Kanti Willisau: Ramon Marti hat viele Talente und eine besondere Leidenschaft

Ramon Marti (18) sitzt jeden Morgen 30 Minuten am Klavier. Die Musik ist bei ihm allgegenwärtig. In seiner Maturaarbeit hat der Willisauer vier Gotthard-Songs zu einem Medley zusammengeschnitten und für ein Symphonieorchester arrangiert.

Fabienne Mühlemann
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Ramon Marti hat Gotthard-Songs zu einem Medley zusammengeschnitten. (Bild: Dominik Wunderli, 20. Juni 2019)

Ramon Marti hat Gotthard-Songs zu einem Medley zusammengeschnitten. (Bild: Dominik Wunderli, 20. Juni 2019)

Wenn Ramon Marti am Morgen aufsteht, macht er sich als Erstes nicht das Frühstück. Er setzt sich für 30 Minuten ans Klavier. «Ich bin kein Morgenmensch. Klavierspielen hilft mir, um in die Gänge zu kommen.» Auf dem Schulweg setzt er für gewöhnlich die Kopfhörer auf. Und beim Lernen braucht er musikalische Pausen. Die Musik ist beim Absolventen der Kantonsschule Willisau allgegenwärtig. Neben Klavier übt er gelegentlich auch Schlagzeug sowie Gitarre und nimmt Gesangsunterricht.

Für ihn war deshalb klar, dass er seine Maturaarbeit der Musik widmen will. Dazu hat der 18-Jährige vier Gotthard-Songs von Steve Lee zu einem Medley zusammengeschnitten und für ein Symphonieorchester arrangiert. «Das war zu Beginn schwierig, ich habe das noch nie gemacht», so Marti. Ausserdem ist der Willisauer nicht mit allen Instrumenten eines Orchesters vertraut. Das sollte ihn aber nicht daran hindern, sich tief ins Thema einzuarbeiten. «Mein Referent musste mich am Schluss bremsen, weil ich in meiner Arbeit zu stark ins Detail ging», sagt Marti lachend. Mit der Note 5,5 ist er sehr zufrieden.

Audio: Das Stück «Gotthard in Orchestra»

Verarbeitete Songs der Schweizer Band Gotthard: 1. Mountain Mama (Rock); 2. Heaven (Ballade); 3. Eternally (Ballade); 4. Fire & Ice (Rock); 5. Mountain Mama (Rock)

Dieser Fleiss und die Wissbegierde zeichnen ihn aus. «In mein Schwerpunktfach Musik habe ich mehr investiert, als ich musste. Aber es war ein freiwilliger Aufwand», sagt er. Das Lernen fiel ihm allgemein leicht, insbesondere, weil er eine Art fotografisches Gedächtnis besitze. Neben Musiknoten versteht er auch etwas von Zahlen. Als Viertklässler gewann er den Wettbewerb «Känguru der Mathematik» in seiner Stufe. «Ich mochte Mathe, doch ich konnte keine Leidenschaft dafür entwickeln. Mir fehlte die Kreativität», begründete er den Entscheid zugunsten der Musik.

Sportmoderator ist das Ziel

Überraschenderweise will der 18-Jährige seine berufliche Laufbahn nicht in diese Richtung lenken. Er befürchtet, dass er die Freude an der Musik verlieren könnte, wenn er sich zu intensiv damit beschäftigen würde. Marti hat einen anderen Plan. «Mein Traum ist es, Sportmoderator zu werden.» Erfahrungen im Medienbereich hat er schon gesammelt: Beim 150-Jahre-Jubiläum des Turnvereins Willisau hat er den Wettkampf «Löwenspektakel» an der Seite von Radio-Pilatus-Moderator Fabian Kreienbühl moderiert. Und in der Willisauer Handballriege – bei der er ebenfalls Mitglied ist – engagiert er sich als Speaker. Er will daher zwei Praktika im Journalismus absolvieren.

Musik, Mathematik, Sport und Moderation – damit ist die Liste seiner Talente noch nicht komplett. «Lange Zeit wollte ich Schauspieler werden», sagt Marti, der schon in diversen Musicals und Theatern mitwirkte. Doch wie kann man all die Hobbys und die Schule vereinen? «Ich mache einfach das, was mir Freude bereitet.» Dass ihm das Lernen leicht falle, komme dem entgegen. Und Partys brauche er nicht. «Wenn ich die ganze Woche unterwegs bin, will ich am Wochenende Zeit für mich haben oder etwas mit meiner Freundin unternehmen.»