KANTON: Die Zukunft des Viehmarkts Sursee ist ungewiss

Ob der Umzug des Viehmarkts nach Eschenbach zu Stande kommt, ist fraglich. Und in Sursee bleiben kann der Markt auch nicht. Jetzt haben die Bauern die Stadt Sursee um Hilfe gebeten.

Stephan Santschi
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Am Schlachtviehmarkt in Sursee werden jährlich 9000 Tiere verkauft. (Archivbild Neue LZ)

Am Schlachtviehmarkt in Sursee werden jährlich 9000 Tiere verkauft. (Archivbild Neue LZ)

Jeden Dienstag findet bei der Surseer Stadthalle der traditionelle Viehmarkt statt. Dies schon seit 1971 – vorher war der grosse Markt mitten in der Stadt Luzern angesiedelt. Doch jetzt muss der Viehmarkt, an dem jährlich rund 9000 Schlachttiere den Besitzer wechseln, einen neuen Standort suchen. Die Stadt Sursee hat den Nutzungsvertrag gekündigt, der Viehmarkt müsste eigentlich spätestens Ende September weg sein. Bis vor kurzem sah es auch so aus, als hätte man einen definitiven neuen Standort gefunden: Ein 1,4 Hektar grosse Gelände in Eschenbach, im Gebiet Höndle nahe der Grenze zu Inwil.

Doch nun gibt es Komplikationen mit dem geplanten Ersatzstandort. Die Stimmbürger Eschenbachs haben der nötigen Änderung in eine Bauzone zwar grünes Licht erteilt. Die Luzerner Regierung hat diesen Vorgang aber noch nicht abgesegnet. «Der springende Punkt ist eine Siedlungsbegrenzungslinie des Regionalen Entwicklungsplans (REP) Seetal. Die neue Bauzone in Eschenbach geht über diese Linie hinaus», erklärt André Duss, zuständiger Gebietsmanager bei der kantonalen Dienststelle Raum und Wirtschaft (Rawi). Diese rechtliche Hürde könne nur überwunden werden, indem der REP Seetal angepasst wird.

Um aus der Parzelle im Gebiet Höndle, die zur Fruchtfolgefläche gehört, eine Bauzone zu machen, braucht es also das Einverständnis des Regionalplanungsverbands Seetal. «Um eine Änderung der Siedlungsbegrenzungslinie zu erwirken, braucht es die Zustimmung der Delegierten», sagt der Hitzkircher Gemeinderat Cornelius Müller, der als Präsident des Regionalplanungsverbands amtet.

Die Zeit wird knapp

Das Problem: Die nächste Delegiertenversammlung findet schon Ende Juni statt. «Dass wir bis dahin alle vorbereitenden Arbeiten erledigt haben, um einen Entscheid treffen zu können, ist aufgrund des vom Gesetz vorgegebenen Verfahrens unmöglich», sagt Müller. Aufgrund dieser Ungewissheit hat der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband (LBV) reagiert und beim Surseer Stadtrat eine Verlängerung des Gastrechts bei der Stadthalle beantragt. Mit Erfolg. «Wir werden den Viehmarkt bis Ende März 2015 weiterhin in Sursee durchführen können», sagt Stefan Heller, der Geschäftsführer des LBV. Was danach kommt, ist allerdings völlig offen. Das Gelände in Eschenbach ist und bleibt wegen seiner guten Lage der Wunschkandidat als künftiger Handelsplatz.