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KANTON: Bauamt-Experten haben die Qual der Wahl

Gleich mehrere Gemeinden suchen derzeit neue Leiter für ihre Bauabteilungen. Die Suche gestaltet sich schwierig – auch weil bei vielen Verwaltungen ein Systemwechsel ansteht.
Blick auf Reiden im Kanton Luzern. (Bild: Jakob Ineichen (Reiden, 3. Januar 2016))

Blick auf Reiden im Kanton Luzern. (Bild: Jakob Ineichen (Reiden, 3. Januar 2016))

Gesucht wird «raumplanerisches Feingefühl» (Sempach), eine «kommunikative Persönlichkeit» mit «Verhandlungsgeschick» (Triengen) oder ein «dienstleistungsorientierter» Mitarbeiter (Buchrain): Wie dem Kantonsblatt kürzlich zu entnehmen war, haben gleich mehrere Gemeinden Leitungspositionen im Baubereich zu besetzen. Und die Rekrutierung geeigneter Fachkräfte scheint nicht einfach zu sein, wie eine Umfrage zeigt.

In Triengen beispielsweise gilt es per Februar die Leitung für die Abteilung Bau und Infrastruktur zu besetzen. «Es ist nicht ganz einfach, geeignete Kandidaten für diese Stelle zu finden», sagt Gemeindeschreiber Guido Obrist auf Anfrage. Der frühere Gemeinderat Josef Fischer, der 28 Jahre lang im Amt war, habe vieles mit seinen Kenntnissen abgedeckt. «Dieses Know-how müssen wir nun zurück in die Verwaltung holen», sagt Obrist. Zugleich hätten die Bautätigkeit und die Vorschriften zugenommen. «Die Aufgabe eines Bereichsleiters Bau ist komplexer geworden.» Daher suche man – etwas überspitzt gesagt – «das gehäuselte Zebra», meint Obrist und lacht. «Wir brauchen eine Person mit Führungsqualitäten, die zugleich auch Baukontrollen abnehmen oder Ortsplanungen begleiten kann.» Von Vorteil seien praktische Erfahrungen aus der Baubranche, fehlen dürfen aber ebenso wenig fundierte Kenntnisse der Gesetzgebung.

Am Montag lief die Bewerbungsfrist ab. Einige Schreiben seien eingetroffen, sagt Obrist, ohne auf die genaue Anzahl einzugehen. Die Bewerbungen würden nun gesichtet. «Danach ziehen wir eine erste Bilanz, überdenken allenfalls nochmals die Ausgangslage und gehen wenn nötig Kompromisse ein.»

Stellenbesetzung erst nach Monaten der Suche

Während Triengen noch auf der Suche ist, wurde Reiden mittlerweile fündig: Hier übernimmt David Jurt am 1. November die Leitung des Bereichs Bau und Infrastruktur. Der diplomierte Holzingenieur, der sich betriebswirtschaftlich weitergebildet hat, bringe die «wesentlichen Kompetenzen» des «breit gefächerten Aufgabenbeschriebs» mit, sagt Gemeindeschreiberin Margrit Bucher. Kompromisse seien aber nötig gewesen. So tritt Jurt, der derzeit in der Privatwirtschaft tätig ist, in Reiden seine erste Stelle in der öffentlichen Verwaltung an.

Ursprünglich wollte man den Posten bereits auf Anfang April besetzen. «Wir waren uns aber bewusst, dass es schwierig würde, die Stelle innerhalb der drei Monate der ordentlichen Kündigungsfrist neu zu besetzen», sagt Margrit Bucher. Hinzu kam: Die Gemeinde suchte explizit nach einem Ingenieur. «Fachkräfte, die im Bau generell rar sind.»

Dass geeignete Bauamtleiter dünn gesät sind, bestätigt Fabian Peter, Gemeindeammann von Inwil sowie Bereichsleiter Bau, Umwelt und Wirtschaft beim Verband der Luzerner Gemeinden (VLG). «Bauamtleiter arbeiten an der Schnittstelle zwischen Recht, Raumplanung und Baupolizei. Dies ist ein spannender, aber auch anspruchsvoller Job. Leute dafür zu finden, ist nicht einfach.»

Verwaltung weniger dynamisch

Zudem sollten die Kandidaten über ausgewiesene Sozialkompetenz verfügen. «Denn in diesem Job hat man es auch mit hartnäckigen Kunden zu tun.» Bei Bauvorhaben wolle der Eigentümer meist das Maximum herausholen, der Nachbar wiederum plädiere auf das Minimum, und zu guter Letzt sei da auch noch der Gemeinderat, der sich schlanke Verfahren wünsche. «Das Spannungsfeld ist gross.» Zudem gelte es zu bedenken: Vor 20, 30 Jahren sei ein illegaler Bau möglicherweise ein Kavaliersdelikt gewesen. «Es gab mehr Platz, niemand störte sich daran. Mit der heutigen Gesetzgebung ist der Spielraum viel kleiner.»

Fabian Peter des VLG wie auch Margrit Bucher, Gemeindeschreiberin von Reiden, erwähnen zudem den Systemwechsel, der in zahlreichen Gemeinden vonstatten geht: «Früher war das Bauwesen in der Hand eines Gemeinderats, mit neuen Führungsmodellen wird die operative Tätigkeit vielerorts in die Verwaltung verschoben», sagt Bucher. Doch nicht für jedermann komme eine Stelle in der öffentlichen Verwaltung in Frage, wo es meist «weniger dynamisch» zu und her gehe als in der Privatwirtschaft.

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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