Kanonen knallten auf dem Gütsch

Die Bruderschaft der Herrgottskanoniere liessen am Fronleichnamsmorgen ihre Kanonen donnern. Sorgen um den Schlaf der Bevölkerung machen sie sich dabei nicht.

Drucken
Teilen
Kanonen der Bruderschaft der Kanoniere Luzern auf dem Gütsch. (Bild Martin Erdmann/Zisch)

Kanonen der Bruderschaft der Kanoniere Luzern auf dem Gütsch. (Bild Martin Erdmann/Zisch)

Die Mündungen der drei Kanonen richteten sich auf das Luzerner Seebecken. Im Garten des Château Gütsch, hoch über der noch schlafenden Stadt, luden die Kanoniere ihre Geschütze bei starkem Regenfall. Die Ladung, eine Art Platzpatrone, steht in Sachen Lautstärke echter Munition in nichts nach.

Um 7 Uhr 40 in der Frühe wurden die ersten Salutschüsse abgegeben. Auf den anschliessenden Feldgottesdienst folgte ein Frühstück im Hotel Gütsch. Danach wurden die Kanonen ein zweites Mal zum Abschuss geladen und kurz nach 9 Uhr abgefeuert.

Traditionsreicher Schall und Rauch
Schon seit knapp 430 Jahren ehren die Kanoniere das Fronleichnamsfest mit ihren Salutschüssen. Seit der Gründungszeit hat sich an diesem Brauch kaum etwas geändert. Nur die Kanonen mussten vor einiger Zeit ausgewechselt werden, um die Sicherheit des Anlasses zu gewährleisten. Die heutigen Geschütze stammen immerhin aus der Zeit des ersten Weltkriegs.

Durch die Kanonenschüsse fühlen sich einige Luzerner in ihrem Feiertagsschlaf gestört. Kanonier-Kommandant Michael Arnold bestätigt, dass er schon Beschwerden über die lautstarke und vor allem frühmorgentliche Tradition erhalten habe. Doch überzeugt sagt er: «Alles in allem ist die Bevölkerung sehr tolerant und hört die Schüsse sogar gerne.»

Martin Erdmann / Zisch

Video-Impressionen vom Gütsch: