JUSTIZ: Luzerner Gericht verurteilt Drogenhändler zu vier Jahren

Das Kriminalgericht Luzern hat einen Drogenhändler, der während acht Monaten Heroin im Wert von 260'000 Franken an Dealer lieferte, zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Mit der eher milden Strafe soll das positive Verhalten des Beschuldigten im Strafverfahrens belohnt werden.

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Die feinsäuberlich verpackten Drogen. (Bild: Luzerner Polizei)

Die feinsäuberlich verpackten Drogen. (Bild: Luzerner Polizei)

Das Kriminalgericht sprach im abgekürzten Verfahren den 36-Jährigen der mehrfachen und schweren Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes schuldig. Das Urteil ist rechtskräftig, der Beschuldigte hatte den Strafantrag des Staatsanwaltes akzeptiert.

Der arbeitslose und verschuldete Mann war in seiner Heimat Albanien für den Drogenhandel in der Schweiz angeworben worden. Er reiste im Mai 2015 ein und wohnte in einem Vorot. Ab Juli 2015 lieferte er bis zur Festnahme im März 2016 rund 8,7 Kilogramm Heroin im Wert von 260'000 Franken an Dealer. Dafür überwiesen ihm die Hintermänner einen Monatslohn von 2000 Franken nach Albanien und zahlten ihm Geld für den Lebensunterhalt in der Schweiz aus.

Der Beschuldigte erhielt von einer unbekannten Person regelmässig Heroinblöcke von je 500 Gramm und lagerte diese in einem Bunker in einem Wald. Bei Bedarf holte er das Heroin zu sich nach Hause und streckte es wie ihm befohlen. Dann übergab er den Stoff den ihm bezeichneten Dealer. Normalerweise floss kein Geld, die Abrechnung des Handels lag in den Händen der Hintermänner.

Die Polizei stellte in der Wohnung und im Bunker im Wald insgesamt über 2,4 Kilogramm Heroin sicher. Zusammen mit der verkauften Menge entspricht dies über elf Kilogramm oder drei Kilogramm reines Heroin.

Der Beschuldigte war im Untersuchungsverfahren anständig und korrekt und zeigte sich "äusserst kooperativ" und "sehr geständig". Dass trotz der beträchtlichen Menge Heroin keine höhere Strafe gefordert werde, liege an dem für einen Beschuldigten aussergewöhnlichen Verhalten und an der tiefen Hierarchiestufe, schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift. (sda)