Der Kanton Luzern beschliesst eine Maskenpflicht für Schüler der Kantons- und Berufsschulen

Nach der Maskenpflicht im ÖV kommt nun die Maskenpflicht in der Schule: Nach den Sommerferien müssen Luzerner Schülerinnen und Schüler eine Schutzmaske tragen – sofern sich die Corona-Situation nicht verändert.

Dominik Weingartner und Alexander von Däniken
Drucken
Teilen

Der Kanton Luzern führt nach den Sommerferien an Gymnasien und Berufsschulen eine Maskenpflicht für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen ein. Das berichtete SRF am Montagnachmittag. Schweizweit hat bisher neben Luzern nur der Kanton Jura eine Maskenpflicht an Schulen faktisch beschlossen. Laut dem Bericht ziehen weitere Kantone die Einführung eines Maskenobligatoriums in Erwägung: Zürich, St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen, Baselland, Obwalden, Freiburg, Neuenburg und Wallis.

Im Kanton Luzern gilt die Maskenpflicht an Gymnasien und Berufsfachschulen – und zwar auf dem ganzen Schulareal und nicht nur während des Unterrichts. Schüler und Eltern müssen für die Kosten selber aufkommen, dem Lehrerpersonal werden Schutzmasken zur Verfügung gestellt.

«Präsenzunterricht ist die optimale Schulform»

«Grundsätzlich wollen wir an den Schulen Präsenzunterricht halten und auch möglichst in dieser Form nach den Schulferien starten», sagt Regula Huber, Leiterin Kommunikation des Luzerner Bildungsdepartements auf Anfrage. Also eine Abkehr vom Fernunterricht? «Wir sind soweit zufrieden mit dem Fernunterricht, aber nach wie vor ist Präsenzunterricht die reguläre – und optimale – Schulform», sagt Huber dazu.

Dennoch will sich der Kanton den Fernunterricht als Option offen halten. «Wir beobachten die Fallzahlen und stehen in engem Kontakt mit dem Kantonsarzt», sagt Huber. Bei einer Verschlechterung der Lage müsse man entsprechende Massnahmen treffen. Huber:

«Eine Wiederaufnahme des Fernunterrichts ist möglich, je nachdem wie sich die Situation – auch an einer einzelnen Schule oder in einer Klasse – präsentiert.»

Eine Ausnahme von der Maskenpflicht gibt es nur in Schulformen, bei denen die Abstandsregeln eingehalten werden können. Laut Huber sind dies Unterricht in grossen Räumen oder in Kleingruppen – und im Sportunterricht. Aber: «Sportarten mit intensivem Körperkontakt sollen vermieden werden», sagt Huber. Sportgeräte würden zudem nach Gebrauch desinfiziert.

Das Bildungsdepartement geht davon aus, dass die Maskenpflicht eingehalten wird, «wie dies im ÖV derzeit ja auch funktioniert», sagt Huber. «Notfalls könnten Disziplinarmassnahmen getroffen werden.» Laut Huber befolge der Kanton mit der Einführung der Maskenpflicht an Gymnasien und Berufsschulen die Vorgaben des Bundes: «Die Schutzmassnahmen gelten ab der nachobligatorischen Schulzeit.» Also nicht auf Primar- oder Sekundarstufe.

Lehrerverband fürchtet Beeinträchtigung der Leistung

Alex Messerli, Präsident des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands sagt zur Maskenpflicht: «Die Gesundheit steht im Vordergrund.» Die Umsetzung werde aber noch zu einer Knacknuss: «Die Jugendlichen müssen diese Maske ja stundenlang tragen, was sich auf die Leistung niederschlägt.» Gruppenarbeiten und andere Formen als der Frontalunterricht würden nur eingeschränkt möglich sein.

Frida Mathis ist in der Schülerorganisation der Kanti Alpenquai, mit rund 1800 Schülern dem grössten Gymnasium des Kantons. Sie sagt: «Persönlich finde ich die Maskenpflicht sinnvoll, soweit sich dadurch die Pandemie in den Griff bekommen lässt.» Allerdings könnte die Konzentration einiger Schüler leiden. Zudem müsse klar geregelt und kommuniziert werden, wann die Maske zu tragen ist, und wann nicht.

Bislang hat der Kanton mit dem Fernunterricht gerade bei älteren Schülerinnen und Schülern gute Erfahrungen gemacht, was auch Frida Mathis bestätigt. Den regulären Unterricht habe das Internet aber nicht ersetzen können. Und dass lernschwache Schülerinnen und Schüler nun grössere Defizite haben, sei nicht auszuschliessen. «Insofern ist die Maskenpflicht das kleinste Übel. Wichtig ist, dass bald wieder Normalität einkehrt.»

Mehr zum Thema