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JUSTIZ: «Geldesel» erhält vom Luzerner Kriminalgericht bedingte Geldstrafe aufgebrummt

Vom Opfer zum Täter geworden ist ein Mann, den das Luzerner Kriminalgericht zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt hat. Der Schweizer war auf einen Vorschussbetrüger hereingefallen und machte sich in der Folge selber der mehrfachen Geldwäscherei und Urkundenfälschung schuldig.
Eingangstafel am Kriminalgericht Luzern. (Bild: Lena Berger (25. August 2017, Luzern))

Eingangstafel am Kriminalgericht Luzern. (Bild: Lena Berger (25. August 2017, Luzern))

Zwischen Februar und Juli 2016 war der 53-jährige Schweizer als sogenannter Geldesel tätig, wie es die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage schildert. Dafür hat ihn der Einzelrichter nun zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 210 Franken oder insgesamt 10'500 Franken bedingt verdonnert, wie aus dem Urteil vom Dienstag hervorgeht.

Das Urteil liegt erst im Dispositiv vor und ist somit noch nicht rechtskräftig. Es zeigt aber, dass das Strafmass gegenüber dem Antrag der Staatsanwaltschaft gehörig erhöht wurde. Diese hatte 35 Tagessätze zu je 110 Franken, also insgesamt 3850 Franken bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren und 950 Franken Busse gefordert.

Der im Kanton Zug wohnhafte Angeklagte war auf der Suche nach einem Kreditgeber 2015 im Internet auf eine ihm unbekannte Person aus Frankreich gestossen. Mit ihr schloss er einen schriftlichen Kreditvertrag über 250'000 Euro ab und leistete in der Folge zwischen 40'000 und 50'000 Franken Gebühren, um an die Kreditsumme zu kommen. Weil ihn schliesslich Zweifel überkamen, leistete er ab Anfangs 2016 keine Vorauszahlungen mehr.

Der vermeintliche Kreditgeber bot ihm sodann an, er könne Geld, das ihm andere Kunden schicken würden, an ihn weiterleiten. Der Mann erhielt in der Folge 33 Überweisungen in der Höhe von fast 36'000 Franken von diverse Drittpersonen, die er nicht kannte, aus unterschiedlichen Ländern per Überweisung oder Western Union. Ebenfalls per Western Union sandte der Angeklagte das Geld dann weiter an den Kreditgeber.

Weil das Geld laut der Staatsanwaltschaft von verbrecherischer Herkunft war und der Schweizer auf den Empfangsbelegen wahrheitswidrige Angaben zum Geld machte, musste er sich vor Gericht verantworten. Es sei zudem in keiner Weise ersichtlich gewesen, inwiefern die Überweisungen die Auszahlung der Kreditsumme hätten auslösen oder die Vorauszahlungspflicht hätte tilgen sollen. (sda)

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