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JUSTIZ: Luzerner Gericht schickt Suva-Betrüger ins Gefängnis

Wegen Betrugs und Urkundenfälschung ist ein 44-jähriger Mann vom Luzerner Kriminalgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er soll unter anderem von der Suva-Zentralschweiz Leistungen ertrogen haben, indem er mutmasslich einen Unfall in Pakistan erfand.
Der Eingang des Kriminalgerichtes in Luzern. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Der Eingang des Kriminalgerichtes in Luzern. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Laut Anklage meldete der Mann der Suva-Zentralschweiz im Jahr 2010, er sei in Lahore als Beifahrer in einen schweren Motorradunfall verwickelt gewesen. Sein Cousin, der am Steuer sass, sei dabei verstorben. Die Versicherung übernahm den Schadenfall und bezahlte in der Folge 47'372 Franken Taggelder und Heilkosten in der Höhe von 28'006 Franken.

Abklärungen in Pakistan ergaben aber, dass vom Angeklagten eingereichte Belegsdokumente - darunter ein Arztzeugnis - gefälscht waren und auch für den angeblich verstorbenen Cousin weder ein Polizeibericht noch ein Totenschein ausfindig gemacht werden konnte, wie es im begründeten Urteil heisst, das am Mittwoch publiziert wurde. Die Richter verurteilten den Mann dafür des Betrugs und der Urkundenfälschung.

Der Angeklagte hatte zudem von Mai 2013 bis September 2014 von den Sozialen Diensten Luzern wirtschaftliche Sozialhilfe in der Höhe von 34'751 Franken erhalten. Er war zu 100 Prozent arbeitsunfähig geschrieben. Da die Behörden Zweifel an seinen Aussagen hegten, setzten sie einen Sozialinspektor auf ihn an. Dieser fand heraus, dass der Mann in der gleichen Zeit in der Stadt Luzern und Umgebung als Taxichauffeur tätig war. Der Sozialinspektor habe sich selber von ihm chauffieren lassen. Auch Auswertung der Fahrtenschreiber-Einlageblätter wiesen auf die Fahrten hin.

Sechs Monate unbedingt

"Ich hatte Druck, ich musste Schulden abbezahlen und hatte keine andere Wahl. Hätte ich es deklariert, wie kann ich dann die Schulden bezahlen? Ich hätte dann kein weiteres Geld bekommen, wenn ich es angegeben hätte", sagte der Beschuldigte. Zudem verschwieg er den Behörden die Existenz eines Bankkontos.

Der Beschuldigte hatte in der Vergangenheit schon mehrfach Sozialhilfe bezogen. Er wurde zudem des gewerbsmässigen Betrugs für schuldig befunden und erhielt eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten, unter Anrechnung von einem Tag Polizeihaft. Von der ausgefällten Freiheitsstrafe sind sechs Monate unbedingt zu vollziehen; für die restlichen 14 Monate wird dem Beschuldigten bei einer Probezeit von drei Jahren der bedingte Vollzug gewährt. Die Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda)

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