aber doch immer noch beträchtlich ist der Anteil bei den Grünen: 8,24 Prozent.

Die beiden Grünen Parteien lassen das Feld der restlichen Parteien dabei weit hinter sich. Auf dem dritten Platz folgt die CVP. Ihre beiden Jungparteien-Listen haben rund 4,21 Prozent am Gesamtresultat ausgemacht. Tiefer sind die Anteile bei der SP (3,26 Prozent), FDP (2,21 Prozent) und SVP (2,04 Prozent).

Jungparteien als strategischer Faktor

«Wir freuen uns sehr über dieses Resultat. Wir konnten bereits zum zweiten Mal ein super Ergebnis als Jungpartei einfahren, in diesem Jahr das erste mal als eigene Partei. Dies zeigt auch, dass sich das Engagement lohnt und man wahrgenommen wird», sagt David Limacher, Vorstandsmitglied der Jungen GLP. Bei den letzten nationalen Parlamentswahlen 2015 hat sie ein noch besseres Resutalt erreicht: Damals machten die Stimmen der Jungpartei 13,88 Prozent der GLP-Parteistimmen aus.

Die Klima-Debatte, die bei vielen Jungen als eines der wichtigsten Themen angesehen wird, habe aber bei der Mobilisierung sicher auch geholfen. Limacher: «Als progressive und offene Partei sprechen wir vor allem auch die Anliegen der Jungen an. Die Stimmbeteiligung bei den jungen ist leider immer noch gering, zeigt jedoch das Potential unserer Partei.» Als kleine Partei habe bei der GLP zudem die Jungpartei einen besonderen Stellenwert. Man sei im Vergleich zu anderen weniger von der Mutterpartei abgekapselt. Limacher: «Man schätzt die Ideen, aber auch die Einwände der Jungpartei und wird voll eingespannt.»

Auch bei den anderen Parteien beginne man die Jungparteien als strategischen Faktor zu sehen. Das zeige sich etwa bei der CVP, die dieses Jahr beispielsweise mit zwei Jungparteien-Listen angetreten ist, sagt Limacher.

Höchste Werte in Willisau und Entlebuch

Speziell ins Auge fällt bei den aktuellen Wahlresultaten ebenfalls, dass auf die Luzerner Wahlkreise heruntergebrochen, teilweise noch höhere Werte verzeichnet werden.

Und dies nicht einmal in der Stadt Luzern, wie anzunehmen wäre. So haben im Wahlkreis Willisau die Stimmen der Jungparteien-Listen 16,94 Prozent des Gesamtresultates ausgemacht. Im Wahlkreis Entlebuch sind es 14,17 Prozent. Im Entlebuch wurde die GLP hier sogar überholt. Die Stimmen der Jungen Grünen machten dort 15,04 Prozent des Schlussergebnisses aus.

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