Justiz
Todesfahrer vom Ibach: Luzerner Kantonsgericht bestätigt Schuldspruch, verkürzt aber die Freiheitsstrafe

Der Mann, der 2017 seinen BMW absichtlich in eine Gruppe von drei Polen steuerte und einen Mann dabei tötete, muss acht Jahre ins Gefängnis. Die Vorinstanz hatte ihn zu neun Jahren verurteilt.

Roseline Troxler
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Die Todesfahrt ereignete sich in der Nacht auf den 6. August 2017 im Gebiet Ibach.

Die Todesfahrt ereignete sich in der Nacht auf den 6. August 2017 im Gebiet Ibach.

Archivbild: Philipp Schmidli

Zur Todesfahrt war es in der Nacht auf den 6. August 2017 gekommen. Ein heute 27-jähriger Mann aus der Region war in der Nähe des Strassenstrichs im Gebiet Ibach in eine Gruppe von drei Polen gefahren. Einer der Männer wurde dabei tödlich verletzt, ein zweiter schwer. Dem Unfall war ein Streit beim Strassenstrich vorausgegangen.

«Kollision gewollt oder bewusst in Kauf genommen»

Nun liegt das begründete Urteil des Luzerner Kantonsgerichts vor. Das Gericht bestätigte den Schuldspruch der ersten Instanz, reduzierte die Freiheitsstrafe aber von neun auf acht Jahre, wie es in einer Mitteilung des Kantonsgerichts heisst. Das Kriminalgericht hatte den Beschuldigten im Februar 2020 der eventualvorsätzlichen Tötung und der mehrfachen versuchten eventualvorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen. Auch für das Kantonsgericht steht fest, «dass der Beschuldigte aufgrund seiner Fahrweise und der unkontrollierbaren Umstände die Kollision mit allen drei Personen gewollt oder bewusst in Kauf genommen hat».

Er habe das Fahrzeug wissentlich und mit grosser Geschwindigkeit von hinten auf die Personengruppe zugesteuert. «Die Grösse des Risikos eines Todeseintritts aller drei Personen war dem Beschuldigten somit bewusst und wurde von ihm in Kauf genommen.»

Das Kantonsgericht reduzierte die Freiheitsstrafe auf acht Jahre. Die versuchte eventualvorsätzliche Tötung des zweiten Mitglieds der Gruppe habe aufgrund der konkreten Umstände zu einer Straferhöhung um ein Jahr und sechs Monaten geführt. Das vorinstanzliche Kriminalgericht hatte hingegen eine Straferhöhung von zwei Jahren und sechs Monaten ausgesprochen.

Unfallfahrer hatte für bedingte Freihheitsstrafe plädiert

Der Unfallfahrer hatte vor dem Kantonsgericht auf fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung plädiert und eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit einer Probezeit von 2 Jahren gefordert.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.