KALTBACH: Das Vergnügen vor der Arbeit

Hoher Besuch in der Käsehöhle: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und die Mitglieder der Wirtschaftskommission des Ständerats waren gestern zu Gast.

Florian Weingartner
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Liessen sich das Kaltbach-Fondue schmecken: Ständerat Konrad Graber, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Regierungsrat Robert Küng (von links). (Bild Boris Bürgisser)

Liessen sich das Kaltbach-Fondue schmecken: Ständerat Konrad Graber, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Regierungsrat Robert Küng (von links). (Bild Boris Bürgisser)

Obwohl sie keineswegs Vegetarierin sei, esse sie viel lieber Käse und Joghurt als Fleisch. BDP-Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf sagte es und ging wieder ans Buffet, um sich aus dem Fondue-Caquelon zu bedienen. FDP-Regierungsrat Robert Küng zeigte sich zuvorkommend, indem er der Bundesrätin gleich zwei Pfeffermühlen reichte, eine mit schwarzem und eine mit weissem Pfeffer. CVP-Ständerat Konrad Graber vergewisserte sich derweil, dass es auch seinen anderen Gästen an nichts fehlte. Der Präsident der Kommission für Wirtschaft und Abgaben hatte seine Kollegen für zwei Sitzungstage in den Heimatkanton eingeladen. Ein solcher Besuch wird traditionell im letzten Quartal der zweijährigen Amtszeit des Kommissionspräsidenten gemacht. Bevor die Bundespolitiker jedoch mit der Arbeit begannen, besichtigten sie die Kaltbachhöhle der Emmi AG, deren Verwaltungsrat Graber ebenfalls präsidiert.

Überdurchschnittlicher Käsekonsum

In einer Führung wurde den Gästen aus Bundesbern die Anlage gezeigt. «Ich habe heute morgen viel gelernt», sagte Widmer-Schlumpf. Etwa, dass der Käse höchstens ein Jahr lang in der Kaltbachhöhle gelagert wird oder dass Mozzarella die meistgegessene Käsesorte der Schweiz ist. Der zwei Kilometer lange Stollen und die schiere Menge der Zigtausenden darin gelagerten Käselaibe beeindruckten die Bündnerin, die für sich in Anspruch nahm, mit ihrem Käsekonsum «weit» über dem schweizerischen Durchschnitt von 21 Kilogramm pro Jahr zu liegen. Am liebsten esse sie Emmentaler und frischen Alpkäse.

Widmer-Schlumpf war erst am Sonntagabend aus Washington zurückgekommen und war mit dem Zug von Bern nach Sursee gereist, von wo aus es mit dem Reisecar weiter nach Kaltbach, dem Ortsteil der Gemeinde Mauensee, ging. Sie hatte am Nachmittag, als auf Pilatus Kulm mit der eigentlichen Kommissionsarbeit begonnen wurde, gleich mehrere Geschäfte aus dem Finanz- und Steuerbereich zu vertreten. Am Abend reiste sie weiter nach Luxemburg.

Emmi und Pilatus. Der Krienser Konrad Graber hat sie nicht nur wegen seiner persönlichen Beziehung zu ihnen als Schwerpunkte des Besuchs ausgewählt, wie er sagt. «Die Emmi ist einerseits ein international tätiges Unternehmen, ist aber auch lokal sehr stark verankert, insbesondere in der im Kanton Luzern wichtigen Landwirtschaft. Und die Pilatus-Bahnen sind ein Musterbeispiel für innovativen Tourismus», so Graber. In der Kommission beschäftigten sie sich immer wieder mit diesen Bereichen. Wobei er jeweils klar deklariere, wenn er als Verwaltungsratspräsident der Emmi etwas zu diesem Bereich sage.

Gestern Nachmittag ging es gemütlich mit der Bahn von Alpnachstad rauf auf den Berg. Graber aber will noch in diesem Jahr in unter zwei Stunden denselben Weg zu Fuss zurücklegen. «Von Alpnach auf Pilatus Kulm zu joggen, das ist mein alljährlicher Fitnesstest.» Heuer steht dieser Test allerdings noch aus.

Ein regierungsrätliches «Danke»

Präsentieren durfte sich gestern in Kaltbach nicht nur die Emmi mit CEO Urs Riederer, der diese Gelegenheit als «besondere Ehre und Gewinn für Luzern und das Unternehmen» bezeichnete, sondern ebenso Regierungsrat Robert Küng. Er habe den Kanton Luzern mitsamt seinen Stärken und Schwächen vorgestellt, so Küng. «Und natürlich bedankte ich mich für den Beschluss der Vorlage zur Finanzierung und Aufbau der Bahninfrastruktur.» Diese enthält auch die Projektierungsarbeiten für den Tiefbahnhof Luzern.

Heute morgen widmen sich die Ständeräte nochmals den traktandierten Geschäften, bevor sie am Mittag wieder aus Luzern abreisen werden.