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KANTON: Jubla und Pfadi immer beliebter

Jungwacht, Blauring und Pfadi gewinnen immer mehr Mitglieder. Dank motivierten Leitern und neuen Angeboten.
Roseline Troxler

Roseline Troxler

Bei vielen Vereinen befinden sich die Mitgliederzahlen im freien Fall. Nur mit Müh und Not finden sie genügend Personal für den Vorstand. Gelingt dies nicht, bleibt vielen nur noch die Auflösung. Diese Sorgen teilen Jungwacht und Blauring Schweiz (Jubla) zurzeit nicht. Der zweitgrösste Kinder- und Jugendverband der Schweiz verzeichnet ein erneutes Wachstum, wie er mitteilt. Auch im Kanton Luzern konnte der Verband in den letzten Jahren nach einem Rückgang wieder mehr Kinder und Jugendliche für eine Teilnahme begeistern (siehe Grafik).

6616 Kinder und Jugendliche waren im letzten Jahr Mitglieder einer Jungwacht- oder Blauringschar im Kanton Luzern. Dies sind deutlich mehr als noch im Jahr 2012 (6036 Mitglieder). Noch höher waren die Mitgliederzahlen allerdings von 2007 bis 2009. Valentin Gmür ist Vorstandsmitglied in der Kantonsleitung von Jungwacht Blauring Luzern. Er sagt: «Die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen ist eine Folge des grossen Engagements der Leitungspersonen bei den einzelnen Scharen.» Die Zahlen würden zudem zeigen, dass die Angebote der Jubla von guter Qualität seien.

Offen für Migrantenkinder

Um neue Mitglieder zu gewinnen, habe der ursprünglich katholische Verband, der auch heute noch mit der Kirche verbunden ist, aber auch offen auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert. So wurden in den letzten Jahren viele Kinder aus diversen Nationen und Kulturen in die Vereine integriert. «Die Scharen St. Karl und St. Paul Luzern sind Paradebeispiele für die gelungene Integration.»

Andrea Pfäffli, bei Jungwacht Blauring Schweiz für die Kommunikation zuständig, ergänzt: «Viele unserer Mitglieder gehören der Mittelschicht mit katholischem Hintergrund an. Immer öfters nehmen jedoch auch Kinder mit Migrationshintergrund das Angebot der Jubla wahr, und auch die Zahl der Mitglieder aus sozial benachteiligten Familien nimmt zu.» Andrea Pfäffli sieht aber nicht nur die Öffnung der Jubla als möglichen Faktor für die positive Entwicklung der Mitgliederzahl. «Eine grosse Zahl an Scharen ist aktiv am Werk. Dieses Engagement ist bemerkenswert und trägt offenbar Früchte.» Und ein weiterer möglicher Grund findet sich bei der Konkurrenz. «Gewisse Jugendvereine – darunter auch einst getrennte Jungwacht- und Blauringscharen – haben in den letzten Jahren fusioniert. In einigen Gemeinden haben sich aber auch konkurrenzierende Vereine aufgelöst, und die Kinder sind dann in die Jubla eingetreten», erklärt Pfäffli. Die Zahl der Scharen hat sich im Kanton Luzern seit 2007 von 83 auf 75 reduziert.

2015: Rekord bei der Pfadi

Nicht nur die Jubla geniesst aktuell grosse Beliebtheit, sondern auch die Pfadi. «Die Pfadi Luzern ist in den letzten drei Jahren stetig leicht gewachsen», sagt Christine Breitschmid, zuständig für die Kommunikation beim Kantonalverband der Pfadi Luzern. Im Jahr 2015 gab es eine Rekordzahl von 3425 Mitgliedern. «Wir sind stolz auf diese Zahl», so Breitschmid. Die Pfadi ist die grösste Jugendorganisation in der Schweiz, hat im Kanton Luzern aber weniger Mitglieder als die Jubla. Christine Breitschmid führt die steigenden Mitgliederzahlen unter anderem auf die Einführung der Biber-Stufe für fünf- bis siebenjährige Kinder zurück. Einen weiteren Grund sieht sie in der «sehr motivierten und engagierten» kantonalen Leitung. Und sie führt den Anstieg der Mitgliederzahl auf eine «attraktive und inhaltlich wertvolle» Leiterausbildung zurück.

Wie bei der Jubla hat auch bei der Pfadi in den letzten Jahren die Zahl der Abteilungen abgenommen – auf rund 35. «Aus organisatorischen Gründen haben einige Abteilungen fusioniert. Kleinere Abteilungen können sich damit effizienter organisieren», erklärt Breitschmid.

Immer mehr Leiter engagieren sich

Was in der Statistik von Jungwacht und Blauring im Kanton Luzern weiter auffällt, ist die hohe Zahl an Leiterinnen und Leiter. 1976 Jugendliche haben im letzten Jahr Anlässe, Lager und Aktivitäten für Kinder organisiert. 2007 gab es mit 1675 Leiterinnen und Leiter noch rund 300 Jugendliche weniger, die sich freiwillig für den Verband eingesetzt haben. Für Valentin Gmür zeigt dies: «Es gibt viele Jugendliche, die bereit sind, sich zu engagieren, um Kindern gute Freizeitangebote zu schaffen.» In den meisten Fällen würden Leiter die «klassische Jubla-Karriere durchlaufen», also bereits als Kind der Organisation beitreten. «Es gibt aber in Ausnahmefällen auch Quereinsteiger, welche gleich eine Leitungsposition innehaben», führt Gmür aus. Dies ist bei der Pfadi ähnlich. «Neue Leitende suchen wir nicht ausserhalb der Pfadi», sagt Christine Breitschmid. «Die Abteilung hat daher die wichtige Aufgabe, relativ früh zu schauen, wer Pfadi-intern Lust und Motivation hat, in eine Leiterfunktion reinzuwachsen.»

HInweis

Die Pfadi sowie Jungwacht Blauring Kanton Luzern stellen sich an der Luga vom 29. April bis zum 8. Mai gemeinsam vor. Während zehn Tagen können die Besucher auf einem aufgestellten Lagerplatz ins Lagerleben eintauchen. Jeweils samstags finden Geländespiele statt.

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