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KANTON: Die grosse Ernte kann beginnen

Das Wetter in diesem Frühling ist ideal für die heimischen Erdbeeren. So können die ersten Luzerner Beeren bereits in diesen Tagen geerntet werden.
Die Erdbeerernte hat bei der Familie Geissmann in Altwis gestern begonnen: Annelis Geissmann mit ihren Grosskindern Ladina (links) und Anna. (Bild: Nadia Schärli)

Die Erdbeerernte hat bei der Familie Geissmann in Altwis gestern begonnen: Annelis Geissmann mit ihren Grosskindern Ladina (links) und Anna. (Bild: Nadia Schärli)

Roseline Troxler

Die ersten Luzerner Erdbeeren sind reif für die Ernte. Auch bei der Familie Geissmann aus Altwis haben Pflücker und Pflückerinnen gestern Morgen in der Früh die Arbeit aufgenommen. Unter einem Tunnel sind in langen Bahnen Erdbeeren angebaut. Die Blachen schützen vor zu grosser Nässe. Die Pflücker sitzen auf kleinen Wagen und lesen die doch schon beträchtliche Menge reifer Früchte ab. «Heute rechnen wir mit einer Erntemenge von rund 300 Kilo», sagt Adrian Geissmann (39). An Spitzentagen werden es bis zu 1000 Kilo sein. Geissmann führt den Betrieb mit seiner Frau Esther (38) im zehnten Jahr. Adrian Geissmanns Familie setzt seit 40 Jahren auf Beeren. Bei der Ernte arbeiten an Spitzentagen nebst Esther und Adrian Geissmann und seiner Mutter Annelis auch rund 20 Erntehelfer mit.

Nervosität vor dem Start der Ernte

Dieses Jahr ist die Nervosität vor der Ernte bei der Familie besonders gross. Der Landwirt Adrian Geissmann erzählt: «Seit einer Woche spüre ich die Anspannung deutlich. Es ist das erste Jahr, dass wir ganz auf Beeren und Spargeln setzen.» Die Tierhaltung hat die Familie vor einem halben Jahr aufgegeben zu gross war die Belastung. Und Geissmann sagt: «Erdbeeren sind extrem aufwendig. Da braucht es schon viel Leidenschaft.» Begeistert von den Erdbeeren sind auch ihre Kinder Anna (8) und Ladina (6). Sie wissen genau, welche Erdbeeren ihnen am besten schmecken. «Die, bei denen die Punkte rausstehen», sagt Anna.

Pro Jahr erntet die Familie auf 2 Hekt­aren Fläche 30 bis 40 Tonnen Erdbeeren. Adrian Geissmann ist zuversichtlich: «Wenn das Wetter so bleibt, rechne ich mit einer guten Ernte.» Das Seetal eignet sich für den Anbau laut Geissmann besonders. «Das Klima ist zwischen den Seen meist ausgeglichen.» Bodenfrost aber erschwert in den letzten Jahren die Arbeit. «Dann müssen wir über die Kulturen Vlies legen, was sechs Stunden Mehrarbeit pro Tag mit sich bringt.» Diesen Frühling machte auch die Nässe Angst, wie Esther Geissmann betont.

Schneller reif als erwartet

Die Familie hatte erst am Vorabend entschieden, dass die Ernte gestern richtig startet. «Die Wärme hat die Beeren schneller reifen lassen als erwartet», sagt Geissmann. Die frühe Ernte liegt auch daran, dass ein Teil der Anbaufläche unter Tunneln liegt. «Es gibt bei der Ernte eine Staffelung.» Der Vorteil: Die Ablese verteilt sich, und der Verkauf ist einfacher. Tunnel bedeuten aber auch Aufwand. Sie werden jeden Winter neu aufgestellt.

Die Erdbeeren der Familie Geissmann werden an Grossverteiler, einige Quartierläden in Luzern und andere Hofläden geliefert sowie im eigenen Hofladen verkauft. Adrian Geissmann tüftelt bereits an neuen Sorten und Anbaumethoden. «Das Ziel ist es, die Ernte, die heute bis Mitte Juli dauert, bis in den September zu verlängern.» Bereits im Juli werden die Erdbeerpflanzen für das nächste Jahr gesetzt. Neben Erdbeeren hat die Familie auch Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren. Richtig erholen kann sich die Familie erst im Herbst. «Dann machen wir eine Woche Ferien.»

Haupternte ab Ende Mai erwartet

Beat Felder ist beim Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung zuständig für Spezialkulturen. Zur aktuellen Lage sagt er: «Die Vegetation ist gegenüber dem Vorjahr nur noch wenige Tage im Rückstand.» 2014 hat die Ernte zwei Wochen vor dem Durchschnitt gestartet. «Die Haupternte erwarte ich in der letzten Mai- und den ersten zwei Juniwochen.» Er rechnet mit einer guten Ernte: «Im Vorjahr wurden im Kanton 600 Tonnen geerntet. Das war rekordverdächtig und könnte wieder möglich sein.» Grund dafür: «Es gab diesen Frühling genug Niederschlag, und die Temperaturen waren mild. Nun wird es richtig warm. Dies sind günstige Bedingungen für Erdbeeren.»

Im Kanton Luzern werden auf knapp 30 Hektaren Erdbeeren angebaut. Die Fläche geht stets leicht zurück, nicht aber die Erntemenge, wie Beat Felder weiss. «Der Grund liegt im steigenden Anteil an Kulturen, die sich unter Witterungsschutz befinden. Dies hat ge­sicherte Ernten zur Folge.»

250 Gramm Erdbeeren kosten in der Schweiz zirka 2 bis 6 Franken je nach Herkunft, Anbau und Qualität.

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