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KANTON: Die Neuen ziehen eine erste Bilanz

Nationalrat Franz Grüter (52, SVP), Nationalrätin ­Andrea Gmür (51, CVP) sowie Ständerat Damian Müller (31, FDP) erzählen, was sie im Parlament besonders überrascht hat.
FDP-Ständerat Damian Müller. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

FDP-Ständerat Damian Müller. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Franz Grüter «Betrieb ist regulierter»

Welches war Ihr eindrücklichstes Erlebnis?

Franz Grüter: Bei den Bundesratswahlen als Neuling dabei zu sein und mitbestimmen zu können, war für mich einzigartig.

Was hat Sie überrascht?

Grüter: Die Flut von Geschäften. Die Arbeit ist machbar, aber es braucht eine sehr gute Organisation.

Wo bestehen Unterschiede zum Kantonsrat?

Grüter: Im Nationalrat ist der Betrieb viel regulierter, Wortmeldungen müssen im Voraus angemeldet werden. Ich vermisse die Spontanität vom Kantonsrat, wo ich einfach schnell auf den Knopf drücken konnte, um mich zu äussern.

Wer hat Sie in den Parlamentsbetrieb eingeführt?

Grüter: Mein Parteikollege Felix Müri war während der ersten Session eine Art Götti für mich.

In welcher Kommission engagieren Sie sich?

Grüter: Ich bin in der Finanzkommission. Hier wurde ich Präsident der Subkommission 1. Dies geschah auf Wunsch der Fraktionsleitung, die an der Spitze der Subkommission einen Unternehmer wollte. Für mich bedeutet das Präsidium eine gigantische Aufgabe – mit rund zwanzig zusätzlichen Kommissionstagen.

Haben Sie bereits vor dem Parlament gesprochen?

Grüter: Nein, hier halte ich mich an die alte Tradition, dass sich ein neuer Parlamentarier in der ersten Session nicht äussert. Dies, obwohl ich bei einem Geschäft, bei der es um die digitale Identität ging, gerne etwas gesagt hätte.

Sie haben bereits zwei Vorstösse eingereicht, sind weitere geplant?

Grüter: Die zwei Themen Fahrkostenabzug und Arbeitslosenquote waren für mich seit langem wichtige Anliegen. Ich habe nun im Parlament die Gelegenheit gleich genutzt. Mein Ziel ist es aber nicht, nun möglichst viele Vorstösse zu schreiben.

Wie lange dauert ein Ar­beits­tag im Bundeshaus?

Grüter: Die Tage sind lang, weil ich vor und nach der Session noch diverse Anlässe besuche. Manchmal beginnt die erste Veranstaltung um 7 Uhr mit dem Frühstück. Der Tag endet dann oft erst um 10 Uhr abends.

Reisen Sie dann abends noch zurück nach Eich?

Grüter: Nein, weil es oft spät wird, übernachte ich während der Session in Bern.

Welche Bundesräte haben Sie gewählt?

Grüter: Meine Präferenz war natürlich ein Zentralschweizer. Leider hat es für Thomas Aeschi nicht gereicht. Dennoch bin ich auch glücklich mit Guy Parmelin. Er ist auf der Linie unserer Partei, seine Wahl ist für den Erfolg der SVP in der Romandie wichtig. Zu den Wahlen der übrigen Bundesratsmitglieder berufe ich mich auf das Wahlgeheimnis.

Andrea Gmür «Es war ergreifend»

Welches war Ihr eindrücklichstes Erlebnis?

Andrea Gmür: Die Vereidigung. Beim Erheben der Schwurfinger wurde mir die grosse Verantwortung, die ich als eine von 200 Nationalräten trage, so richtig bewusst. Es war ergreifend.

Was hat Sie überrascht?

Gmür: Die Menge Papier, die man kriegt; die enorme Anzahl Mikrofone und Kameras; Vorstösse, die en masse produziert werden; die unendlich vielen Einladungen zu Veranstaltungen vom Frühstück bis zum Abendessen; die überaus zahlreichen Abstimmungsempfehlungen aller möglichen Verbände.

Wo bestehen Unterschiede zum Kantonsrat?

Gmür: Die Abläufe sind ganz anders. Gibt es im Nationalrat Mehr- und Minderheitssprecher, die aus den Kommissionen rapportieren, berichtet im Kantonsrat jeweils der Präsident. Sprechen darf man im Nationalrat nur nach Anmeldung, spontan kann nur eine einzige Frage gestellt werden. Breite, Umfang und Komplexität der Themen sind auf kantonaler Ebene bedeutend geringer.

Wer hat Sie in den Parlamentsbetrieb eingeführt?

Gmür: Alle haben sich sehr kollegial verhalten und ein offenes Ohr für meine vielen Fragen gehabt. Spezielle Bezugspersonen waren Ida Glanzmann und mein Sitznachbar Karl Vogler.

