Kanton Luzern
Ab dem 14. Juni kann man sich spontan impfen lassen – Kanton arbeitet derzeit an Covid-Zertifikaten

Der Kanton Luzern passt seine Impfstrategie an: Damit keine Impfdosen weggeworfen werden müssen, kann man neu vor Ort auf eine spontane Impfung warten. Und: So ist der aktuelle Stand bei den Covid-Zertifikaten.

Livia Fischer
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In Willisau werden sechs Wartepositionen angeboten.

In Willisau werden sechs Wartepositionen angeboten.

Bild: Boris Bürgisser (Willisau, 21. April 2021)

Mit dem Ziel, angebrochene Impffläschchen aufzubrauchen und keinen Impfstoff wegzuwerfen, ändert der Kanton Luzern sein Impfregime, wie er nun mitteilt. So ist es ab nächsten Montag, dem 14. Juni, möglich, sich in den Impfzentren Luzern und Willisau spontan impfen zu lassen. Konkret: 30 Minuten vor Betriebsschluss – aktuell ist dies an beiden Standorten um 17 Uhr – gibt es in Luzern neun und in Willisau sechs Wartepositionen.

Wer eine solche einnehmen will, muss die Identitätskarte oder den Reisepass mitbringen. Verteilt werden die freien Plätze in der Reihenfolge des Eintreffens. Wer im Impfzentrum erscheine, wenn bereits alle Wartepositionen besetzt sind, werde gebeten, das Impfzentrum umgehend zu verlassen, so der Kanton. Überhaupt gebe es keine Garantie und keinen Anspruch darauf, eine Impfung zu erhalten – schliesslich schwanke die Anzahl spontaner Impfungen täglich. Diese neue Strategie ersetzt die bisher vom Kanton geführte Warteliste mit Personen, die innert 15 Minuten vor Ort sein können.

Richtiges Abmelden von Impfterminen ist wichtig

Weiter weist der Kanton darauf hin, dass sich Personen, die sich für mehrere Impforte – wie etwa beim Hausarzt, im Spital sowie bei einem Impfzentrum – angemeldet und einen Termin erhalten haben, bei den anderen Stellen abmelden sollen. Nicht wahrgenommene Impftermine würden dazu führen, dass die Durchimpfung der Bevölkerung langsamer voranschreite. Einzige Ausnahme: Nur wer sich ausschliesslich bei den beiden kantonalen Impfzentren angemeldet hat und in einem der beiden Impfzentren geimpft wurde, muss sich nicht extra abmelden.

So funktioniert das richtige Abmelden: Wer sich bei den beiden kantonalen Impfzentren in Luzern und Willisau angemeldet hat, erhält eine SMS-Nachricht, wenn ein Impftermin verfügbar ist. In dieser Nachricht gibt es einen Link, mit der man einen anderen Termin wählen («Termin verschieben») oder den Termin absagen kann («Termin stornieren»). Bei diesen beiden Varianten bleibt man auf der Warteliste im System. Wer sich definitiv vom Impfen in einem der beiden kantonalen Impfzentren abmelden will, wählt die Variante «Abmeldung vom Impfservice».

Für die Impfabmeldung beim Luzerner Kantonsspital, in den Luzerner Hausarztpraxen oder in den Luzerner Apotheken werden die angemeldeten Personen gebeten, sich direkt an die jeweilige Stelle zu wenden.

Kanton arbeitet derzeit an den Covid-Zertifikaten

Eine weitere Neuerung gibt es spätestens Ende Juni – bis dann werden die Covid-Zertifikate für Geimpfte, Getestete und Genesene der Luzerner Bevölkerung zur Verfügung stehen. «Nachdem seit letztem Freitag weitere Vorgaben seitens Bund vorhanden sind, ist der Kanton Luzern gegenwärtig daran, den weiteren Prozess so schnell als möglich zu definieren», sagt Dienststellenleiter Gesundheit und Sport David Dürr. Der Kanton werde informieren, sobald das weitere Vorgehen festgelegt sei. Dürr: «Der Zeitdruck ist gross, aber der Fahrplan ist realistisch.»

Laut Gesundheitsdirektor Guido Graf stehe der Kanton vor der Herausforderung, dass «innerhalb von kurzer Zeit sehr viele Covid-Zertifikate für die drei Kategorien Geimpfte, Getestete und Genesene zu erstellen sind, wobei datenschutzrechtliche Vorgaben zu berücksichtigen sind und mit Blick auf die genannten drei Kategorien auf unterschiedliche Datenbanken zurückgegriffen werden muss». Ausserdem weist er darauf hin, dass trotz praktisch täglichem Austausch mit dem Bund gewisse Fragen zu den Abläufen und Prozessen nach wie vor nicht geklärt seien.

Ein Beispiel: Ein Enkel meldet seine Grosseltern für einen Impftermin an. Für die Registrierung verwendet er sein Mobiltelefon. Gemäss David Dürr stellen sich nun Fragen wie «Wie kommen die Grosseltern zum Covid-Zertifikat – vor allem, wenn es ein explizites Einverständnis der betroffenen Personen braucht, dass diese das Zertifikat erhalten möchten?» oder «Wie erkennen wir, wem die Natelnummer gehört?». Ebenfalls noch nicht klar sei, was mit Personen, die kein Mobiltelefon besitzen und sich beispielsweise über Pro Senectute angemeldet haben, passiere.