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KANTON: Kantischüler protestieren auf der Strasse

Schüler aller Gymnasien wehren sich am 5. April gegen die Sparmassnahmen bei der Bildung – mit einer Demo. Gespräche und Petitionen reichen nicht mehr, sagt der höchste Luzerner Kantischüler.
Serafin Curti, Präsident Verband der Luzerner Schülerorganisationen: «Wir suchen weiterhin das Gespräch mit dem Regierungsrat.» (Bild: Redaktion LZ)

Serafin Curti, Präsident Verband der Luzerner Schülerorganisationen: «Wir suchen weiterhin das Gespräch mit dem Regierungsrat.» (Bild: Redaktion LZ)

So weit gegangen seien sie noch nie, sagt Serafin Curti. Der 20-jährige Schüler der Kanti Sursee präsidiert den Verband der Luzerner Schülerorganisationen (VLSO) und redet von Beschlüssen, die am Donnerstagabend gefällt wurden. Der wichtigste wird am besten sichtbar sein: Am Mittwoch, 5. April, sollen sämtliche Schüler der Luzerner Gymnasien dazu gebracht werden, auf der Strasse gegen die Sparmassnahmen bei der Bildung zu protestieren.

Die Chancen auf eine hohe Teilnehmerzahl stehen gut, denn der VLSO ist zusammengesetzt aus je zwei Vertreterinnen oder Vertretern der acht Kantis, die an ihren Gymnasien gewählt wurden. «Wir handeln also im Auftrag der Basis», sagt Curti, der den Ende 2013 gegründeten Verband seit drei Jahren präsidiert.

Schüler fühlen sich zu wenig ernst genommen

Der einstimmig gefasste Beschluss der VLSO-Spitze ist bemerkenswert, weil sich die Gymischüler mit Protestaktionen bis jetzt zurückgehalten und vorab auf Gespräche mit der Dienststelle für Gymnasialbildung sowie mit Bildungsdirektor Reto Wyss und Finanzdirektor Marcel Schwerzmann gesetzt haben. Curti begründet den Gang auf die Strasse so: «Die vielen Gespräche und Petitionen haben nicht dazu geführt, dass unsere Anliegen ernst genommen werden.»

Trotz der angekündigten Demo werde man von der bisher verfolgten Linie des Dialogs nicht abweichen. «Wir suchen weiterhin das Gespräch mit dem Regierungsrat», verspricht Curti. Um auch künftig das zu thematisieren, was die Kantischüler so sehr stört: die Einschränkung der freien Schulwahl etwa, das Streichkonzert beim Instrumentalunterricht oder auch die Privatisierung der Mensas. Kernbotschaft der Demo vom 5. April wird denn auch sein, dass die Luzerner Gymischüler die Massnahmen bei der Bildung im Sparpaket KP 17 nicht akzeptieren wollen.

Keine Massnahme aus dem KP 17 ist die auf den 1. Oktober 2015 hin erfolgte Privatisierung der Mensas an den Gymnasien Alpenquai, Reussbühl, Sursee, Seetal, Willisau und Beromünster. Trotzdem war und ist sie dort hochumstritten. Den Zuschlag erhielt damals die SV Schweiz AG, die schweizweit rund 70 Schulmensas betreibt. Diese Firma, sagt Curti, überprüfe in Sursee derzeit die Effizienz der Mitarbeiter mit der Stoppuhr, was zu einer schlechten Stimmung unter den Angestellten führe. Curti, der die Privatisierung 2015 «alles andere als erfreut» zur Kenntnis nahm und ankündigte, die Entwicklung kritisch zu beobachten, sagt jetzt: «Erhalten die Mensa-Mitarbeiter schlechtere Arbeitsbedingungen oder kommt es gar zu Kündigungen, wird während einer Woche kein einziger Kantischüler mehr in der Mensa in Sursee essen.» Schon 2013 und 2014 protestierte der VLSO mit Petitionen gegen die Privatisierung.

Mit der Auslagerung will der Kanton ab dem vierten Jahr jährlich 900 000 Franken sparen. Netto gab der Kanton vor der Privatisierung für die Mensas pro Jahr 1,2 Millionen aus.

Demonstrieren die Lehrer ebenfalls?

Die Auslagerung der Mensas ist erfolgt – offen ist, wie die Rektorate mit der an einem Mittwochnachmittag stattfindenden Demo umgehen werden. Der VLSO werde sich dafür einsetzen, dass die Schüler nicht mit einer «unentschuldigten Absenz» bestraft würden, sagt Curti. Einsetzen wollen sich die Schüler auch für eine Kooperation mit dem Verband der Mittelschullehrer. «Wir hoffen, dass die Lehrer mitdemonstrieren», so Curti. Der Entscheid stehe aus. Bereits gefallen ist ein anderer Beschluss: Die Gymischüler werden nicht nur demonstrieren, sondern demnächst auch noch einen offenen Brief an die Regierung schreiben.

Lukas Nussbaumer

lukas.nussbaumer@luzernerzeitung.ch

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