In welcher Kommission engagieren Sie sich?

Gmür: Wissenschaft, Bildung und Kultur. Damit bin ich sehr zufrieden. Ich freue mich auf Themen wie die BFI-Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation.

Haben Sie bereits vor dem Parlament gesprochen?

Gmür: Zuschauen und zuhören schaden nicht, daran habe ich mich gehalten. In der ersten Fraktionssitzung erlaubte ich mir, eine Frage zu stellen, worauf mein Vorgehen prompt von einem Kollegen als frech bezeichnet wurde. In der dritten Fraktionssitzung habe ich mich zu einem Thema geäussert, das war aber nicht so schlimm.

Wie wird Ihr erster Vorstoss aussehen?

Gmür: Der ist noch nicht spruchreif.

Wie lange dauert ein Arbeitstag im Bundeshaus?

Gmür: Ich stehe zwischen 6 und 6.30 Uhr auf, nach Hause komme ich etwa um 22 Uhr. Obwohl man als Neuling politisch noch nicht so involviert ist, war ich teilweise fast erschlagen. Der Lärmpegel im Nationalrat ist permanent hoch.

Reisen Sie dann abends noch zurück nach Luzern?

Gmür: Nein, ich wohne während der Sessionen in Bern. Einmal kam ich nach Hause, weil mein jüngster Sohn 15 wurde.

Welche Bundesräte haben Sie gewählt?

Gmür: Die Bisherigen und Thomas Aeschi.

Damian Müller «Plötzlich Teil davon»

Welches war Ihr eindrücklichstes Erlebnis?

Damian Müller: Der erste Tag war sehr emotional. Am Morgen wurde ich noch vom Kantonsrat verabschiedet, dann folgte die Vereidigung in Bern. Und bei der Vereinigten Bundesversammlung ist man plötzlich Teil von dem, was man sonst nur aus den Medien erfährt.

Was hat Sie überrascht?

Müller: Man hat so viele Termine auf ein Mal zu bewältigen, besonders die Kommissionssitzungen beanspruchen viel Zeit.

Wo bestehen Unterschiede zum Kantonsrat?

Müller: Der Ständerat tickt anders, auch anders als der Nationalrat. Man vertritt nicht die Parteiinteressen, sondern die Interessen des Kantons. Im Ständerat herrscht eine grosse Gesprächskultur.

Wer hat Sie in den Parlamentsbetrieb eingeführt?

Müller: Meine St. Galler Kollegin Karin Keller-Sutter. Sie hat mir alle Abläufe nahegebracht und diese koordiniert. Das geht bis dahin, zu zeigen, wohin ich spezifische Dokumente bringen muss. Auch mein Vorgänger Georges Theiler hat mir geholfen.

In welcher Kommission engagieren Sie sich?

Müller: Ich wurde in die Aussenpolitische Kommission, die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie und die Geschäftsprüfungskommission gewählt. Über diese Zuteilung bin ich sehr glücklich.

Haben Sie bereits vor dem Parlament gesprochen?

Müller: Nein, ich hielt mich an das ungeschriebene Gesetz.

Wie wird Ihr erster Vorstoss aussehen?

Müller: Es liegen viele spannende Dossiers vor. Ich möchte nicht planlos einen Vorstoss lancieren, sondern die Themen Schritt für Schritt angehen. Handlungsbedarf besteht aber etwa bei der Administration im landwirtschaftlichen Sektor.

Wie lange dauert ein Arbeitstag im Bundeshaus?

Müller: Ich zähle keine Arbeitsstunden. Meine Aufgaben gehe ich mit aller Kraft an, die mir zur Verfügung steht. Da spielt es keine Rolle, ob ich an einem Tag acht oder auch mal 16 Stunden unterwegs bin.

Reisen Sie dann abends noch zurück nach Hitzkirch?

Müller: Unter der Woche habe ich ein Zimmer in Bern. Somit kann ich mir ein Netzwerk aufbauen – auch über die Parteigrenzen hinaus. Und wenn ich dank des Zimmers auch mal eine Stunde länger schlafen kann, schadet das auch nicht.

Welche Bundesräte haben Sie gewählt?

Müller: Es wäre natürlich schön gewesen, wenn jemand aus unserer Region im Bundesrat vertreten wäre. Der Bundesversammlung wurden aber drei gute Kandidaten präsentiert. Den Entscheid – natürlich auch bei den anderen gewählten Bundesräten – trage ich mit.

CVP-Nationalrätin Andrea Gmür. (Bild: Keystone)

CVP-Nationalrätin Andrea Gmür. (Bild: Keystone)

SVP-Nationalrat Franz Grüter. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

SVP-Nationalrat Franz Grüter. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

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