SP/Juso fordert freien Seezugang im Schönbühl und bei der Seeburg

Alle Uferzonen in der Stadt Luzern sollen gemäss einem Vorstoss der SP-/Juso-Fraktion frei zugänglich werden – und es gibt noch eine Forderung.

Roman Hodel
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Ziel der Jungsozialisten ist eine vollständige Erschliessung des städtischen Seeufers für die Öffentlichkeit.

Ziel der Jungsozialisten ist eine vollständige Erschliessung des städtischen Seeufers für die Öffentlichkeit.

Bild: Eveline Beerkircher

Promenieren am See. Auf Luzerner Stadtgebiet geht das bestens. Über Kilometer zieht sich das Wegnetz rund um das Seebecken. Grob gesagt gibt es nur drei kurze Teilstücke, die nicht dem Ufer entlangführen: Eines im Matthof-Quartier und zwei im Gebiet Seeburg/Salzfass. Und um genau diese geht es der SP/Juso-Fraktion im Grossen Stadtrat. In einem Postulat fordert sie den Stadtrat laut einer Mitteilung vom Dienstag dazu auf, der Bevölkerung einen freien Seezugang auf dem ganzen Stadtgebiet zu ermöglichen und – wo nicht vorhanden – attraktive Wege zu erstellen. Weiter solle der Stadtrat die Uferbereiche ökologisch aufwerten und mit den Nachbargemeinden nach Möglichkeiten suchen, das Wegnetz über die Gemeindegrenzen hinweg weiterzuführen.

Dass die Stadt Luzern bereits heute über reichlich Uferpromenaden verfügt, während in Meggen und Horw grosse Teile des Seezugangs privat sind, lässt Fraktionschef Simon Roth nur bedingt gelten, er sagt: «Gerade weil die Stadt schon so viele Uferpromenaden hat, wäre es an der Zeit, das Netz zu vervollständigen.» Als Vorbild dient der SP/Juso-Fraktion der 1978 eröffnete Luzerner Quai rund um die Hausermatte, der die Lücke zwischen dem viel begangenen General-Guisan- und dem ebenfalls viel begangenen Carl-Spitteler-Quai schloss. Ursprünglich wollte die Stadt die Hausermatte kaufen unter anderem zur Realisierung des Quais, doch deren Eigentümer – die Hotelierfamilie Hauser – hatte andere Pläne. Um doch noch zum Quai zu kommen, bereitete die Stadt die Aufschüttung rund um die Hausermatte vor. 1976 sagte das Stimmvolk deutlich Ja dazu. Die Hausermatte-Eigentümer wehrten sich bis vor Bundesgericht gegen diese Aufschüttung – vergeblich. Denkt Roth erneut an Aufschüttungenm oder gar an Enteignungen? Er sagt es so:

«Die Stadt soll probieren, mit den Besitzern der Privatgrundstücke Lösungen zu suchen.»

Die SP/Juso argumentiert in ihrem Postulat mit dem Raumplanungsgesetz. Es sieht vor, dass «See- und Flussufer freigehalten und öffentlicher Zugang und Begehung erleichtert werden sollen». Auch der Verein Rives Publiques will freie Zugänge zu Schweizer Gewässern und Seeufern und kämpft in verschiedenen Kantonen für die Durchsetzung des Artikels 664 des Zivilgesetzbuches – aktuelles und prominentes Beispiel ist eine Uferzone in Kempraten am Zürichsee. Dort baut Roger Federer gerade eine Villa und will keinen Seeuferweg vor der Nase haben. Davon hat Roth zwar auch gelesen, «doch es gibt keinen unmittelbaren Auslöser für unseren Vorstoss.»

200 Meter langer Steg beim Tribschenhorn?

Zur Schliessung der Uferweg-Lücken gehört für ihn auch die Erstellung eines rund 200 Meter langen Steges zwischen dem Segelboothafen Tribschenhorn und dem Bootshaus Richard-Wagner-Museum. «Zwar kann man diesen Teil des Ufers heute über den Tribschenhornweg umgehen, doch dieser ist relativ steil und für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nur schwer oder gar nicht passierbar», sagt er. Die FDP hatte sich bereits 2009 in einer Interpellation nach einem Steg dort erkundigt. In seiner Antwort schrieb der Stadtrat damals, dass dies technisch zwar möglich sei, doch «im Rahmen der momentanen Finanzlage» sei die Realisierung nicht vordringlich. Die Kosten schätzte er auf rund eine halbe Million Franken. Roth sagt:

«Seither ist in dieser Angelegenheit nichts mehr passiert – das wollen wir ändern, zumal die Stadt das linke Seeufer ohnehin attraktiveren will.»
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