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KANTON LUZERN: Ambulant vor stationär: Ärzte verlangen Kontrollorgan

Die Ärztegesellschaft geisselt das Vorgehen des Kantons. Und wehrt sich für Steuerzahler und Patienten. Trotzdem ist sie zur Mitarbeit bereit.
Balz Bruder
Ambulant vor stationär lautet in Luzern die Devise. (Bild: Boris Bürgisser)

Ambulant vor stationär lautet in Luzern die Devise. (Bild: Boris Bürgisser)

Balz Bruder

balz.bruder@luzernerzeitung.ch

Schon zum Zeitpunkt, da Gesundheitsdirektor Guido Graf die Liste mit den 13 Spitaleingriffen publizierte, die ab Mitte Jahr ambulant statt stationär durchgeführt werden sollen, war für den Präsidenten der Ärztegesellschaft des Kantons Luzern klar: Das Thema ist noch nicht gegessen. Das war Mitte Januar.

Nun legt der Vorstand der Ärztegesellschaft gegenüber unserer Zeitung im Detail nach: Der Kanton wolle den Ärzten «ohne Rücksprache eine Liste für ambulante Operationen aufzwingen», hält der Vorstand um Präsident Aldo Kramis fest. Dabei hätten die Ärzte «die Zeichen der Zeit schon vor mehreren Jahren erkannt» und mit den Fachgesellschaften eigene Listen über ambulant durchzuführende Operationen erstellt, führt der Vorstand ins Feld. Listen, notabene, die jährlich dem medizintechnischen Fortschritt angepasst würden.

Für die Ärztegesellschaft steht fest: «Will nun die Politik ohne die Spezialisten der Gesundheitsversorgung einseitig eingreifen, droht eine Einbusse der Qualität in der medizinischen Versorgung.» Dies wiederum führe zu «mehr Komplikationen, schwierigen Folgebehandlungen, Arbeitsausfällen, viel Leid für die Patienten und hohen Mehrkosten». Es sei deshalb «äusserst wichtig, dass die Entscheidung, ob eine Operation ambulant oder stationär erfolgen soll, wie bis anhin, nur beim behandelnden Arzt und seinem Patienten liegt». Schliesslich sei es auch der Arzt, der für die Komplikationen nach einem Eingriff die alleinige Verantwortung trage, macht die Ärztegesellschaft geltend.

Umgekehrt bedeutet dies für die Luzerner Ärzteschaft: «Will der Kanton diese Liste durchsetzen, muss er ein kompetentes Kontrollorgan schaffen, das die Eingriffe kontrolliert, Sonderbewilligungen erteilt und Streitfälle bearbeitet.» Dies vor dem Hintergrund, dass andernfalls «horrende Kosten» entstehen könnten, die letztlich der Steuerzahler zu berappen habe, der gleichzeitig Prämienzahler ist.

Einbussen bei eigenen Spitälern zu befürchten

Abgesehen davon bestehe die Gefahr, dass sich Patienten für Operationen – wie zum Beispiel die Entfernung der Gaumenmandeln – ausserkantonal behandeln liessen. Mit der Folge, dass mit Einbussen in den Spitälern des Kantons gerechnet werden müsste. «Auch diese Kosten trägt schlussendlich der Steuerzahler», mahnt die Ärztegesellschaft.

Halbwegs versöhnlich tönt es bei den Luzerner Ärztinnen und Ärzten am Ende aber gleichwohl: «Wir sind bereit, an einer kantonalen Liste für mögliche ambulante Eingriffe mitzuarbeiten, wehren uns aber für die Patienten und Steuerzahler gegen den politischen Alleingang, der ausser einer Qualitätseinbusse der Patientenversorgung kaum zu den gewünschten Kosteneinsparungen führen wird», hält der Vorstand fest. Gespräche mit dem Kanton sind denn auch bereits anberaumt.

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