KAMPFSPORT: «Thailand half beim Abnehmen»

Sonja Schnü­riger ist Europameisterin im Thaiboxen. Am Freitagabend steigt die 29-jährige Krienserin in den Ring.

Interview Natalie Ehrenzweig
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Sonja Schnüriger im Thai-Kickbox-Center in Horw, wo sie Geschäftsführerin ist. (Bild Dominik Wunderli)

Sonja Schnüriger im Thai-Kickbox-Center in Horw, wo sie Geschäftsführerin ist. (Bild Dominik Wunderli)

Am Freitagabend findet die zweite Casino-Fight-Night des Thai-Kickbox-Centers Luzern statt. Wie kam es dazu?

Sonja Schnüriger*: Wir wollten schon länger wieder einen grösseren Event organisieren. Ausserdem haben wir einen Veranstaltungsort mit Ambiente gesucht. Das Casino war an einer Zusammenarbeit interessiert. Die Verantwortlichen fanden, das passe ins Casino, das sei wie in Las Vegas.

Der erste Event dort war also ein Erfolg?

Schnüriger: Ja, nicht nur die Zuschauer waren zufrieden, auch das Casino war begeistert. Jetzt planen wir, zweimal im Jahr eine Fight-Night im Casino zu organisieren.

Auffallend ist, dass die Eintrittspreise gegenüber dem ersten Mal gestiegen sind. Wieso?

Schnüriger: Wir haben die Bestuhlung etwas geändert und die Preise besser gestaffelt. So kostet jetzt die zweite Reihe weniger als die erste.

Sie kämpfen auch heute Abend. Wie haben Sie sich auf den Muay-Thai-Kampf gegen Cindy Silvestre vorbereitet?

Schnüriger: Ich habe wenige Informationen, ich weiss nur, dass sie aus Frankreich stammt und international eine erfahrene Kämpferin ist. Zur Vorbereitung weilte ich kürzlich dreieinhalb Wochen in Thailand.

Finden Sie dort die besseren Trainingsbedingungen vor?

Schnüriger: Es ist nicht unbedingt besser, aber halt anders. Wir trainierten dort intensiv Clinch-Techniken, was in den Kämpfen meine Spezialität ist. Ausserdem ist es in der Hitze sehr anstrengend, das verhalf mir auch dazu, etwas abzunehmen. Das war nötig, denn ich kämpfe diesmal in der Gewichtsklasse bis 60 kg.

Ist das ein Vorteil?

Schnüriger: Ja, denn dadurch nehme ich bis zum Einwiegen am Tag vor dem Kampf ab, um danach vor dem Kampf noch zu essen und zu trinken. Wer nicht abnimmt vor dem Kampf, der hat eher Nachteile, weil er dann nach dem Wiegen auch nicht zunehmen wird und somit auf einen schwereren Gegner trifft.

* Sonja Schnüriger bestreitet seit 2010 Wettkämpfe. Ihre Bilanz: 7 Siege (2 K. o.), 1 Niederlage. – Titel: ISKA Schweizer Meisterin Thaiboxen 2012/13. Internationale Deutsche Vizemeisterin 2012. Internationale Deutsche Newcomerin 2011. Internationale Deutsche Newcomerin 2010.

So wird heute Abend gekämpft

Muay Thai

Wird auch Thaiboxen genannt und entstand aus den normalen Kampfkünsten: Wenn die Waffe versagte oder verloren ging, benutzte der Krieger Beine, Fäuste und Ellbogen zum Kämpfen. Erlaubt sind: Tritttechniken mit dem Schienbein, dem Fuss und der Ferse, Fausttechniken, Clinchen, Festhalten des Beins mit Folgetechnik, Schläge an den Kopf und Knie- und Ellbogentechniken. Verboten sind: Kopfstösse, Schläge, wenn der Gegner am Boden liegt oder kniet, Schläge und Tritte an den Hinterkopf, Schläge an das Knie oder in den Unterleib.

K1

K1 kombiniert Techniken aus Kampfsportarten wie Boxen, Karate, Muay Thai, Taekwondo oder Kickboxen. Im Gegensatz zum Muay Thai dürfen im K1 keine Ellbogen zum Einsatz kommen. Ausserdem muss man nach einer Aktion den Clinch wieder loslassen. Sonst sind diese Sportarten sehr ähnlich.

MMA

Mixed Martial Arts ist eine Vollkontaktsportart, die durch die Vergleichskämpfe der UFC (Ultimate Fighting Championship) in den 1990er-Jahren bekannt wurde. Die Kämpfer dürfen Schlag- und Tritttechniken aus dem Boxen, dem Kickboxen, Muay Thai und Karate, aber auch Bodenkampftechniken wie Ringen, Brazilian Jiu Jitsu, Judo oder Sambo kombinieren. Auch im Bodenkampf darf geschlagen werden – allerdings gelten in Amateurkämpfen hier viel strengere Regeln als in Profikämpfen.

Casino-Fight-Night in Luzern. Heute: Ab 20.30 mit 10 Kämpfen; ab 23.30 Hauptkampf mit Markus Adlun. Infos und Paarungen unter: www.knock-out.ch