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JUSTIZ: Messerangriff auf Tochter: Vater zu bedingter Freiheitsstrafe verurteilt

Weil er ihre Beziehung nicht billigte, hat ein 55-jähriger Vater seine Tochter mit einem Messer verletzt und sowohl sie wie auch ihren Freund mit dem Tod bedroht. Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte ihn dafür zu zwei Jahren Gefängnis bedingt bei vier Jahren Probezeit.
Der Eingang zum Luzerner Kriminalgericht. (Symbolbild Pius Amrein (6. November 2014))

Der Eingang zum Luzerner Kriminalgericht. (Symbolbild Pius Amrein (6. November 2014))

Mitunter scheinen die vor Gericht verhandelten Straffälle der Dramaturgie einer billigen Vorabendserie zu folgen. Dabei bedienen sie dann so manches gängiges Klischee. So auch jener Fall, der vor kurzem im abgekürzten Verfahren behandelt wurde: Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte einen Mann zu zwei Jahren Gefängnis bedingt bei vier Jahren Probezeit. Ausserdem muss er fast 33 000 Franken an die Verfahrenskosten bezahlen.

Der 55-Jährige ist kosovarischer Abstammung, lebt in einer Luzerner Agglomerationsgemeinde und war 2014, zum Zeitpunkt der Tat, ohne Arbeit. Kurz zuvor hatte er von der Liebesbeziehung seiner damals 19-jährigen Tochter zu einem Mann serbischer Abstammung erfahren. Das Gericht spricht mit Blick auf das Familienoberhaupt von «patriarchaler Dominanz» und von «antiquierter Ehrvorstellung».

Mehrfach forderte der Mann seine volljährige Tochter auf, die Beziehung zu beenden, und drohte unverhohlen, die Beziehung kaputtzumachen, ja beiden «den Kopf abzuschneiden». Gegenüber dem Freund seiner Tochter unterstrich er seine Entschlossenheit: Er passte ihn auf dessen Arbeitsweg ab, hielt ihm ein Sackmesser an den Hals und forderte auch ihn auf, die Liaison zu lösen.

Die Mutter verhindert womöglich das Schlimmste

Das Liebespaar ignorierte den väterlichen Befehl. Und so kam es zum finalen Streit: Dabei fügte der Vater seiner Tochter mit einem Messer zwei Schnittwunden im Halsbereich zu; eine davon musste später mit sechs Stichen genäht werden. Die Mutter zog ihren Ehemann von der Tochter weg – und verhinderte so möglicherweise das Schlimmste.

Die Anklage wertet die Wunden zwar als nicht lebensgefährlich; doch sie liegen in unmittelbarer Nähe lebensnotwendiger Gefäss- und Nervenstrukturen. Sprich: Die Attacke hätte auch tödlich enden können. Damit hat sich der Mann laut Urteil der versuchten schweren Körperverletzung schuldig gemacht. Das Verhalten gegenüber dem Freund wiederum stuft der Einzelrichter als versuchte Nötigung ein.

Auch wenn der Kosovo-Schweizer bei guter Führung auf freiem Fuss bleiben wird – Gefängnisluft hat er trotzdem geschnuppert: Nach der Festnahme 2014 wurde er für 89 Tage in Untersuchungshaft gesetzt. (cpm)

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