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Kampf dem Abfallberg in der Emmer Badi mit Lautsprecher-Durchsagen

In diversen Badis in der Stadt und Region Luzern bleibt an schönen Tagen immer mehr Abfall liegen – das zeigt eine Umfrage. Im Emmer Mooshüsli reagiert man darauf nun an Spitzentagen.
Gina Bachmann
Der Eingang zur Emmer Mooshüsli-Badi. (Bild: LZ)

Der Eingang zur Emmer Mooshüsli-Badi. (Bild: LZ)

Ein «Ärgernis» sei es, sagt José Santana, der Pächter des Restaurants im Emmer Mooshüsli Freibad. Nach einem heissen Sonntag müssten am Montag drei Putzkräfte die Wiese vom Müll der Badigäste reinigen. Zigaretten, Plastikverpackungen und Getränkedosen würden einfach dem Putzpersonal überlassen. «Und das obwohl alle 3 Meter ein Abfalleimer steht», sagt Santana.

Das gleiche Bild in der Badi Zimmeregg in Reussbühl: Während sich das Littering im Familienbereich in Grenzen halte, sei es dort, wo sich die Teenager und jungen Pärchen niederliessen, «gewaltig», so Philip Heller, Badmeister in der Zimmeregg.

Laut den beiden Badis hat das Problem mit dem Littering in den letzten Jahren zugenommen. Im Mooshüsli sei das laut Badmeister Flavio Hählen vor allem an die steigenden Besucherzahlen gekoppelt. Auch in der Zimmeregg scheint es laut Badmeister Heller einen solchen Zusammenhang zu geben. Heller sieht das Problem aber auch in einer zunehmenden Achtlosigkeit gewisser Badi-Gäste. Heller sagt:

«Vieles ist eine Erziehungs- und Charakterfrage.»

Doch scheint es beim vermehrten Littering in den Badis eine Art Stadt-Agglomeration-Graben zu geben. In den anderen grösseren Badis in Luzern, dem Strandbad Tribschen, dem Lido und der Rotsee-Badi liegt das Abfallausmass im Rahmen, wie eine kleine Umfrage unter den Luzerner Freibädern ergibt.

In der Rotsee-Badi beobachtet der Koch Filipe da Silva sogar, dass die Gäste ihren Abfall vermehrt trennen. Aus eigenem Antrieb haben die Verantwortlichen neben den Abfalleimern Holzkisten für Glas und Pet-Flaschen aufgestellt. Rotsee-Badmeister Patrick Widmer sagt, er sähe sich selbst auch in der Verantwortung, die Gäste auf eine korrekte Müllentsorgung aufmerksam zu machen.

Die Ausnahme unter den städtischen Bädern stellt das Seebad Luzern dar. Auch hier bleiben als Folge von ausufernden Picknicks und Trinkgelagen oft grosse Mengen an Abfall zurück. Für den Betriebsleiter Bruno Milesi besonders unverständlich ist, dass vieles auch in den Kabinen und auf der Liegefläche achtlos zurückgelassen oder gar zwischen die Holzlatten gestopft werde. Pro Tag fällt laut Milesi ein Container mit Picknick-Abfall an, für dessen Entsorgung das Seebad aufkommen muss. Im eigenen Gastronomiebetrieb hat das Bad deshalb grösstenteils auf Mehrweggeschirr umgestellt. Abends ist das Seebad ein regulärer Gastrobetrieb und der Zutritt je nach Wetter ab 19 Uhr gratis. Milesi sagt:

«Dann wollen wir keine Picknick-Gäste.»

Bei einer Flasche Wasser, Früchten oder Chips werde jedoch meist ein Auge zugedrückt. Auf dem privaten Stadtportal «Ronorp» kommentierten jedoch kürzlich zwei Personen, sie seien bereits deutlich bevor man das Bad gratis betreten kann, auf ein Picknick-Verbot aufmerksam gemacht worden. Milesi sagt, es komme vor, dass Leute mit Pizzaschachteln, Kühlboxen voller Bierdosen oder McDonald’s-Tüten an der Kasse auch am Tag darauf hingewiesen würden, dass dies nicht erwünscht sei.

Im Mooshüsli tritt man der Verschmutzung an Spitzentagen derweil mit Lautsprecher-Durchsagen entgegen. «Die Gäste werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Plätze so zu verlassen sind, wie sie sie angetroffen haben, also sauber», sagt Flavio Hählen, Badmeister im Mooshüsli. Die Durchsagen haben sich laut Hählen bewährt. Grösstenteils hielten sich die Gäste daran. Auch in der Zimmeregg will man solche Lautsprecher-Durchsagen bei der nächsten Hitzewelle prüfen. Ansonsten versuche man in der Zimmeregg, das Gespräch mit den Gästen zu suchen, um sie auf das Problem aufmerksam zu machen, sagt Badmeister Heller.

Am See und an der Reuss: Bis zu drei Tonnen Abfall täglich

Auch ausserhalb der Luzerner Freibäder stellt Littering schon seit längerem ein Problem dar. Die meisten Problempunkte liegen Laut Florian Aschbacher, dem Leiter Betrieb und Strassenunterhalt der Stadt Luzern, sammelten die Reinigungskräfte nach Spitzentagen aus den Abfalleimern und vom Boden bis zu drei Tonnen Müll ein – alleine in der Ufschötti. Auch am Reusszopf und beim Inseli werde an schönen Sommerabenden viel gepicknickt und getrunken, so dass auch an diese Orten allmorgendlich die Reinigungskräfte ausrücken müssten. Aschbacher stellt in den letzten drei Jahren eine Stagnation, wenn nicht eine leichte Zunahme des Problems fest. «Das Leben nach Feierabend findet vermehrt draussen statt», erklärt er sich das Phänomen. Ausserdem seien viele Lebensmittel aufwendig in Plastik verpackt. (gb.)

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