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Luzern: «Spange Nord» muss ins Prüflabor

Externe Fachleute sollen das Projekt Spange Nord nochmals von Grund auf durchleuchten. Dabei dürfe es keine Tabus geben, betont die Luzerner Kantonsregierung.
Robert Knobel
Anwohner protestierten vor der Kantonsratssession am 8. Mai vor dem Regierungsgebäude gegen die Spange Nord. (Bild: Roger Grütter)

Anwohner protestierten vor der Kantonsratssession am 8. Mai vor dem Regierungsgebäude gegen die Spange Nord. (Bild: Roger Grütter)

«So nicht» – im Mai 2018 gab der Luzerner Kantonsrat der Regierung den Auftrag, das Projekt «Spange Nord» noch einmal gründlich zu überprüfen. Dabei ging es insbesondere um einen längeren Tunnel sowie um einen möglichen Verzicht auf die umstrittene Fluhmühlebrücke. Ja, sogar ein völliger Abbruch des Projekts sollte evaluiert werden. Die Regierung hat diesen Auftrag eher widerwillig entgegen genommen. Denn sie betonte stets, man habe schon sämtliche Verbesserungsmöglichkeiten für die neue Zubringerstrasse ausgeschöpft.

Im Herbst 2019 sollen die Resultate vorliegen

Jetzt steht fest: Der Kanton wird die geforderte Überprüfung des Projekts nicht selber vornehmen, sondern vergibt den Auftrag extern. Dies geschieht im Rahmen des 6,5-Millionen-Planungskredits, den der Kantonsrat für die Spange Nord bewilligt hat. Die Planungsbüros haben ihre Arbeit bereits aufgenommen, wie der kantonale Baudirektor Robert Küng (FDP) erklärt: «Der Blick von aussen ist uns wichtig.» Bei den beauftragten Teams handle es sich denn auch um solche, die bisher nicht in die Planungen der Spange Nord involviert waren. Ziel sei, die Überprüfung im Herbst 2019 abzuschliessen. Bis dann sollen unter anderem folgende Fragen geklärt sein: Braucht es die Fluhmühlebrücke über die Reuss wirklich? Können die Wohngebiete im Quartier Maihof/Friedental untertunnelt werden?

Die Aufgabe der externen Fachleute besteht aber nicht allein darin, Optimierungen für das bestehende Projekt auszuloten. Sie müssen auch, wie vom Kantonsrat gefordert, grundsätzlich prüfen, ob es die Spange Nord überhaupt braucht. Hinzu kommt die Evaluation von alternativen Linienführungen. Solche wurden bereits im Rahmen einer Vorstudie zum Projekt untersucht, aber wieder verworfen. Robert Küng sagt: «Die externe Evaluation des bisherigen Spange-Nord-Projekts ist ergebnisoffen. Somit steht auch die bisherige Linienführung zwischen Schlossberg und Fluhmühle zur Disposition.»

Im besten Fall, so hofft Robert Küng, kann der Kanton bereits 2022 ein baureifes Projekt präsentieren. Die Spange Nord ist ein Teilprojekt des Gesamtsystems «Bypass Luzern». Dieses sieht eine neue Autobahnumfahrung Luzerns (Bypass) vor, die vom Bund finanziert wird. Die Spange Nord funktioniert dabei als Zubringerstrasse aus den Gebieten Schlossberg/Maihof sowie Fluhmühle. Sie kostet 200 Millionen Franken und wird vom Kanton Luzern finanziert. Während der Bund beim Bypass vorwärts macht, stösst die Spange Nord auf Widerstand in der Stadt Luzern. Die betroffenen Quartiere und der Stadtrat lehnen das Projekt ab. Kritisiert wird insbesondere der Ausbau der Friedentalstrasse auf bis zu vier Spuren.

Kritiker werden ins Boot geholt

Der Kanton verspricht nun, die Kritiker stärker in die weitere Planung einzubinden. Vertreter von Stadt, Quartiervereinen und Nachbargemeinden sollen im Rahmen einer «Info-Gruppe Spange Nord» regelmässig über die Zwischenergebnisse der Überprüfung informiert und zu Veranstaltungen eingeladen werden. Für den Luzerner Stadtrat und Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Grüne) sind diese Bemühungen positiv zu deuten. «Wir haben immer gefordert, dass die Stadt und die Anwohner stärker einbezogen werden.» Er hoffe aber, dass es sich bei dieser Info-Gruppe nicht nur um eine Einwegkommunikation handle, sondern dass die Ergebnisse jeweils auch diskutiert werden können.

Mehr Informationen zu Bypass und Spange Nord hier

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