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KANTON: «Die einzige Anerkennung für Lehrer»

Die Regierung will das Dienstaltersgeschenk für Verwaltungsangestellte streichen. Das kommt vor allem bei den Lehrern schlecht an. Luzern wäre dann eine unrühmliche Ausnahme.
Roseline Troxler

Roseline Troxler

Mit der Ausrichtung eines Dienstaltersgeschenkes wird die Diensttreue eines Mitarbeiters zum Arbeitgeber belohnt. So steht es im Personalhandbuch des Kantons Luzern geschrieben. Weiter heisst es: «Angesichts der erhöhten Mobilität unserer Gesellschaft und der damit verbundenen Fluktuation im Personalbereich rechtfertigt es sich, bereits nach zehn Jahren eine Anerkennung der Diensttreue vorzusehen.» Doch von diesem Grundsatz will die Luzerner Regierung nun abrücken. So sieht sie im aktuellen Sparpaket (Konsolidierungsprogramm 17) eine Abschaffung der Dienstaltersgeschenke vor (Ausgabe vom 17. März).

Heute erhalten Kantonsangestellte nach 10, 20, 30 oder 40 Arbeitsjahren jeweils zehn bezahlte Ferientage. Nur in Ausnahmefällen gibt es eine Geldauszahlung, wie es im kantonalen Personalhandbuch weiter heisst. Ein Dienstaltersgeschenk erhalten auch alle Lehrer, die im Kanton Luzern angestellt sind.

Sparpotenzial von 41 Millionen

Beim Personal sieht der Regierungsrat mit weiteren Massnahmen wie der Erhöhung von einer Lektionenzahl pro Woche oder der Reduktion der Altersentlastung von Lehrern weiteres Sparpotenzial von knapp 41 Millionen Franken für die Jahre 2017 bis 2019.

Der Luzerner Staatspersonalverband, der Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband und auch der Verband der Luzerner Mittelschullehrer (VLM) kritisieren die Sparpläne der Regierung harsch. Die Wertschätzung gegenüber dem beim Kanton angestellten Personal sei im Keller. Beim VLM heisst es, dass der Kanton Luzern durch die Aufhebung des Dienstaltersgeschenks sowie der Arbeitszeiterhöhung «endgültig zu einer nicht mehr konkurrenzfähigen No-go-Adresse» werde. Der Luzerner Staatspersonalverband hat bei Verhandlungen mit dem Kanton als «Minimalforderung» unter anderem angeführt, dass die Dienstaltersgeschenke beibehalten werden sollen. Eine weitere Forderung ist, dass die Erhöhung der Arbeitszeiten nur befristet erfolgt. Streik als letztes Mittel schliesst der Verband nicht aus und hat nun bei den Staatsangestellten eine Umfrage gestartet.

Wird Luzern zum Schlusslicht?

Der VLM publizierte in der jüngsten Ausgabe seines Mitteilungsblatts zudem eine Übersicht über die Dienstaltersgeschenke aller Deutschschweizer Kantone. Diese wird vom Dachverband der Schweizer Lehrerverbände (LCH) erstellt. Jeweils nach zehn Dienstjahren ein Dienstaltersgeschenk kennen in der Zentralschweiz nebst Luzern auch die Kantone Ob- und Nidwalden sowie Schwyz. Anders als Luzern danken die anderen Kantone den Mitarbeitern in Form von Geld für die Treue. In Schwyz gibt es drei bis vier Prozent des Jahreslohns, in Obwalden erhalten die Mitarbeiter 1500 Franken, in Nidwalden sind es 0,25 bis 0,5 Monatsgehälter.

Zuger Lehrer erhalten jeweils nach 25 und 35 Jahren ein zusätzliches Monatsgehalt. In Uri sind es 1,5 bis 2 Monatslöhne. Dieser Betrag wird nach 20-, 30-, 35- und 40-jähriger Anstellung ausgerichtet. Die Übersicht zeigt: Stimmt der Kantonsrat im November der Streichung des Dienstaltersgeschenks zu, ist der Kanton Luzern in der Zentralschweiz klares Schlusslicht.

Tendenz auch in anderen Kantonen

Beat Zemp, Zentralpräsident des LCH, sagt zur geplanten Streichung des Dienstaltersgeschenks: «Der Schaden, den man mit dieser Massnahme anrichtet, ist im Vergleich zu den Einsparungen viel zu gross.» Die Streichung führe dazu, dass Lehrer nicht mehr bereit seien, Zusätzliches zu leisten. «Beim Dienstaltersgeschenk handelt es sich um die einzige Anerkennung für Lehrpersonen, die dem Kanton Luzern und dem Lehrerberuf über Jahrzehnte treu geblieben sind.» Die Tendenz gehe aber in vielen Kantonen hin zur Reduktion des Dienstaltersgeschenks, was der Verband bedaure.

Auch die Kürzung der Altersentlastung findet Beat Zemp problematisch. In Luzern soll ein Lehrer ab 50 Jahren nur noch um eine halbe Lektion entlastet werden. Mit 60 Jahren fällt eine Lektion weg. In den anderen Kantonen sind es eine bis drei Lektionen. Beat Zemp betont: «Ein Lehrer hat mit zunehmendem Alter nicht die Möglichkeit, sich ins ruhigere Büro zurückzuziehen. Er ist sozusagen immer mitten auf der Baustelle.» Daher sei die Altersentlastung bei Instruktionsberufen wichtig.

Generell zählt laut Zemp für die Attraktivität eines Kantons als Arbeitgeber immer ein Gesamtpaket aus Lohn, Lohnentwicklung, Arbeitsbelastung und weiteren Faktoren. «Betreffend Anzahl der Pflichtlektionen befindet sich der Kanton Luzern zurzeit im Mittelfeld», führt Zemp aus.

Kanton: «Immer noch attraktiv»

Roland Haas, Leiter der Dienststelle für Personal, bezeichnet die Anstellungsbedingungen für Kantonsangestellte auch nach einer allfälligen Abschaffung der Dienstaltersgeschenke als «attraktiv und vergleichbar mit der Konkurrenz». Umfragen bei Mitarbeitern hätten ergeben, dass neben dem Lohn auch die übrigen Bedingungen – wie Arbeitsinhalte, Führung und Perspektiven im Beruf – für die Arbeitszufriedenheit entscheidend seien. Das Gesamtpaket, das der Kanton Luzern anbiete, werde als «sehr positiv beurteilt».

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