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JUSTIZ: Eigene Stiftung abgezockt: Rechtsanwalt verurteilt

Ein 73-jähriger Rechtsanwalt ist vom Luzerner Kriminalgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er eine gemeinnützige Stiftung, bei der er selber Stiftungsrat war, um gut 57'000 Franken betrogen hatte. Er reichte gefälschte Hilfsgesuche für Bedürftige ein.

Der Mann machte sich laut dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil unter anderem mehrfach des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Urkundenfälschung schuldig. Er wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 9000 Franken (300 Tagessätze zu je 30 Franken) verurteilt. Zudem muss er der Stiftung das Geld zurückzahlen und Gerichtskosten tragen.

Das Urteil ist rechtskräftig. Der Rentner hatte laut Staatsanwaltschaft nach hartnäckigem Leugnen die Taten schliesslich zugegeben. Die Polizei fand heraus, dass er die Bettelbriefe auf seinem eigenen Laptop verfasst hatte.

Der damalige Stiftungsrat bat "seine" Stiftung mit Sitz in Zürich zwischen Frühling 2011 und Frühling 2013 insgesamt 14 Mal um finanzielle Hilfe. Er reichte die Gesuche im Namen einer fingierten Beratungsstelle für Behinderte ein. 13 Gesuche wurden bewilligt. Gut 57'000 Franken flossen auf ein neues Konto, das vom Verurteilten kontrolliert wurde.

Beim letzten Gesuch tauchten Ungereimtheiten auf. Der Stiftungsratspräsident merkte schliesslich, dass die Beratungsstelle an der entsprechenden Adresse nicht existierte und die aufgeführten Leistungsempfänger unbekannt waren.

Das Kriminalgericht schloss sich der Staatsanwaltschaft an, wonach das Verschulden des Mannes schwer wiege. Er habe sich aus Geldmangel entschlossen, die Stiftung, für die er mehrere Jahre tätig war, zu schädigen, und dies notabene als Rechtsanwalt. Noch verwerflicher sei, dass es sich um Gelder gehandelt habe, die für bedürftige Menschen bestimmt gewesen wären. Schliesslich habe der Mann nicht spontan, sondern geplant und vorsätzlich gehandelt und auch kein schlechtes Gewissen gezeigt. (sda)

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