Jungvögel an ihrem Fundort belassen

Viele Jungvögel verlassen ihr Nest sehr früh, oft schon bevor sie richtig fliegen können. Sie werden aber auch ausserhalb des Nestes von ihren Eltern gefüttert und umsorgt. Deshalb empfiehlt die Schweizerische Vogelwarte Sempach, Jungvögel dort zu lassen, wo sie sind.

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Ein Krähenpaar hat sich einen 50 Meter hohen Baukran mitten in der Stadt Zug als Standort für den Bau seines Nestes ausgesucht. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Ein Krähenpaar hat sich einen 50 Meter hohen Baukran mitten in der Stadt Zug als Standort für den Bau seines Nestes ausgesucht. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Über 1000 Vögel von 85 Arten wurden letztes Jahr in der Vogelpflegestation der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach eingeliefert. Diese gut gemeinte Hilfe sei aber in den meisten Fällen gar nicht nötig, teilte die Schweizerische Vogelwarte am Donnerstag mit. Vielmehr würde sie oft dazu führen, dass gesunde Jungvögel von ihren Eltern getrennt würden. Denn ein Jungvogel sei meist nur scheinbar verlassen und hilflos.

So rät die Vogelwarte, Jungvögel an ihrem Fundort zu lassen. Einschreiten soll man nur, wenn sich ein Vogel in unmittelbarer Gefahr befindet. Sitze beispielsweise eine junge Amsel auf der Strasse, so hebe man diese auf und trage sei ins nächste Gebüsch - auch mit blossen Händen. Ist der Jungvogel verletzt oder wird er von den Eltern über eine Stunde nicht mehr versorgt, soll man ihn am besten in die nächstgelegene Pflegestation bringen.

sda