JUSTIZ: Keine Anklage gegen Luzerner Busfahrer

Gegen einen Luzerner Buschauffeur wird nach einem tödlichen Unfall im 2011 das Verfahren eingestellt und keine Anklage erhoben. Das Luzerner Kantonsgericht hat diesen Entscheid der Staatsanwaltschaft gestützt.

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Der Unfall ereignete sich mit einem Bus der Linie 12. (Bild: Archiv Manuela Jans / Neue LZ)

Der Unfall ereignete sich mit einem Bus der Linie 12. (Bild: Archiv Manuela Jans / Neue LZ)

Der Entscheid des Kantonsgerichtes ist noch nicht rechtskräftig. Die Witwe des Opfers, die eine Verurteilung des Chauffeurs wegen fahrlässiger Tötung verlangt hatte, kann noch ans Bundesgericht gelangen.

Der tödliche Unfall hatte sich im Juni 2011 im Feierabendverkehr beim Pilatusplatz ereignet. Der Fussgänger überquerte die dreispurige Obergrundstrasse, allerdings nicht auf einem Fussgängerstreifen. Gleichzeitig näherte sich ein Bus der Linie 12 der dortigen Haltestelle. Der Chauffeur bemerkte zwar den von links kommenden Fussgänger und bremste ab, konnte die Kollision aber nicht verhindern.

Die Staatsanwaltschaft eröffnete gegen den Busfahrer ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung, stellte das Verfahren aber wieder ein. Die Witwe erhob Einsprache und verlangte eine Verurteilung des Chauffeurs. Das Kantonsgericht stützte nun aber die Einstellung des Verfahrens, wie es am Dienstag mitteilte.

Dem Chauffeur könne keine mangelnde Aufmerksamkeit vorgeworfen werden, schreibt das Kantonsgericht. Eine Verurteilung des Beschuldigten in einem gerichtlichen Verfahren wegen fahrlässiger Tötung wäre somit unwahrscheinlich.

Das Gericht betont, dass ein Fahrzeuglenker seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf die zu erwartenden Gefahren richten müsse, und nur sekundär auf ungewöhnliche, abwegige und krass verkehrsregelwidrige Verhaltensweisen anderer Verkehrsteilnehmer.

Der Chauffeur habe beim Ansteuern der Bushaltestelle sein Augenmerk nach vorne und rechts auf die anderen Autos und die wartenden Passagiere richten müssen. Es könne von ihm nicht erwartet werden, dass er seine Aufmerksamkeit ständig auf sämtliche nur denkbare Gefahren lenke, heisst es im Urteil.

Das Gericht weist zudem darauf hin, dass der Chauffeur auch der linken Busseite, von wo sich der Fussgänger näherte, eine gewisse Aufmerksamkeit geschenkt habe. Dies habe dann zu dem Bremsmanöver geführt.

(sda)