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KANTON: Ex-Manager will die FDP führen

Markus Zenklusen (62) soll neuer FDP-Präsident werden. Der Emmer sagt, welche Ziele er mit der Partei hat. Ob er sie auch verfolgen kann, zeigt sich im Januar.
Roseline Troxler
Nationalrat Peter Schilliger, hier an der Delegiertenversammlung der FDP in Hochdorf vom 18. August, tritt im Januar als Parteipräsident ab. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Nationalrat Peter Schilliger, hier an der Delegiertenversammlung der FDP in Hochdorf vom 18. August, tritt im Januar als Parteipräsident ab. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Roseline Troxler

Seit acht Jahren steht Peter Schilliger (56) aus Udligenswil an der Spitze der FDP des Kantons Luzern. Im Januar 2016 gibt er sein Amt ab. Nun ist klar, wer auf ihn folgen soll: Eine Findungskommission und die Geschäftsleitung schlagen einstimmig den 62-jährigen Markus Zenklusen aus Emmen vor (siehe Kasten). Die Wahl findet am 18. Januar statt.

Markus Zenklusen, 2014 haben Sie sich frühpensionieren lassen. Weshalb suchen Sie nun eine neue Tätigkeit?

Markus Zenklusen: Meine Frühpensionierung habe ich immer als Chance gesehen, um ein neues Amt anzunehmen. Ich liess mir ein Jahr Zeit, um zu überlegen, was ich machen möchte. Im Sommer ist die Findungskommission auf mich zugekommen. Das Amt reizt mich sehr. Und ich könnte mich ganz dem Präsidium widmen, da ich nicht mehr arbeite.

Wie lange möchten Sie Präsident sein?

Zenklusen: Drei bis fünf Jahre sind meine Absicht. Das Fernziel sind die nächsten kantonalen und nationalen Wahlen. Ich fühle mich mit 62 fit genug für das Amt.

Weshalb sind Sie der richtige Mann für dieses Amt?

Zenklusen: Da müssen Sie die Findungskommission fragen. Ich habe die Ortspartei Emmen gut geführt. Es liegt mir, verschiedene Meinungen einzuholen und dann einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich habe Führungsqualitäten und kann die FDP vorwärtsbringen.

Sie sind im Kanton Luzern nicht wirklich bekannt: ein Nachteil?

Zenklusen: Das trifft vielleicht jetzt noch zu. Doch ich werde nun den Kontakt mit Parteimitgliedern aufnehmen. Ein Vorteil, den ich als Pensionär habe: genügend Zeit, um mich auszutauschen. Und dies nicht nur in der Stadt und Agglomeration, sondern auch in den Landregionen.

Apropos Zeit: Wie viel davon wollen Sie für das Präsidium aufwenden?

Zenklusen: Sicher viel. Der Kontakt zur Basis ist entscheidend. Ich darf zugleich aber nicht vergessen, dass wir ein Milizsystem haben und die meisten Mandatsträger neben dem Amt arbeiten. Da kann ich das Tempo nicht zu hoch halten.

Sie haben sich vor allem in Emmen politisch engagiert: Haben Sie genug Kenntnisse der kantonalen Politik?

Zenklusen: Die werde ich mir erarbeiten. Ich nehme nun an den Fraktionssitzungen teil und werde die nächste Kantonsratssession mitverfolgen. Ausserdem ­bräuchte ich als Präsident nicht alles zu wissen, da ich erfahrene Mitarbeiter hätte.

Wie beurteilen Sie die Tiefsteuerstrategie?

Zenklusen: Es ist wichtig, dass man die Finanzstrategie als Ganzes sieht. Einzelne Massnahmen führen zu einem Aufschrei. Zugleich ist klar, dass niemand gerne mehr Steuern zahlt. Daher braucht es auch Einschnitte, die gut ausbalanciert sind.

Welche Themenschwerpunkte wollen Sie als FDP-Präsident setzen?

Zenklusen: Wir wollen die Wahlversprechen anpacken und umsetzen. Ganz nach dem Motto von Damian Müller. Ich will mich für die liberalen Werte, für Freiheit, Gemeinsinn und Fortschritt, starkmachen.

Nach dem Wahlerfolg: Welche Ziele haben Sie mit der FDP?

Zenklusen: Unsere Schwerpunkte sind Wirtschaft und Umwelt im Gleichschritt, gut ausgebildete Fachkräfte, konkurrenzfähige Steuern. Auf diese Statements soll nun Konkretes folgen. Das hat Priorität.

2016 stehen die kommunalen Wahlen an. Was wollen Sie hier erreichen?

Zenklusen: Jede Ortspartei legt die Ziele selber fest. Ich würde, wo nötig, Unterstützung geben. Es wäre aber schön, wenn wir weiter zulegen könnten.

Für die nationalen Wahlen gab es im Kanton Luzern erstmals eine Listenverbindung zwischen FDP und CVP – das Modell der Zukunft?

Zenklusen: Die Roten, also die CVP, waren lange das Feindbild von uns Schwarzen. Ich bin überzeugt: Nichts ist so konstant wie die Veränderung. Die Listenverbindung habe ich als positiv empfunden.

Ist dies auch künftig ein Thema – gar mit weiteren Parteien?

Zenklusen: Es geht weniger um die Frage, mit wem wir zusammenarbeiten. Fakt ist: Wir haben nicht die Mehrheit im Parlament. Gemeinsame Überzeugungen und damit Mehrheiten zu gewinnen, sind daher zentral.

Haben Sie vor, im kommenden Frühjahr selber für ein kommunales Amt zu kandidieren?

Zenklusen: Nein. Ich habe nie ein Mandat angestrebt. Daher werde ich nicht selbst in den Wahlkampf steigen.

Passionierter Segler

Markus Zenklusen (62) lebt mit seiner Frau in Emmen, wo er auch aufgewachsen ist. Er hat zwei erwachsene Söhne. 2014 liess er sich frühpensionieren. Zuletzt war er während zwölf Jahren als General Manager für die Ferring AG tätig. Politisch engagierte sich Zenklusen während acht Jahren als Mitglied der Schulpflege Emmen. Weiter stand er der Ortspartei Emmen während fünf Jahren vor und hat sich als Wahlkampfleiter engagiert. Zenklusen präsidierte fünf Jahre die Spitex Emmen. Als Segler war er die letzten zehn Jahre Sportchef des Yachtclubs Sempachersee.

«Ich fühle mich mit 62 fit genug für dieses Amt», sagt Markus Zenklusen, designierter FDP-Präsident. (Bild PD)

«Ich fühle mich mit 62 fit genug für dieses Amt», sagt Markus Zenklusen, designierter FDP-Präsident. (Bild PD)

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