Kanton Luzern
14 Fälle von Virusmutationen nachgewiesen – weitere werden laut Kantonsarzt folgen

Im Kanton Luzern wurden vier Fälle der britischen Virusmutation nachgewiesen. In weiteren zehn Fällen wurde eine Mutation festgestellt. Um die besonders gefährdeten Personen in den Alters- und Pflegeheimen zu schützen, können seit heute Montag auf freiwilliger Basis Schnelltests eingesetzt werden.

Alexander von Däniken
Drucken
Teilen
Ein Pflegeheim im Kanton Luzern.

Ein Pflegeheim im Kanton Luzern.

Bild: Pius Amrein (Horw, 22. November 2020)

Es ist ansteckender als das reguläre Coronavirus, stammt aus Grossbritannien und hat den Weg nun auch in den Kanton Luzern gefunden: das mutierte Virus B.1.1.7. Vier Fälle sind bekannt. In weiteren zehn Fällen deutet eine veränderte RNA-Sequenz auf das mutierte Virus hin. Damit wurden bisher 14 Fälle einer der hochansteckenden britischen Virusmutationen nachgewiesen, wie Kantonsarzt Roger Harstall am Montag mitteilte.

In allen nachgewiesenen Fällen sind laut Harstall die notwendigen Massnahmen getroffen worden; etwa die Anordnung von Isolation oder Quarantäne. Das mutierte Virus ist in allen Fällen eingeschleppt worden. So hat ein Besucher von den britischen Inseln eine in einer Luzerner Landgemeinde wohnende Verwandte mit dem neuen Virus angesteckt. Im selben Haushalt hielt sich auch eine weitere verwandte Person auf, die in Deutschland lebt. Auch bei ihr ist das mutierte Virus nachgewiesen worden.

Infizierten geht es gesundheitlich gut

In einem anderen Fall weilte eine Person aus einer Luzerner Landgemeinde in St. Moritz, wo die britische Virusmutation bereits zirkulierte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit infizierte sich diese Person dort mit der mutierten Variante – und steckte zu Hause auch den Ehepartner an. «All diesen Infizierten geht es gesundheitlich gut», sagt Kantonsarzt Harstall. Die Mutationen hätten nur auf entsprechenden Verdacht hin entdeckt werden können. Also entweder über die Befragung im Rahmen des Contact-Tracings oder wegen Kontakten zu bereits bekannten erkrankten Personen.

Harstall geht davon aus, dass es nicht bei den bereits bekannten Fällen bleiben dürfte:

«Aufgrund der Reisebewegungen ist es wahrscheinlich, dass noch mehr Fälle nachgewiesen werden. Wir gehen aber davon aus, dass wir die Lage unter Kontrolle halten können.»

Zuversichtlich stimme etwa die generelle Fallzahl. Am Sonntag sind im Kanton 26 neue Fälle und ein Todesfall registriert worden. 89 Personen sind hospitalisiert. Das sind im längeren Schnitt stabile bis sinkende Zahlen.

Weil nun das mutierte Virus die Zahlen wieder steigen lassen könnte, hat Gesundheitsdirektor Guido Graf beschlossen, Schnelltests in Alters- und Pflegeheimen einzusetzen. Seit Montag können sich das Personal, die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Besucher freiwillig testen lassen. Das geschieht mittels des bekannten Schnelltests. In anderen Kantonen werden bereits Speicheltests eingesetzt: «Diese basieren ebenfalls auf der PCR-Technik, sind aber keine Schnelltests und dienen damit nicht unserem momentanen Ziel», so Harstall.

Speicheltests werden beobachtet

Dieses sei, eine epidemiologische Momentaufnahme zu erhalten, um asymptomatische infizierte Personen rasch zu erkennen. Das sei gerade im Hinblick auf die Mutation in den sensiblen Institutionen wichtig. «Wir befinden uns aber mit Kantonen, die Pilotprojekte durchführen, etwa mit Speicheltests, in ständigem Kontakt.»

Die Testkapazitäten seien ausreichend. Die Tests werden ab Donnerstag vom Bund bezahlt. Das war für die Einführung der freiwilligen Tests in den Heimen aber nicht ausschlaggebend, wie Harstall sagt. Christian Arnold, Präsident des Verbands Curaviva Luzern, ergänzt: «Aufgrund der schon bestehenden Ausbruchsuntersuchung wurden in den Institutionen bereits 7000 bis 8000 Tests gemacht. Auch jetzt mit dem neuen Angebot der präventiven Test ist das Interesse gross.»