KANTON: Diese Wahlen mobilisieren

Bei den Kantonsratswahlen im Frühling lag die Beteiligung so tief wie noch nie. Anders dürfte es bei den eidgenössischen Wahlen am Sonntag ausgehen.

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Symbolbild Neue LZ

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Nun ist es höchste Zeit: Wer sein Wahlcouvert für die National- und Ständeratswahlen vom Sonntag noch nicht abgegeben hat, muss sich sputen: Wer seine Stimmen per A-Post abgeben will, muss dies heute tun, damit das Couvert morgen bei der Gemeinde ankommt. Wem dies zu unsicher ist, dem bleibt der Gang zum Gemeindehaus oder am Sonntag an die Urne.

Die Kantons- und Regierungsratswahlen im Frühling markierten einen Tiefpunkt: Nur gerade 38,7 Prozent der über 265 000 Stimmberechtigten machten im ersten Wahlgang von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Für die sonntäglichen National- und Ständeratswahlen – an denen sich traditionell mehr Wähler beteiligen – zeichnet sich ein positiveres Ergebnis ab, wie eine Umfrage bei verschiedenen Gemeinden ergab.

Gefragte Ersatz-Wahlzettel

In der Stadt Luzern sind laut Thomas Zumbühl, Leiter Wahlen und Abstimmungen, bis Dienstagabend gut 20 Prozent der Stimmcouverts wieder eingetroffen. Das sind gleich viele wie vor vier Jahren, als am Ende rund 48 Prozent der Stadtluzerner gewählt hatten. Zum Vergleich: Bei den Kantons- und Regierungsratswahlen im März waren es gerade einmal 34 Prozent. «Ich gehe von über 40 Prozent Wahlbeteiligung aus. Es ist auch gut möglich, dass wir das Ergebnis der eidgenössischen Wahlen von 2011 erreichen», ist Zumbühl zuversichtlich. Auffallend sei auch die grosse Nachfrage nach Ersatz-Wahlzetteln. «Das ist kein Vergleich zu den kantonalen Wahlen oder sonstigen Abstimmungen.»

Sursee und Willisau über 50 Prozent

In Kriens, wo bisher knapp 30 Prozent der Wahlcouverts zurückgeschickt wurden, rechnet man mit einer Wahlbeteiligung von 37 Prozent. Bei den Kantonsratswahlen waren es 34. Minimal grösser als 2011 ist der Rücklauf bislang in Sursee. 31,4 Prozent der Wahlberechtigten haben bis gestern bereits gewählt. Stadtschreiber Godi Marbach erwartet denn auch ein ähnliches Resultat wie vor vier Jahren (51,6 Prozent). Bei den diesjährigen Kantonsratswahlen betrug die Beteiligung nur gerade 39,6 Prozent.

Ein ähnliches Ergebnis wie Sursee erwartet man auch in Willisau, wo bis gestern 32 Prozent der ausgegebenen Wahlcouverts wieder eingetroffen sind. «Wir sollten auch dieses Mal wieder sicher auf 50 Prozent Stimmbeteiligung kommen», sagt Stadtschreiber Peter Kneubühler. Wahrscheinlich werde man auch wieder etwas über dem kantonalen Durchschnitt liegen, der 2011 bei 50,9 Prozent lag.

Unter dem kantonalen Durchschnitt dürfte die Stimmbeteiligung hingegen in Hochdorf liegen. Gemeindeschreiber Thomas Bühlmann rechnet mit gut 40 Prozent, vergleichbar mit dem Ergebnis vor vier Jahren (42 Prozent), aber deutlich höher als bei den kantonalen Wahlen im Frühling (rund 36 Prozent): «Wir haben derzeit einen Rücklauf von 22 Prozent. Das sind über 5 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im März.»

Hoffen in Dierikon

Leicht höher ist der Rücklauf auch in Dierikon, das bei den Kantonsratswahlen mit 24,9 Prozent die tiefste Stimmbeteiligung im Kanton verzeichnete. «21 Prozent der Wahlcouverts sind bis jetzt zurückgekommen», sagt Gemeindeschreiber Marcel Herrmann. «Im März waren es zu diesem Zeitpunkt rund 19 Prozent.» Er hofft, dass die Wahlbeteiligung am Ende zumindest über 25 Prozent beträgt.

In Schüpfheim, das im Frühling hinter Flühli-Sörenberg mit 64,8 Prozent die höchste Wahlbeteiligung verzeichnen konnte, sind bisher rund 30 Prozent der Stimmcouverts eingetroffen. Eine Prognose sei schwierig, heisst es bei der Gemeinde. Aber man erwarte bis und mit Sonntag noch viele Couverts.

Cyril Aregger

Hinweis

Eine unabhängige Wahlhilfe finden Sie bei uns auf www.luzernerzeitung.ch/wahlhilfe Unser Online-Portal berichtet am Wahlsonntag ab Mittag laufend über Trends und Resultate.