JUSTIZ: Fall Malters: Anklage kommt erst im neuen Jahr

Der Staatsanwalt stellt im Fall Malters Anklagen auf Mitte Januar in Aussicht. Doch ob diese auch erhoben wird, ist noch nicht definitiv. Der Kommandant der Luzerner Polizei und der Kripochef sind mit dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung konfrontiert.

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Der Polizeieinsatz in Malters gibt weiterhin zu reden. (Bild: Pius Amrein (Malters, 9. März 2016))

Der Polizeieinsatz in Malters gibt weiterhin zu reden. (Bild: Pius Amrein (Malters, 9. März 2016))

Der mit dem Fall Malters betraute Aargauer Staatsanwalt Christoph Rüedi hat seine Untersuchungen abgeschlossen. Dies bestätigt er auf Anfrage unserer Zeitung. Die Parteien haben jedoch noch die Möglichkeit, Einsicht in die Akten zu nehmen und die Abnahme weiterer Beweise zu beantragen.

Deshalb kann das Verfahren voraussichtlich erst im ersten Quartal des neuen Jahres abgeschlossen werden. «Nach heutigem Stand der Dinge möchte ich das Vorverfahren bis Mitte Januar abschliessen», führt Rüedi aus.

Damit steht fest: Erstens wird die anschliessende Anklageerhebung ebenfalls erst im neuen Jahr erfolgen. Zweitens wird der allfällige Prozess wohl erst in der zweiten Jahreshälfte stattfinden.

Ob es zur Anklage kommen wird, steht nicht definitiv fest

Verbindlich mag sich Staatsanwalt Rüedi zum heutigen Zeitpunkt nicht zur Art des Abschlusses des Verfahrens äussern: «Bevor dieses nicht abgeschlossen ist, kann ich mich nicht definitiv dazu äussern, dass Anklage erhoben wird», sagt Rüedi mit Rücksicht auf die Möglichkeit, dass ergänzende Beweise abgenommen werden müssen. An der Tatsache, dass er gegen den Kommandanten und den Kripochef der Luzerner Polizei wegen fahrlässiger Tötung eine Anklage in Aussicht gestellt hat, habe sich jedoch nichts geändert. Diesen Fakt hatten die Anwälte von Adi Achermann und Daniel Bussmann am 21. November publik gemacht.

Gericht soll im Grundsatz Klarheit schaffen

Sie brachten damals zweierlei zum Ausdruck: Zum einen sei es «angesichts der Schwere der Vorwürfe sinnvoll, dass ein Gericht über die Sache entscheiden wird». Zum andern gehe es «ganz grundsätzlich um die Frage, was die Polizei angesichts sich ständig verändernder Bedrohungslagen überhaupt noch tun darf».

Zur Erinnerung: Anfang März dieses Jahres leiteten Achermann und Bussmann einen Einsatz in Malters, der mit dem Suizid einer 65-jährigen Frau endete. Sie hatte sich gegen eine angedrohte Hausdurchsuchung gewehrt, worauf die Polizeikader nach stundenlangen Verhandlungen den Zugriff anordneten. Nach Ansicht der Anwälte liegt die Hauptschuld für den Ausgang des Einsatzes beim Sohn der Frau und nicht bei der Polizei.

(bbr)