Kanton gegen Solarkraftwerk in Inwil

Der Kanton Luzern spricht sich gegen das geplante Solarkraftwerk der CKW auf der Schweissmatt in Inwil aus. Die Anlage entspreche laut dem zuständigen Departement nicht den Vorgaben des kantonalen Richtplans und das öffentliche Interesse sei zu gering.

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So sah die CKW die Solaranlage in Inwil. (Bild: Montage PD)

So sah die CKW die Solaranlage in Inwil. (Bild: Montage PD)

Die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) wollen auf der Schweissmatt in Inwil auf rund 20 Hektaren eine Photovoltaikanlage bauen. Das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD) des Kantons Luzern spricht sich nun aber gegen die dafür notwendige Zonenplanänderung aus. In einer Mitteilung vom Mittwoch heisst es, die geplante Anlage entspreche nicht den Vorgaben des kantonalen Richtplans 2009 und es seien wenig übergeordnete öffentliche Interessen zu erkennen. Die Stellungnahme des BUWD zur Zonenplanänderung erfolge im Rahmen des im Planungs- und Baugesetz vorgeschriebenen Vorprüfungsverfahrens.

Areal für grosse Betriebe vorgesehen

Das Areal Schweissmatt in Inwil befindet sich bereits im Besitz der CKW. Mit der nötigen Zonenplanänderung sowie der Änderung des Bau- und Zonenreglements sollten die planungsrechtlichen Grundlagen für die Freiflächen-Photovoltaikanlage geschaffen werden. Gemäss kantonalem Richtplan 2009 sind im Gebiet Schweissmatt aber eine hohe Anzahl qualifizierter Arbeitsplätze und eine möglichst hohe Wertschöpfung zu schaffen. Das Areal sei zudem für grossflächige Betriebe vorgesehen, die aufgrund ihres Flächenbedarfs nicht in den bestehenden Bauzonen angesiedelt werden können.

Potenziale auf bestehenden Bauten nutzen

Das BUWD begrüsst in seinem Bericht grundsätzlich die Bestrebungen der CKW, den Anteil der erneuerbaren Energien auszubauen. Das Verhältnis von Energieerzeugung zum Landverbrauch bei der geplanten Anlage, die pro Hektare jährlich 0.5 Gigawattstunden Strom erzeugen soll, wird jedoch als ungenügend erachtet. In erster Priorität sollen die Potenziale auf den bestehenden Bauten und Anlagen ausgeschöpft werden, bevor Freiflächen in Erwägung gezogen würden.

Gemeinde Inwil ist am Zug

Der Vorprüfungsbericht des BUWD mit seiner Empfehlung an die Gemeinde Inwil, die Vorlage nicht weiter zu bearbeiten, stützt sich auf das Ergebnis eines Vernehmlassungsverfahrens, an dem sich neben den zuständigen Dienststellen auch der Gemeindeverband LuzernPlus und der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt beteiligt haben. Nachdem das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement für die Zonenplanrevision keine Genehmigung in Aussicht stellt, ist es nun an der Gemeinde Inwil, über das weitere Vorgehen zu befinden.

pd/bep

Enttäuschung bei CKW

In einer ersten Stellungnahme zeigen sich die CKW enttäuscht über den Entscheid des Kantons: «Die CKW nehmen mit Enttäuschung den negativen Entscheid des Kantons Luzern zu ihrer geplanten, grössten Solaranlage der Schweiz zur Kenntnis. Die Freiflächenanlage könnte Strom aus erneuerbaren Energien für 2200 Haushalte liefern und Forschungsarbeiten für das zukünftige intelligente Stromnetz (smart grid) ermöglichen. CKW wie auch die Standortgemeinde Inwil werden den Vorentscheid nun im Detail prüfen.»

pd