KANTON LUZERN: Bei Bau des Verwaltungsgebäudes: Lösung mit Luzerner Holz gefordert

Zwei Vorstösse verlangen, beim Bau des zentralen Verwaltungsgebäudes am Seetalplatz auf einheimisches Holz zu setzen. Dass die Regierung dies nur zum Teil tun will, stösst den Postulanten sauer auf.

Stephan Santschi
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Mit einheimischem Holz soll der Kanton Luzern ein Zeichen setzen. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Mit einheimischem Holz soll der Kanton Luzern ein Zeichen setzen. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

«Das habe ich mir schon gedacht», sagt Hasan Candan (SP, Luzern). «So ist es zu erwarten gewesen», bemerkt Hanspeter Bucheli (CVP, Ruswil). Auf diese Weise kommentieren die beiden Kantonsräte die Post, die sie vor kurzem vom Regierungsrat erhalten haben. Beide hatten sie letztes Jahr unabhängig voneinander ein Postulat mit derselben Stossrichtung eingereicht. Das Anliegen teilen zahlreiche Mitunterzeichnende anderer Fraktionen. Das zentrale Verwaltungsgebäude am Seetalplatz solle aus Holz gebaut werden, mehr noch: Der wesentliche Anteil habe aus Luzerner Wäldern zu stammen.

Weshalb? Um die Branche zu stärken. Unser Kanton habe eine «dynamische Holzwirtschaft», die Wertschöpfung sei mit dem Tourismus vergleichbar, darüber hinaus sei Holz ökonomisch, energieeffizient, nachhaltig und ressourcenschonend.

Innenausbau aus Holz vorgesehen

In ihrer Stellungnahme erklärt die Regierung die Vorstösse von Candan und Bucheli nun für «teilweise erheblich». Gemäss dem kantonalen Waldgesetz werde der Gebrauch von Holz bereits als Bau- und Werkstoff gefördert, im Innenbereich komme es seit Jahren bei fast allen kantonalen Neu-, Umbau- und Sanierungsprojekten zur Anwendung. Auch für das neue Verwaltungsge­bäude am Seetalplatz werde der Einsatz von Holz schon in der Planungsphase thematisiert. «Der Innenausbau wird mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Holz sein, schliesslich wollen wir ja eine behagliche Verwaltung haben», sagt Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann. Wie sich der Rest gestalten werde, sei indes offen, «unser Ziel ist eine wirtschaftliche Lösung, da haben sowohl Holz- als auch Massivbau ihre Ansprüche. Vielleicht wird es ja auch eine Mischlösung.»

Bevorzugen könne man niemanden. Der starke Fokus auf Nachhaltigkeit sei den einheimischen Holzproduzenten zwar gewiss nicht abträglich, doch mehr Spielraum würden die Vorgaben des öffentlichen Beschaffungswesens nicht zulassen. «Diskriminierungen sind unzulässig, bei der Vergabe muss ein offener und fairer Wettbewerb herrschen», schreibt die Regierung.

«Unserer Holzindustrie geht es nicht gut»

Womit wir bei jener Begründung wären, welche Candan und Bu­cheli erwartet haben, die sie aber nicht zufrieden stimmt. «Hier handelt es sich um ein grosses Projekt, das Marcel Schwerzmann aufgegleist hat. Ich kann verstehen, dass er sich da nicht reinreden lassen will», sagt SP-Kantonsrat Hasan Candan mit Bezug auf den verantwortlichen Finanzdirektor. «Unserer Holzindustrie geht es nicht gut, hier hätte man die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen. Leider versteckt sich der Regierungsrat aber hinter einem Gesetz. Innovationen werden regelmässig blockiert.» Sein Mitstreiter, CVP-­ Parlamentsmitglied Hanspeter Bucheli, hält derweil fest: «In unserer Holzbranche fühlt man sich von den Bauleuten stiefmütterlich behandelt. Mit dem Postulat möchten wir etwas Druck ausüben. Klar sind die gesetzlichen Hürden nicht unproblematisch. Erfahrungsgemäss ist aber das, was die Justiz sagt, nicht absolut. Der Kanton könnte mit dem Bekenntnis zum Luzerner Holz eine Vorreiterrolle einnehmen.»

Postulanten geben sich verhalten kämpferisch

Eine Motion, welche die Forderung verbindlich machen könnte, sei vorderhand zwar kein Thema, «weil wir in dieser Sache vorsichtig ans Werk gehen», wie Bucheli sagt. «Schliesslich wollen wir etwas erreichen, da dürfen wir nicht zu grob reinfahren.» Mit Blick auf die Kantonsratssession vom 27. und 28. März schliesst Hanspeter Bucheli eine Verschärfung der Vorgehensweise allerdings nicht aus: «Ich höre mich nun in unserer Fraktion um. Ist die Stimmung positiv, könnten wir im Parlament durchaus einen Antrag auf Erheblicherklärung stellen.» Und Hasan Candan fügt an: «Dann wird es schwierig für die Regierung. Wenn das Parlament sagt, dass es geht, kann sie sich nicht mehr hinter einem Passus verstecken.» Es sei paradox, wenn heute alles von Nachhaltigkeit, Regionalität und lokaler Wertschöpfung spreche, «gleichzeitig wird aber Holz aus halb Europa hierhergekarrt, nur weil es billiger ist».