JUSTIZ: Freispruch für Kranmonteur in Kriens

Das Bezirksgericht Kriens hat einen 30-jährigen Kranmonteur vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Es sei nicht auf ein pflichtwidriges Verhalten des Beschuldigten zurückzuführen, dass 2012 bei der Demontage eines Kranes ein Arbeiter tödlich verunfallt sei.

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Ein Arbeiter wurde in Kriens bei der Demontage eines Krans getötet. (Symbolbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Ein Arbeiter wurde in Kriens bei der Demontage eines Krans getötet. (Symbolbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Der Beschuldigte arbeitete als Kranmonteur für eine Spezialfirma. Diese baute im Auftrag einer Bauunternehmung in Kriens einen Kran ab. Die Bauunternehmung stellte dem Monteur den Kranführer des Krans als Beihilfe zur Verfügung. Der Kranführer beging bei der Demontage einen Fehler und wurde von Kranteilen erschlagen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Beschuldigten fahrlässige Tötung vor. Er hätte den Unfall mit höchster Wahrscheinlichkeit verhindern können, wenn er seinen Mitarbeiter, der kein Kranmonteur gewesen sei, sorgfältiger instruiert und überwacht hätte.

Das Bezirksgericht sah im Verhalten des Beschuldigten aber keine Sorgfaltspflichtverletzung und folglich kein strafbares Verhalten. Der Kranmonteur habe keinen Einfluss darauf gehabt, wer ihm als Hilfe zugeteilt werde. Der Kranführer sei von seinem Arbeitgeber für die Krandemontage ausgewählt worden.

Es gebe auch keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Unfall wegen einer falschen Instruktion oder einer ungenügenden Überwachung der Hilfskraft passiert sei. Der Verunfallte sei kein Lehrling gewesen, sondern ein erfahrener Arbeiter und habe schon mehrfach bei Krandemontagen geholfen.

Das Bezirksgericht hat das begründete Urteil am Mittwoch veröffentlicht. Es ist noch nicht rechtskräftig. Es wurde Berufung an das Kantonsgericht angemeldet. (sda)