Kaninchen tun es Pferden gleich

Beim Kanin Hop springen Kaninchen wie Miniaturrösser über Hindernisse. Ein paar Langohren aus Schwyz sollen nun an der EM punkten.

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Kaninchen Sämi auf dem Hindernisparcours, angeleitet von seiner Trainerin Veronika Wermuth aus Goldau. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Kaninchen Sämi auf dem Hindernisparcours, angeleitet von seiner Trainerin Veronika Wermuth aus Goldau. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Das Luga-Zelt 12 ist das Reich des Kleintierzüchterverbands der Waldstätte (KVW). Hier trifft der Besucher auf Nicolai (3), Chico (1) und Sämi (3), drei von sechs Kaninchen, die den Zuschauern täglich ihr Geschick im Kanin Hop demonstrieren. Hierbei springen und hoppeln die Kaninchen über eine Bahn vom Start- zum Zielhindernis. Dazwischen gilt es, mehrere unterschiedlich hohe Hindernisse wie auch einen Wassergraben mit Sprüngen zu überwinden.

Während Nicolai und Sämi ordentlich schnell und behände durch den Parcours hüpfen, bevorzugt Chico das Beschnuppern der Hindernisse. «Ihn trainiere ich erst seit ein paar Wochen», sagt Katharina Wermuth (24), Präsidentin des Clubs Kanin Hop Schweiz. Mit sanftem Anstupsen bringt sie dann auch Chico dazu, gemächlich über ein Hindernis nach dem anderen zu springen.

Schweizer Meister in Luzern

Katharina Wermuth aus Bäch und ihre Zwillingsschwester Veronika (24) aus Goldau züchten seit 15 Jahren Kaninchen. Seit Anfang 2009 bringen sie einigen ihrer langohrigen Freunden das Kanin Hop bei. Dabei dauert es unterschiedlich lange, bis das Kaninchen den Dreh raus hat. «Nicolai trainierte ich rund sechs Monate», so Wermuth. Es gäbe jedoch auch Kaninchen, die das Freizeitspiel bereits nach einem Nachmittag kapiert hätten. Besonders erfolgreich ist Sämi unterwegs. Er sprang in der dritten Schweizer Meisterschaft im Kanin Hop in Fribourg im Januar auf den ersten Platz. Nun will Wermuth unter anderem mit Sämi im kommenden Dezember auch an die zweite Kanin- Hop-Europameisterschaft nach Leipzig fahren. An dieser erwarten Wermuth rund 60 Wettbewerbsteilnehmer. Für die Schweizer Meisterschaft finden sich jeweils rund 20 Kaninchen mit ihren Herrchen in Fribourg ein. Um teilnehmen zu können, muss das Kaninchen bei bester Gesundheit sein und das Herrchen eine Startgebühr von 10 Franken für die Schweizer Meisterschaft beziehungsweise 20 Franken für die Kanin-Hop-EM lockermachen.

Aus Schweden importiert

Kanin Hop wird in Schweden seit über 35 Jahren gepflegt. «Dort ist das eine ernste Sache», so Wermuth. In grossen Turnhallen absolvieren die Kaninchen den Parcours. Dabei seien die Zuschauer mucksmäuschenstill und würden um ihre Wetteinsätze bangen.

Im Luga-Zelt hingegen herrscht unter den Zuschauern eine ausgelassene Stimmung. So beginnt Simon Fässler (5) aus Kriens beim Start zu kichern. Ihm bereitet das Beobachten der Sprünge über den Wassergraben besondere Freude. Doch nicht nur Simon ist begeistert, sondern auch seine Mutter Nicole Raemy (42): «Das ist genial!»

Die Geschwister Wermuth hoffen, dass Kanin Hop auch in der Schweiz noch mehr Kaninchenbesitzer begeistert. Kürzlich haben sie den Kanin-HopSchweiz-Club gegründet. Die rund 20 Mitglieder sind überwiegend Kinder. Um an Wettbewerben teilnehmen zu dürfen, muss der Halter mindestens sieben Jahre alt sein. «Um Mitglied werden zu können, muss man nicht unbedingt ein Kaninchen besitzen, sondern einfach viel Freude an der Arbeit mit Kaninchen haben», so Wermuth und legt Chico zurück in seinen Käfig. Dieser muss sich jetzt ausruhen, denn in zwei Stunden findet das nächste Rennen vor begeistertem Publikum statt.

Basil Böhni

35'000 Besucher am Wochenende

Bereits über 35 000 Besucher sind während der ersten drei Messetage an die Luga auf der Allmend gepilgert. Damit entsprechen die Besucherzahlen ungefähr denjenigen der gleichen Periode des Vorjahres. Über alle Messetage betrachtet, erwarten die Organisatoren rund 115'000 Besucher.

Der gestrige Messetag stand im Zeichen des Tanzes. Verschiedene Tanzgruppen der Musikschule Luzern, von Musical Factory, Tanz Art und Dance Crew führten auf der Eventbühne beschwingte und schweisstreibende Tänze auf. Die nächsten Thementage befassen sich mit der Integration (Mittwoch), der Volksmusik (Freitag) und dem Brauchtum (Sonntag).

Die Luga ist noch bis Sonntag täglich von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet.

bb