KANTON LUZERN: Auto in Tiefgarage in Brand gesteckt – Brandstifter muss acht Monate effektiv absitzen

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen 26-jährigen Mann wegen Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Er soll in einer Tiefgarage in Willisau sein eigenes Auto angezündet haben.
Die Feuerwehr musste in wegen einem Brand in einer Bar ausrücken. (Symbolbild LZ)

Die Feuerwehr musste in wegen einem Brand in einer Bar ausrücken. (Symbolbild LZ)

Das am Dienstag vom Kriminalgericht veröffentlichte Urteil ist nicht rechtskräftig, Berufung wurde angemeldet. Es gab einen Freispruch: Vom Vorwurf des Betrugs sprach das Gericht den Beschuldigten frei, weil die Staatsanwaltschaft diesen Punkt nicht ausreichend begründet habe.

Das Gericht sprach die Freiheitsstrafe teilbedingt aus: acht Monate sollen unbedingt vollzogen werden, für die restlichen 22 Monate gewährten die Richter bei einer Probezeit von zwei Jahren den bedingten Vollzug.

Der Beschuldigte bestritt die ihm vorgeworfenen Taten. Tatsächlich gebe es keinen direkten Nachweis auf die Täterschaft des Beschuldigten, schreibt das Kriminalgericht. Es gebe aber zahlreiche Indizien für die Täterschaft des Familienvaters.

Der Beschuldigte hat nach übereinstimmender Ansicht der Staatsanwaltschaft und des Kriminalgerichts an Silvester 2014 die Feier bei seinen Eltern verlassen, um seinen geleasten, in der Tiefgarage abgestellten BMW in Brand zu stecken.

Sachschaden von eine halben Million Franken

Der BMW brannte aus, die Tiefgarage, die darin abgestellten Autos sowie fünf Treppenhäuser von Mehrfamilienhäusern wurden in Mitleidenschaft gezogen. 13 Personen mussten wegen Verdachts auf Rauchvergiftung untersucht werden. Der Sachschaden wird im Urteil auf eine halbe Million Franken beziffert.

Die Brandstiftung begangen haben soll der Beschuldigte wegen finanziellen Problemen. Wegen diesen habe er sich vorzeitig von seinem geleasten Auto, für das er monatlich über tausend Franken zahlen musste, befreien wollen.

Die Leasingbedingungen sahen nämlich vor, dass der Vertrag grundsätzlich aufgelöst wird, wenn das Auto Totalschaden erleidet. Die Staatsanwaltschaft warf dem Beschuldigten deswegen neben der Brandstiftung auch Betrugsversuch vor.

Das Kriminalgericht sprach den Angeklagten aber von diesem Punkt frei, dies infolge Verletzung des Anklageprinzips. Die Frage, ob bei der Automobilfirma ein Schaden und beim Beschuldigten eine entsprechende Bereicherung vorliege, lasse sich anhand der Ausführungen der Anklage nicht beantworten.

Im Kanton Luzern geborener Kosovare

Beim Beschuldigten handelt es sich um einen im Kanton Luzern geborenen Kosovaren. Das Gericht begründet das Strafmass damit, dass der Mann rücksichtslos vorgegangen und nicht davor zurückgeschreckt sei, eine grosse Gefahr zu schaffen und hohen Schaden in Kauf zu nehmen. Strafverschärfend bewertet wurden die fehlende Einsicht und Reue, der durch Schulden getrübte Leumund sowie Strafregistereinträge. (sda)

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