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Kältewelle zaubert Eisdecke über erste Zentralschweizer Seen

Die eisigen Temperaturen der letzten Tage haben nicht nur Teiche und Weiher gefrieren lassen, sondern etwa auch den Lauerzer- sowie Sihlsee. Die Schlittschuhe braucht aber niemand hervorzukramen. Denn freigegeben ist nichts – und bald schon soll das Wetter umschlagen.
Raphael Zemp
Der zugefrorene Teufenweiher in Neuenkirch. (Bild: Urs Gutfleisch, Neuenkirch, 23. Januar 2019)

Der zugefrorene Teufenweiher in Neuenkirch. (Bild: Urs Gutfleisch, Neuenkirch, 23. Januar 2019)

Der Winter hat es ja doch noch auf dem Kasten: Auf den Wiesen und Dächern liegt Schnee, seit Tagen verharren die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dieses winterliche Wetter hat nicht nur die Menschen Mützen ins Gesicht ziehen, sondern auch etliche Gewässer gefrieren lassen.

Etwa den auf 1064 Metern über Meer gelegenen Schwarzsee in den Freiburger Voralpen. Auf diesem kann man bereits seit Mittwoch die Schlittschuhkufen stumpf kurven. Eisdecken spannen sich aber auch in den Zentralschweizer Seen, vor allem im Kanton Schwyz. Dort ist nicht nur der Lauerzer-, sondern auch der Sihlsee gefroren.

«Unter keinen Umständen betreten»

Freigegeben aber ist weder das eine noch das andere Gewässer. Die Eisdecke sei viel zu dünn und zudem nicht durchgehend, sagen die Behörden der Gemeinde Lauerz auf Anfrage, der Lauerzersee dürfe deshalb «unter keinen Umständen betreten werden». Gleiches gilt auch für den Sihlsee. Die Einsiedler Gemeindeverwaltung stellt klar: Selbst wenn die Eisdecke dick genug wäre, sei das Betreten strikte verboten - es handle sich schliesslich um einen Stausee.

Betreten strikt verboten gilt auch für Gewässer im Kanton Luzern. Etwa für den Soppensee, auf dem Gemeindegebiet von Buttisholz. Ob sich auf diesem Eis gebildet hat und wie dick es ist, wissen die zuständigen Gemeindebehörden nicht - und es ist auch unerheblich. Denn der Soppensee ist ein privates Naturschutzgebiet und bleibt deshalb selbst bei genügend dicker Eisdecke für die Öffentlichkeit gesperrt.

Nicht so beim Steinibühlweiher ob Sempach: Dieser ist in der Vergangenheit schon mehrfach komplett zugefroren und für die Bevölkerung freigegeben worden. Und auch nach der jüngsten Kälteperiode hat sich eine Eisdecke gebildet:

(Bild: Daniel Aegerter, Sempach, 20. Januar 2019)

(Bild: Daniel Aegerter, Sempach, 20. Januar 2019)

Diese ist laut Werkhofmitarbeiter Beat Leu allerdings «viel zu dünn, als dass sie betreten werden könnte».

Schlechte Wetterprognosen für Natureisfans

Und so bald wird sich das auch nicht ändern – wenn man denn der Prognose von Daniel Gerstgrasser von Meteo Schweiz trauen darf. Der Meteorologe sieht nämlich schlechte Eis-Bedingungen im Anzug: «Für die nächsten Tage erwarten wir eine gewisse Erwärmung, sowie Niederschläge.» Beides sei für bestehende Eisdecken nicht gut. Eine Trendwende liesse sich auch bei den langfristigen Prognosen nicht erkennen.

Gemäss Gerstgrasser dürften deshalb weder das bestehende Seeeis anwachsen, noch weitere Gewässer gefrieren. Denn bis grössere, vor allem tiefere Seen gefrieren, braucht es sehr viele Tage mit Temperaturen unter Null – «und davon sei man im Moment noch weit entfernt», so Gerstgrasser.

Es braucht noch viel, bis Sempachersee gefriert

Bis etwa der Sempachersee gefriert, braucht es gemäss Meteo Schweiz eine Kältesumme von rund 230. Das heisst: Sämtliche Tagesmitteltemperaturen unter null zusammengezählt ergeben ebendiese 230 oder mehr. Ist es beispielsweise während dreier Tagen im Schnitt -3 Grad kalt , dann ergibt das eine Kältesumme von 9. Bis dato beträgt die Kältesumme des Sempachersees allerdings bloss 68.

Wer also mit Freunden ein Eishockey-Match austragen oder seine Pirouetten-Technik verfeinern will, sollte lieber ein Eisfeld in der Halle buchen, als weiter auf eine eisige Machtdemonstration der Natur zu hoffen.

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